Handball-Talent Nele Weyh verlässt den Thüringer HC

Mike El Antaki
| Lesedauer: 3 Minuten
Nele Weyh (Nummer 7), hier nach dem Bundesligaheimsieg des Thüringer HC gegen TuS Metzingen, wechselt im Sommer zu Zweitligist HSV Solingen-Gräfrath.

Nele Weyh (Nummer 7), hier nach dem Bundesligaheimsieg des Thüringer HC gegen TuS Metzingen, wechselt im Sommer zu Zweitligist HSV Solingen-Gräfrath.

Foto: Sascha Fromm

Eisenach.  Die Eisenacher Handballerin hat sich für einen neue Herausforderung entschieden und wechselt nach der Saison zu Zweitligist HSV Solingen-Gräfrath.

Für Nele Weyh hat die Abschiedstour vom Thüringer HC begonnen. Die 18-jährige Eisenacherin sieht die Zeit gekommen, um bei einem anderen Verein die nächsten Schritte ihrer Handballlaufbahn zu gehen. Kommende Saison trägt Weyh das Trikot von Zweitligist HSV Solingen-Gräfrath, der nach 23 absolvierten Partien mit 27:19 Punkten den fünften Tabellenplatz unter 14 Teams einnimmt.

Der Wechsel nach Nordrhein-Westfalen ist inzwischen fix, wie Nele Weyh gegenüber dieser Zeitung bestätigte. „Ja, ich habe mich für Solingen entschieden. Ich hatte schon längere Zeit überlegt, was ich nach meinem Abitur machen werde und wie ich mich handballerisch orientieren möchte. Durch Landestrainer Christian Roch kam schließlich der Kontakt zum HSV zustande“, schildert die Kreisläuferin, die bei den Klingenstädtern einen Zweijahresvertrag unterschrieben hat. Zuvor habe sie viel mit Trainerin Kerstin Reckenthäler und HSV-Geschäftsführer Stefan Bögel telefoniert.

Künftige Solingerin freut sich auf die Luftveränderung

Beim Probetraining hatten dann beide Seiten sofort ein positives Gefühl. „Sie hat einen sehr guten Eindruck hinterlassen und passt gut ins Team“, kommentierte Reckenthäler die Verpflichtung. Die künftige Solingerin freut sich auf die Luftveränderung. „Das Team ist sehr jung und erfolgshungrig, alle haben auch im Training gekämpft. Das ist genau die Einstellung, die ich selbst habe“, betont Weyh.

Verlassen wird sie Thüringen mit einem lachenden und einem weinenden Auge, denn dem Thüringer HC, zu dem sie 2018 stieß, habe sie viel zu verdanken. Schon als 16-jährige kam sie in der dritten Liga zum Einsatz und in dieser Saison stand sie einige Male im Kader der ersten Mannschaft.

Um jedoch regelmäßig Bundesliga-Spielpraxis zu erhalten, entschloss sie sich zum Tapetenwechsel und den Weg in die 2. Liga. Ein ausschlaggebender Punkt, der für Solingen sprach, war dabei die Trainerin. Die einstige Nationalspielerin setze sehr auf junge Spielerinnen, weshalb Weyh sich dort gut aufgehoben sieht: „Ich denke, Kerstin Reckenthäler wird mich individuell weiterbringen.“

Volle Konzentration auf Saisonendspurt beim Thüringer HC

Aber bevor es ans Koffer packen geht, gilt zunächst ihre volle Konzentration dem Saisonendspurt beim Thüringer HC. Mit der weiblichen A-Jugend gelang am Samstag der Einzug ins Viertelfinale der Deutschen Meisterschaft. Nach dem 26:22-Hinspielsieg konnte sich das favorisierte THC-Team auch in eigener Halle behaupten. Den 27:25-Endstand stellte Weyh mit einem Wurf ins leere Gehäuse her. Es war ihr siebtes Tor in der Begegnung.

Zeit zum Feiern blieb danach nicht, denn zusammen mit den Teamkolleginnen Arwen Rühl und Lucy Gündel ging es unmittelbar nach Spielschluss Richtung Halle-Neustadt, wo das blutjunge Trio den Erstligakader komplettierte. Auch da durfte gejubelt werden, siegte der Gast doch souverän mit 35:25.

Für die A geht es schon am kommenden Wochenende in der K.o-Runde weiter. Als Gegner im Viertelfinale wartet der Buxtehuder SV, der im Achtelfinale gegen den TV Hannover-Badenstedt beide Vergleiche deutlich mit 32:16 und 32:25 für sich entschied. Tag und Uhrzeit für das Hinspiel, das beim THC stattfindet, sind noch nicht bekannt. Klar ist nur, dass die personell gehandicapten Thüringerinnen vor einer hohen Hürde stehen.

„Individuell ist Buxtehude auf allen Positionen sehr gut besetzt“, sagt Weyh und weiß: „Um Erfolg zu haben, müssen wir wieder als Team funktionieren und in Abwehr und Angriff alles geben.“ Die Sieger aller Viertelfinal-Paarungen qualifizieren sich für das Final-Four-Turnier um die deutsche Meisterschaft am 5. und 6. Juni.