Nordhäuserin Katja Konschak denkt ans Aufhören

Nordhausen.  Im Interview spricht Triathletin Katja Konschak aus Nordhausen über ihre Pläne für 2021.

Katja Konschak

Katja Konschak

Foto: Stefanie Aurin

Auf ungewohnten Terrain bewegte sich Nordhausens erfolgreichste Triathletin Katja Konschak (Orthim Triathlon Team) kürzlich. Die 42-Jährige startete erstmals mit dem Mountainbike beim Einzelkämpfer in Sülzhayn. Nach ihrem Premierenstart über 20 Kilometer haben wir mit der dreifachen Mama über das Rennen, ihre Rad-Angst und ein Ende als Profisportlerin gesprochen.

Die Rampe am Start war Ihnen nicht geheuer?

Ich habe die Rampe vorher schon gesehen und meine Bedenken gehabt. Als ich dann oben stand, hat der Kopf einfach blockiert. Mir war klar, dass ich auf der Strecke mein Rad schieben muss. Da dachte ich mir, kann ich mein Rad auch von der Rampe runterschieben. Ich stehe dazu. (lacht)

Wie kam es überhaupt dazu, dass Sie als Triathletin beim Einzelkämpfer am Start waren?

Wir hatten in dieser Saison nur wenige Triathlon-Wettkämpfe. Ich hatte überlegt, beim Ironman 70.3 in Luxemburg zu starten. Dieser Start wäre ebenfalls an dem Wochenende gewesen. Er wurde abgesagt. Da ich mich früh gegen einen Start in Luxemburg entschieden habe, habe ich mir überlegt, mal etwas anderes zu machen.

Sind Sie die Strecke vorab mal abgefahren?

Ich bin ein richtig doller Angsthase auf dem Rad. Daher war klar, dass ich die Strecke vorher sehen möchte, um zu wissen, auf was ich mich da einlasse. Ich hatte mich über 40 Kilometer angemeldet. Die Strecke bin ich vorab im trocknen und leicht nassen Zustand abgefahren. Als ich dann noch mehr regnete, war für mich klar, ich fahre die 20.

Was war für Sie die größte Schwierigkeit?

Wenn mein Rad nicht stabil steht. Im Triathlon rutscht nichts weg, weil alles gerade ist.

War der Ausflug zum Mountainbike-Rennen komplettes Neuland für Sie?

Ich habe mir an Weihnachten 2017 ein Mountainbike gekauft. Ich nutze es es meist für Familienausflüge. Als ich vor 25 Jahren mit dem Triathlon anfing, habe ich ein bisschen auf dem Mountainbike gesessen. Das war damals nicht so technisch anspruchsvoll. Dennoch war es für mich schon eine Herausforderung.

Würden Sie nochmals an solch einem Rennen teilnehmen?

In Vorbereitung saß ich die letzten zwei Wochen auf dem Mountainbike. Für mich hatte es keinen Wettkampfcharakter, meine Herausforderung bestand eher darin, die zwei Runden zu fahren. Ich müsste für eine Wiederholung mehr üben oder an einem Fahrtechniktraining teilnehmen. Mit der aktuellen Fahrtechnik eher nicht.

Wie verlief aus Ihrer Sicht diese etwas andere Saison?

Die Wettkampfsaison im Triathlon ist beendet. Ich bin nur in Cottbus beim Supersprint an den Start gegangen. Ich bin ehrlich, so viel habe ich nicht trainieren können, weil die Kinder viel zuhause waren. Außerdem war nach der Schwangerschaft nicht so die Form da.

Geben Sie uns noch einen Ausblick auf 2021.

Für mich wird es ein sehr herausforderndes Jahr. Ich gehe wieder arbeiten, dazu das Training und die Betreuung von drei Kindern. Zumal ich nicht jünger werde. Für mich wird es aller Voraussicht nach das letzte Jahr als Profi-Triathletin mit dem Höhepunkt des ICAN und den deutschen Meisterschaften in Nordhausen. Das würde gut passen, weil meine Tochter im nächsten Jahr 13 Jahre alt wird, sie ist ebenfalls im Triathlon aktiv und braucht ein etwas mehr Aufmerksamkeit. Dieses Jahr habe ich schon viel aus Gesellschaft mittrainiert, weil es bei ihrer Freundin gemeinsamen nicht immer klappt.

Sie denken über einen Abschied aus dem Profibereich nach. Wäre dann der Amateurbereich eine Option?

Was ich danach mache, werde ich sehen. Was ich für 2021 noch sagen kann, dass ich für das „Triathlon Team Thüringen“ in der Regionalliga starten werde. Dieses Team ist als Perspektive für die Mädels aus dem Jugend- und Juniorenbereich gedacht. Mit der Mannschaft wollen wir Thüringen halten und streben den Aufstieg in die 2. Liga an.