Nordhausens Hagen Pietsch: Mit 21 Lenzen gehört er zum alten Eisen

Nordhausen.  Nordhausens Fußballer Hagen Pietsch ist der Fünftälteste im Team. Der KFZ-Mechatroniker-Azubi will endlich wieder spielen.

Hagen Pietsch hat für Wacker (hier gegen Jena) fast alle Saisonspiele bestritten. Aufgrund einer Sperre verpasste er die letzte Partie.

Hagen Pietsch hat für Wacker (hier gegen Jena) fast alle Saisonspiele bestritten. Aufgrund einer Sperre verpasste er die letzte Partie.

Foto: Sascha Fromm

Er gehört mit seinen 21 Jahren schon zu den älteren Spielern beim Fußall-Oberligisten Wacker Nordhausen. „Ich bin der Fünftälteste. Nur Robert Knopp, Erik Schneider, Marcus Vopel und Jonas Ernst sind älter als ich“, sagt Hagen Pietsch und schmunzelt.

Der gelernte Mittelfeldspieler konnte diesen Fakt selbst kaum glauben. Seit 2018 ist er bei Wacker und hat schon zwei Spielzeiten in der Oberliga in den Knochen, damals noch mit der Zweiten. Da zählt er bereits zu den Erfahrenen und will eben auch genau diese Erfahrung weitergeben. Zuvor spielte Pietsch in Erfurt beim FC Rot-Weiß für die U 19 in der Regionalliga. „Aber ich wollte nach Nordhausen. Das hat mich mehr gereizt und ich habe hier sportlich mehr Perspektiven gehabt“, erzählt er und bereut diesen Schritt keinesfalls.

Mit zwölf Jahren von zu Hause weg

Pietsch ist mit zwölf Jahren von zu Hause weg, zunächst war er in Dortmund. Dann kam er ins Fußballinternat nach Schlotheim. Dreieinhalb Jahre hat er dort das Einmaleins des Fußballs erlernt. Auch heute hat er noch heute Beziehungen dort hin. Er verfolgt das Geschehen in Schlotheim, ist stolz darauf, was sich entwickelt hat und steht mit Rat und Tat zur Seite. Danach ging es dann zum FC Rot-Weiß. „Dass ich diesen Weg gehen konnte, habe ich meinen Eltern zu verdanken, die mir alles ermöglicht und mich immer unterstützt haben“, fügt er noch an.

In einer Woche, am kommenden Montag, ist für Hagen Pietsch ein besonderer Tag. Dann hat er theoretische Prüfung bei seiner Ausbildung zum KFZ-Mechatroniker. „Für die Ausbildung und insbesondere die Prüfung ist die aktuell fußballfreie Zeit sehr gut. So konnte ich mich ausgiebig auf die Prüfungen vorbereiten“, weiß er die neu gewonnene Zeit einzusetzen.

WG mit Leon Gümpel

Aber ganz frei von Sport will und kann er gar nicht sein. In seiner WG mit Leon Gümpel gibt es mittlerweile einen kleinen Kraftraum. Jeder hat was mitgebracht. Eine Hantelbank mit allem Drum und Dran haben die beiden und stemmen zusammen die Gewichte und machen Stabi-Übungen. Nur mit dem Ball geht aktuell nichts. Trainer Philipp Seeland hat zudem Aufgaben verteilt. „Wir müssen alle zusammen, also der gesamte Kader, bis kurz vor Weihnachten 1000 Kilometer laufen. Das sind für jeden etwa 17 pro Woche“, sagt der gebürtige Northeimer.

In der laufenden Saison hat er jedes Spiel mitgemacht. Nur im letzten vor der Zwangspause fehlte er. Er war gesperrt, fünfte Gelbe Karte. Und irgendwann will er wieder mit dem Team zeigen, dass Wacker Nordhausen in die Oberliga gehört.