Nordthüringer Fußball-Kreispokal fällt Pandemie zum Opfer

Sebastian Fernschild
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Im September 2020 gab es das vorerst letzte Kreispokalfinale. Damals standen sich der VfB Artern (in Blau) und die FSG Salza gegenüber. Artern gewann im Elfmeterschießen 6:5.

Im September 2020 gab es das vorerst letzte Kreispokalfinale. Damals standen sich der VfB Artern (in Blau) und die FSG Salza gegenüber. Artern gewann im Elfmeterschießen 6:5.

Foto: Sebastian Fernschild

Nordhausen/Sondershausen.  Der laufende Wettbewerb kann, fast schon erwartungsgemäß, nicht zu Ende gespielt werden. Ein kleiner Hoffnungsschimmer bleibt.

Übermorgen wäre es im Normalfall soweit gewesen. Das Kreispokalfinale findet in Nordthüringen traditionell am 1. Mai statt. Aber dieses Jahr ist bekanntlich alles anders. Nur eine Runde konnte in dieser Spielzeit ausgetragen werden. Mehr ging nicht. Die bereits angesetzte zweite Runde, die am 7. und 8. November vergangenen Jahres angepfiffen werden sollte, konnte bis jetzt nicht durchgeführt werden.

Zwar hat der Thüringer Fußball-Verband (TFV) in der vergangenen Woche die Saison abgebrochen, dies gilt jedoch nur für die Meisterschaftsspiele. Die Entscheidungshoheit in den jeweiligen Kreisen, was die jeweiligen Pokalwettbewerbe angeht, obliegt den dortigen Kreisfußballausschüssen. Gibt es für den hiesigen aktuellen Kreispokalwettbewerb noch eine Chance auf Fortsetzung und damit die Gelegenheit für die verbliebenen Teilnehmer, in der Spielzeit 2020/21 doch noch einen offiziellen Titel einzufahren und damit Nachfolger des Cupverteidigers VfB Artern zu werden?

„Dazu wird es nicht kommen. Es ist utopisch, dass es überhaupt noch mal zu einem Spiel kommt. Einen Pokalsieger kann es in dieser Saison nicht geben“, sagt Jörg Steinmetz, stellvertretender Kreisvorsitzender des Kreisfußballausschusses Nordthüringen (NTKFA). „Aber wir wollen dennoch positive Stimmung und Optimismus verteilen. Sollten es wider Erwarten im Juni irgendwie möglich sein, Fußball zu spielen, dann könnten wir noch zwei Runden spielen lassen. Damit überhaupt noch mal Fußball gespielt wird.“

So der Vorschlag von offizieller Seite. Steinmetz und der Fußballvorstand hoffen einfach darauf, Vereinen noch in dieser Saison einen, wenn er auch noch so klein ist, Höhepunkt zu geben. „Wenn es irgendwie eine Möglichkeit gibt, Schwung zu holen, dann tun wir das. Damit der Ball endlich wieder rollt. Damit jeder weiß, dass die Fußballplätze nicht nur zum Anschauen da sind“, so Steinmetz weiter.

Ob es in der kommenden Saison ohne jegliche Kreisvertreter im Landespokal weitergeht, steht in den Sternen und wird sicherlich eine von vielen Fragen sein, die beim angesetzten Verbandstag am 15. Mai geklärt werden sollen. Dafür hat der NTKFA weitere Vorschläge erstellt. So wurde beantragt, dass es in der kommenden Saison im Ligabetrieb in der Kreisoberliga und den Kreisligen maximal 12er-Staffeln geben soll. Damit man einfach flexibler sei, um auf eventuelle Verlegungen oder Zwangspausen besser reagieren zu können. Aber in der Thüringer Spielordnung steht, dass auf Kreisebene mindestens 14 Mannschaften spielen müssen. Hierfür bedarf es einer Änderung in der Satzungsordnung. Sollte der Verbandstag nicht am 15. Mai in Form von Präsenztreffen stattfinden können, soll es Ende Juni eine Alternative geben. Geht dies auch nicht, bleibt nur noch die Variante online.

„Für uns im KFA ist es auf alle Fälle wichtig, dass wir Optimismus zeigen, nicht nur was den Fußball angeht. Es geht um das gesamte Vereinsleben und was noch alles daran hängt. Die Kinder wollen einfach wieder ihrem Sport nachgehen, sei es auf einem Bein oder Kopfüber. Hauptsache unbeschwert Sport treiben. Diese Hoffnung haben wir nicht aufgegeben und sind uns unserer Verantwortung diesbezüglich bewusst“, erklärt Jörg Steinmetz abschließend.