Peter Gösel - Ein Präsident mit Herz für kleine Vereine

Gerald Müller
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Markiger Redner: Landessportbund-Präsident Peter Gösel bei einer Ehrung. Archiv-Foto: Sascha Fromm

Markiger Redner: Landessportbund-Präsident Peter Gösel bei einer Ehrung. Archiv-Foto: Sascha Fromm

Foto: zgt

Erfurt. Mir geht es Dienstag wie am Montag und Mittwoch wie am Dienstag". Ein typischer Satz von Peter Gösel, mit Blick auf seinen 70. Geburtstag. Ausgesprochen wie immer etwas brummig mit der eigenen Zusatzfrage: "Warum soll dieser Tag etwas Besonderes für mich sein?" Um dann doch selbst zu antworten: "Ja, wenn man überlegt, wer von den alten Klassenkameraden gar nicht mehr da ist..."

Sein Jubiläum feiert er gemeinsam in Bad Blankenburg mit Rolf Beilschmidt, der letzte Woche 60. wurde. Der einstige Hochspringer ist Hauptgeschäftsführer des Landessportbundes, Peter Gösel seit 1994 ehrenamtlicher Präsident vom LSB. Das Verhältnis bezeichnet er als "sehr gut". Natürlich würde es auch "mal krachen, aber dann stets hinter verschlossenen Türen - nie draußen".

Man könne ja schließlich nicht immer einer Meinung sein. Peter Gösel ist bekannt dafür, seine Position offen zu vertreten, "da ist es mir egal, wer vor mir steht und ob ich eventuell anecke". Er selbst bezeichnet sich als "Knüttel", als "einer mit "Dorfcharakter".

Aufgewachsen ist er in Erfurt-Gispersleben, dort begann er als Kind mit Fußballspielen, wurde als Steppke Mitglied vom TSV Motor, dessen Vereinsvorsitzender er seit 1980 (!) ist. Insofern würde er auch die Sorgen der kleinen Vereine bestens kennen.

Aber der gelernte Eisenbahner weiß auch um die Probleme der großen Klubs, beim FC Rot-Weiß war er in den 90ern mal zwei Jahre Vizepräsident - "keine sonderlich schöne Zeit, viele Querelen" - erinnert er sich. Ein Anhänger des jetzigen Drittligisten sei er allerdings immer noch.

Doch seine Hochachtung würde angesichts des harten Trainings anderen Sportarten und Aktiven gelten, vor allem auch jenen, die bei Olympia Medaillen für Thüringen holen.

2015 keine erneute Kandidatur

Der Freizeit-Radfahrer und Hobby-Kegler ("dieses Jahr spiele in in der Verbandsliga-Senioren") wünscht sich für die Zukunft noch häufiger Spitzenleistungen. Aber zugleich auch, dass in Thüringen insgesamt mehr Menschen den Zugang zum Sport finden. 365.000 Mitglieder hat der LSB jetzt, 400.000 wäre irgendwann ein Ziel. "Wir müssen vor allem Kinder und Jugendliche gewinnen", so Peter Gösel, der im Dezember 2012 mit 100 Prozent Stimmen ("ein unerwartetes DDR-Ergebnis") zum Präsidenten wiedergewählt wurde. Aber damals zugleich bekanntgab, 2015 nicht nochmals zu kandidieren.

Gösel hofft, dass in seine letzte Amtszeit ("ich verstehe mich als politischer Präsident, als Bindeglied zu Parlamentariern und zur Wirtschaft") auch eine bessere Infrastruktur fällt. Die wäre nötig - "keine Lustbauten wie eine Multifunktionsarena in Erfurt, sondern Hallen und Plätze für kleine Vereine sowie den Schulsport".

Er weiß, dass das durchaus Widerspruch erzeugen könnte. Doch einer wie er, nimmt das gelassen. Auch am 70. Der heutige Dienstag - ein Tag für ihn wie Montag oder Mittwoch.