Pokale im Schrank, Leichtathleten auf der Bahn

Sömmerda.  Drei der elf Abteilungen des SV Sömmerda können wieder eingeschränkt trainieren. Unstrutpokal zum ersten Mal abgesagt.

Zwangspause: Der Unstrutpokal der Nachwuchsringer (in Rot: Colleen Schröder vom SV Sömmerda) musste wegen Corona abgesagt werden.

Zwangspause: Der Unstrutpokal der Nachwuchsringer (in Rot: Colleen Schröder vom SV Sömmerda) musste wegen Corona abgesagt werden.

Foto: Ina Renke

Der Sömmerdaer Unstrutpokal ist eine Institution. Jahr für Jahr lockt er Ringertalente aus ganz Thüringen nach Sömmerda, hat sich als eines der wichtigsten Nachwuchsturniere des Freistaats etabliert. Am vergangenen Samstag, als der Traditionswettkampf zum 24. Mal stattfinden sollte, blieb die Unstruthalle leer. Zum ersten Mal musste der Unstrutpokal abgesagt werden, die Medaillen und Pokale bleiben beim Ausrichter SV Sömmerda im Schrank. „Wir können sie dann hoffentlich nächstes Jahr an die Sieger vergeben“, sagte Andreas Schütz, Abteilungsleiter und Trainer der Ringer des SVS.

Die Corona-Krise hat die traditionsreiche Abteilung des mit knapp 800 Mitgliedern größten Sömmerdaer Sportvereins besonders hart getroffen. Schon vorher klagte Schütz über Nachwuchssorgen, aktuell gib es nur noch rund 50 Ringer beim SVS, es waren mal doppelt so viele. „Ich hoffe, danach kommen alle wieder“, blickt Schütz, der mit Rolf und Rüdiger Wundersee noch zwei Mitstreiter in der Trainerriege hat, bangend voraus auf die Zeit nach Corona.

Die Entscheidung des Deutschen Ringer-Bundes, die deutschen Meisterschaften und andere wichtige Wettkämpfe des Nachwuchses in diesem Jahr abzusagen, die Bundesliga der Männer im Herbst aber starten zu wollen, sieht Schütz kritisch: „Unser Verein hat zwar aktuell keine Anwärter auf nationale Erfolge, dennoch sollte man den Nachwuchs im Blick behalten, statt primär darauf zu gucken, womit man das meiste Geld verdienen kann.“

Acht Abteilungen des Vereins liegen nach wie vor auf Eis

Von den elf Abteilungen des SV Sömmerda können derzeit nur drei mit Einschränkungen trainieren: die Leichathleten, die Radsportler und die Tennisspieler. Maximal fünf Personen mit Mindestabstand, ohne duschen und umziehen vor Ort, dafür mit Desinfektion und Anwesenheitsliste der Trainer – soweit die Hygienevorschriften der Stadt, die sich mit denen in Erfurt decken. „Wettkämpfe stehen aber auch in diesen drei Sportarten, wie in allen anderen, in den Sternen“, bekräftigte Geschäftsstellenleiterin Ilona Ehrenberg die Ungewissheit, die auch beim SV Sömmerda herrscht.

Die acht anderen Abteilungen des Vereins – Basketball, Billard, Volleyball, Turnen, Tischtennis, Schwimmen, Faustball und Ringen – unterliegen der Situation, auf Schulsporthallen und andere Einrichtungen des Landkreises oder der Stadt angewiesen zu sein, die derzeit noch geschlossen sind.

Für sie alle gilt, was Andreas Schütz für seine Ringer hofft: „Es wäre schön, wenn sie sich trotzdem zuhause sportlich betätigen.“