Post Mühlhausen mit neuem Selbstvertrauen vor schwerer Aufgabe

Mühlhausen  Tischtennis-Erstligist Post Mühlhausen will am Freitag mit dem Dritten Neu-Ulm den nächsten Favoriten ärgern.

Ovidiu Ionescu zeigte sich gegen Ochsenhausen in ansteigender und ansprechender Form.

Ovidiu Ionescu zeigte sich gegen Ochsenhausen in ansteigender und ansprechender Form.

Foto: Sascha Fromm

Torsten Uczessanek nahm das späte Spielende mit Humor. „Eigentlich wollte ich heute nicht so spät zu Hause sein. Aber jetzt muss ich halt eine Nachtschicht einlegen“, sagte der Physiotherapeut des Post SV Mühlhausen, während die Spieler in der Halle am Kristanplatz ein wenig „sündigten“. Da durch die fortgeschrittene Zeit keine gastronomische Einrichtung mehr offen hatte, wurde das Abendbrot kurzerhand bei einer Fastfood-Kette organisiert.

Nach dem gemeinsamen Essen standen bereits die ersten Entspannungseinheiten auf dem Programm. Denn bei aller Freude über das 3:2 gegen den Tabellenzweiten Ochsenhausen am Mittwochabend richtete sich der Blick bereits Richtung Freitag, wo die Postler erneut gefordert sind. Diesmal stellt sich der Dritte TTC Neu-Ulm um den Europameister Emmanuel Lebesson am Kristanplatz vor (19 Uhr/Livestream bei sportdeutschland.tv), der das Hinspiel mit 3:1 gewann.

„Natürlich hat das Spiel Körner ohne Ende gekostet. Aber man sieht, was möglich ist, wenn wir alles mit Kampf angehen. Wichtig war, das Spiel gegen Fulda aus den Köpfen zu kriegen. Und natürlich brauchst du einen perfekten Tag, um so ein Überteam zu schlagen. Doch der Sieg bringt Selbstvertrauen und eine gewisse Lockerheit“, freute sich Trainer Erik Schreyer über den Erfolg gegen den Pokalfinalisten.

Aus einer geschlossenen Mannschaftsleistung ragte diesmal Ovidiu Ionescu etwas heraus. Mühlhausens Rumäne, der gegen Fulda wegen leichter Rückenprobleme vorsichtshalber noch pausierte, wurde am Mittwochabend zum gefeierten Mann. Seine unglaubliche Aufholjagd gegen Simon Gauzy legte den Grundstein zum sechsten Saisonsieg. 4:11, 6:11 und 3:7 lag er hinten, kämpfte sich aber zurück und fing den Franzosen durch das 11:8, 11:2 und 11:6 tatsächlich noch ab. Ionescu zeigte sich ob des Erfolges, der einem Profisportler so wohl nur einmal in der Laufbahn glückt, erstaunt. „Ich war selbst etwas überrascht von meinem Sieg. Ich hatte zuerst nicht meinen Rhythmus gefunden, dann aber nach und nach wieder Selbstvertrauen aufgebaut. Am Ende war mein Spiel sehr gut.“

Neben ihm punktete auch Kapitän Daniel Habesohn im Eröffnungseinzel durch ein 3:0 über Kanak Jha. Und als es beim Stand von 2:2 – Steffen Mengel (0:3 gegen Hugo Calderano) sowie Habesohn im zweiten Einzel gegen Gauzy (2:3) hatten verloren – ins entscheidende Doppel ging, übernahm Ionescu wieder Verantwortung. Zusammen mit Lubomir Jancarik hielt er die Kombination Calderano/Samuel Kluczycki mit 3:2 in Schach und sorgte so für die Überraschung.

Post rückte durch den Sieg auf Platz sieben vor. „Mit 10:10-Punkten standen wir überhaupt nicht da, wo wir wollten. Das waren jetzt zwei nicht unbedingt eingeplante Punkte. Es ist schön, einen Marathon so zu beginnen“, sagte Schreyer, der nun „mit den Spielern selbst auf die kleinsten Wehwehchen achtet. Wir werden auch gegen Neu-Ulm unsere Chancen bekommen. Wenn man das Mittelfeld sieht, kann jeder jeden schlagen.“ Da alle vier Spieler soweit fit sind, scheint in der Aufstellung eine Rotation wahrscheinlich.