Radprofi Schachmann trainiert in Thüringen

Erfurt  Der Radprofi Maximilian Schachmann schuftet in seiner einstigen Wahlheimat Thüringen für sein Comeback. Immerhin hat er einen WM-Start fest eingeplant.

Maximilian Schachmann (links) will im September wieder Rennen fahren.

Maximilian Schachmann (links) will im September wieder Rennen fahren.

Foto: Watchara Phomicinda/DPA

Auf der linken Hand künden zwei fünf Zentimeter lange, gerade verheilte Narben vom Abenteuer in Frankreich, das am verflixten 13. Tag des Unternehmens ein jähes Ende fand. „Dass ich die Tour de France vorzeitig verlassen musste, hat mich vor allem deshalb mächtig geärgert, weil ich mich in einer sehr guten Verfassung befunden habe. Das war sehr schade“, sagt Maximilian Schachmann knapp fünf Wochen nach dem Sturz beim Einzelzeitfahren in Pau, bei dem er sich die linke Hand brach und später im Unfallkrankenhaus in Berlin operiert werden musste.

Längst sitzt der 25 Jahre alte Radprofi wieder im Sattel und will in dieser Saison noch einmal angreifen. Bei der Deutschland-Tour, die am kommenden Wochenende in seiner einstigen Wahlheimat mit der Schlussetappe von Eisenach nach Erfurt endet, muss er sich aber noch mit der Zuschauerrolle zufrieden geben. „Sehr gerne wäre ich hier gestartet, zumal ich vier Jahr hier gelebt habe“, sagte der gebürtige Berliner, der einst für das Thüringer Energie Team fuhr und hier zum Profi reifte.

Schachmann hat einen klaren Zeitplan für sein Comeback noch in dieser Saison. Wenn in den kommenden Tagen das Training nach Plan verläuft, will er demnächst nach Kanada fliegen und wird am 13. und 15. September an zwei Eintagesrennen in Québec und Montréal erstmals seit seinem Sturz im Juli in Frankreich wieder ein Rennen bestreiten. Die beiden Wettbewerbe werden für ihn auch so etwas wie ein Gradmesser dafür, ob eine Teilnahme an der Straßenrad-WM in Yorkshire (22. bis 29. September) überhaupt einen Sinn macht.

„Ich bereite mich zu 100 Prozent darauf vor. Aber ob ich tatsächlich antreten werde, entscheidet sich kurzfristig. Ich werde nur an den Start gehen, wenn ich auch fit bin und Chancen habe“, sagt der deutsche Straßenrad-Meister, der in diesem Jahr für sein neues Team Bora-Hansgrohe schon fünf Siege einfahren konnte und als Dritter beim Frühjahrsklassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich auf sich aufmerksam machte.

In diesen Tagen aber gilt es, kühlen Kopf zu bewahren und auch darum, im Training kein unnötiges Risiko einzugehen. Weil der operierte Knochen in der linken Hand am kommenden Wochenende erst zu 95 Prozent ausgeheilt sein wird, fährt Schachmann im Training bis dahin mit einer Orthese, die bei möglichen Schlaglöchern die Wucht der Erschütterung dämpfen soll. Aus seiner Sicht steht einem Comeback nichts im Wege. „Es fühlt sich wieder gut an, auf dem Rad zu sitzen und ich glaube, dass ich nicht allzu viel von meiner guten Form verloren habe. Ganz genau aber werde ich das in den kommenden Tagen wissen, wenn ich die Umfänge im Training weiter steigere.“

Gerne würde er nicht nur bei der WM um die Medaillen mitkämpfen. Zum Beispiel wäre auch die Lombardei-Rundfahrt im Oktober ein lohnendes Vorhaben. „Es ist wichtig für mich, wenn ich mir Ziele setze. Nur so kann ich mich richtig motivieren“, sagt der 25-Jährige, der genau dort für sein Comeback schuftet, wo er einst zum Profi reifte. Bis zum Sonntag wird Schachmann in Thüringen das Training fortsetzen und dann an der Strecke stehen, wenn die Deutschland-Tour von Eisenach nach Erfurt ins Ziel rollt. Danach will er wieder selbst im Renngetümmel mitmischen.

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