Radsporttalent Franzi Arendt: Der Pfeil aus Niedersachsen

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Kraftvoll und fokussiert: Franzi Arendt, hier auf dem Weg zum nationalen Zeitfahr-Titel der U 17, hofft auf eine erfolgreiche Saison.

Kraftvoll und fokussiert: Franzi Arendt, hier auf dem Weg zum nationalen Zeitfahr-Titel der U 17, hofft auf eine erfolgreiche Saison.

Foto: Frank Mölders

Erfurt.  Die Sportlerin vom RSC Turbine Erfurt wurde in den Juniorinnen-Bundeskader berufen. Sorgen um die anstehende Saison bleiben aber.

Schöner Erfolg für die Erfurter Radsportlerin Franzi Arendt: Die 16-Jährige vom RSC Turbine Erfurt wurde für die Saison 2021 in den Bundeskader Radsport/Ausdauer der Juniorinnen berufen. Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) würdigt damit die Erfolge des letzten Jahres, als Arendt deutsche Meisterin im Zeitfahren auf der Straße wurde und auch die Bundessichtungsserie im Jugendbereich als Siegerin abschloss.

Die gebürtige Göttingerin trainiert unter der Leitung des Bundestrainers Lucas Schädlich und des Thüringischen Landestrainers Steffen Uslar am Olympiastützpunkt Erfurt und auf der Radrennbahn in Frankfurt/Oder. Die großen Ziele dieser Saison sieht Arendt klar im internationalen Bereich: Im Kreis der Nationalmannschaft möchte sie an der Europameisterschaft in Minsk und an der Weltmeisterschaft im September in Kairo teilnehmen und sich erstmals mit der Weltspitze messen.

Die erste Hürde dafür hat sie bereits genommen: Bei den Qualifikationsrennen auf der schnellen Holzbahn der Oderlandhalle unterbot sie in ihrer Spezialdisziplin, der 2000-Meter-Einerverfolgung, bereits deutlich die WM-Norm und war mit 2:26,8 Minuten noch einmal ganze drei Sekunden schneller als bei ihrem deutschen Rekord in der Jugendklasse. Jetzt fehlen ihr nur noch 1,5 Sekunden zu dem großen Ziel, auf das sie seit langem hintrainiert: Sie möchte den fast 30 Jahre alten Rekord der legendären Hanka Kupfernagel im Juniorenbereich knacken.

Großes Vorbild Hanka Kupfernagel

Das wäre für das Talent eine besonders große Ehre, denn die achtfache Weltmeisterin Kupfernagel ist ihr großes Vorbild, seit sie der damals Zehnjährigen Franzi Silbermedaille bei der Ostthüringen Tour umhängte. „Ich weiß, dass ich das schaffen kann“, ist Arendt optimistisch, „und wenn nicht dieses Jahr, dann eben nächstes!“ Wer das Energiebündel einmal auf dem Rennrad erlebt hat, traut ihr das zu und weiß, dass sie keine halben Sachen macht. National wird Arendt in der Bundesliga mit dem „maxx-solar Lindig“-Juniorinnen-Team auf Punktejagd gehen. Mit ihrer Mannschaft bereitet sie sich zurzeit in Kroatien auf die Wettkampfsaison vor. Das Leben und Trainieren muss aus Sicherheitsgründen in der Blase, also dem isolierten Kreis der Sportlerinnen und Trainer, stattfinden. Sie hoffen alle, gesund und fit in die Rennen zu starten, so diese denn nicht doch noch abgesagt werden müssen.

Die Sorge um die Saison ist nach zahlreichen Absagen allgegenwärtig. Auch bei der neuen Bundeskader-Athletin Franzi Arendt.