Ramelow zu Doping-Razzia in Erfurt: „Das ist eine Katastrophe“

Erfurt  Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow zeigt sich nach der Doping-Razzia mit Durchsuchungen in Erfurt „schockiert und fassungslos“. Er appelliert an betroffene Sportler und Mitwisser, Anzeige zu erstatten.

0Ministerpräsident Bodo Ramelow (rechts) mit FIL-Präsident Josef Fendt beim Weltcup in Oberhof.

0Ministerpräsident Bodo Ramelow (rechts) mit FIL-Präsident Josef Fendt beim Weltcup in Oberhof.

Foto: Sascha Fromm

Nach der Doping-Razzia in Erfurt hat sich Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) erschüttert gezeigt. „Ich bin schockiert und fassungslos“, sagte er am Mittwoch. „Das ist eine ziemliche Katastrophe.“

Ramelow verlangte die rasche und umfangreiche Aufklärung aller Vorwürfe. „Doping schadet dem Ansehen des Sports und dem Ansehen des Sportstandorts Thüringen.“ Gerade mit Blick auf die regelmäßig in Thüringen stattfindenden Wintersport-Weltcups und die für 2023 geplante Biathlon-WM müssten alle Beteiligten die Ermittlungen „sehr ernst“ nehmen.

Erfurter Sportmediziner im Zentrum der Ermittlungen

Der Politiker reagierte auf die Durchsuchungen und Festnahmen im Rahmen einer groß angelegten Polizeiaktion in Thüringen und im österreichischen Seefeld, dem Ort der nordischen Ski-WM. Im Zentrum steht der Erfurter Mediziner Mark S., gegen den bereits seit Jahren Dopingvorwürfe im Raum stehen.

Nach Informationen dieser Zeitung wurden in der thüringischen Landeshauptstadt offenbar neun Objekte durchsucht. In die Aktion, die von Ermittlern von München aus koordiniert wurde, sollen die Thüringer Polizeibehörden bisher nicht eingebunden gewesen sein.

Ramelow forderte mutmaßliche Betroffene auf, sich selbst bei der Polizei zu melden. „Ich appelliere an die Sportler, die von etwas wissen, dass sie reden oder gar Anzeige erstatten.“ Nach Angaben der Staatsanwaltschaft München hatten Aussagen des Skilangläufers Johannes Dürr die Ermittlungen ausgelöst.

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