Rot-Weiß Erfurts Trainer Thomas Brdaric denkt nicht ans Aufhören

Erfurt.  Fast eine Stunde standen Trainer Thomas Brdaric, Geschäftsführer Michael Krannich und Franz Gerber nach dem blamablen 0:1 der Erfurter gegen Halberstadt zusammen und analysierten die Lage.

Ist nach wie vor mit großem Engagement an der Seitenlinien: Rot-Weiß Erfurts Trainer Thomas Brdaric.

Ist nach wie vor mit großem Engagement an der Seitenlinien: Rot-Weiß Erfurts Trainer Thomas Brdaric.

Foto: Sascha Fromm

Der frühere Bundesliga-Manager und neue Investor des FC Rot-Weiß Erfurt ließ sich aber nicht anstecken von der teilweise aggressiven Stimmung in der Arena, wo sich nach dem Abpfiff die Spieler angesichts der wütenden Anhänger nicht einmal mehr in die Fankurve trauten.

„Ich habe seit meinem Einstieg als Investor das erste Spiel live im Stadion gesehen. Deshalb wäre es unfair, hier eine Beurteilung oder Ratschläge zu geben“, sagte Gerber, der registriert hatte, dass trotz des Pfeifkonzerts und der Buh-Rufe die meisten Zuschauer ihre Elf bis zum Schluss bedingungslos anfeuerten. Dennoch gilt als sicher, dass sich Gerber künftig stärker in die sportliche Planung einbringen wird. „Wie und auf welche Art das geschehen könnte, werden wir in den nächsten Wochen besprechen“, sagte er.

Eine Trainerdiskussion wird im Verein (noch) nicht geführt. Brdaric erklärte, dass er trotz der unterirdischen Bilanz von nur drei Siegen aus 14 Spielen nicht weglaufen wolle. „Die Jungs rackern und kämpfen. Wenn sie das nicht tun würden, wäre ich der Falsche“, sagte der ehemalige Nationalspieler.

Auch Geschäftsführer Krannich sieht für einen Trainerwechsel keinen Grund. Er könne sich vorstellen, die Mannschaft in der Winterpause personell zu verstärken. „Wir werden prüfen, ob der Etat das hergibt. Und dann muss es ja auch die passenden Spieler geben“, sagte Krannich, dessen Budget so oder so wohl noch zusätzlich belastet wird. Nachdem die Fans wie schon im Heimspiel gegen Chemie Leipzig nun auch gegen Halberstadt mit Pyrotechnik zündelten, rechnet er mit einer Strafe durch den Verband.

Frustriert hatten die Spieler die 0:1-Pleite gegen Halberstadt quittiert. Torwart Jannick Theißen, der mit seinem Fehler den Gegentreffer eingeleitet hatte, hämmerte in den Katakomben der Arena voller Frust seine Handschuhe an die Deckenverkleidung. „Wir wissen, wie ernst es ist. Aber wir schaffen es einfach nicht, das umzusetzen, was wir uns vorgenommen haben“, sagte der 21-Jährige.

Abwehrspieler Pierre Becken ist sich bewusst, dass der einstige Drittliga-Dino seinen Nimbus verloren hat. „Die Gegner freuen sich ja darauf, dass sie hierher kommen und uns hier ärgern dürfen“, sagte der 31-Jährige bei RWE-TV.

Trotz aller Zurückhaltung nach seinem ersten Besuch in Erfurt hat Investor Gerber den Ernst der Lage erfasst: „Wir müssen aufpassen. Absteigen dürfen wir natürlich nicht.“

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