Rot-Weiß erringt Teilerfolg: DFB senkt Strafe für Pyro-Show

Erfurt  Erfurt. Wegen der Feierlichkeiten rund um das Stadion-Abschiedsspiel sollen die Erfurter immerhin noch 15.000 Euro zahlen.

Nach dem Stadion-Abschiedsspiel am 8. Oktober 2014 gegen den niederländischen Erstligisten FC Groningen (1:1) veranstalteten die Rot-Weiß-Fans eine spektakuläre pyrotechnische Show. Dem DFB gefiel das nicht, deshalb kommt sie dem Verein noch immer teuer zu stehen. Foto: Alexander Volkmann

Nach dem Stadion-Abschiedsspiel am 8. Oktober 2014 gegen den niederländischen Erstligisten FC Groningen (1:1) veranstalteten die Rot-Weiß-Fans eine spektakuläre pyrotechnische Show. Dem DFB gefiel das nicht, deshalb kommt sie dem Verein noch immer teuer zu stehen. Foto: Alexander Volkmann

Foto: zgt

Zumindest vor Gericht kann der FC Rot-Weiß noch gewinnen. Auch wenn es allenfalls ein kleiner Erfolg ist. In der gestrigen Berufungsverhandlung vordem DFB-Bundesgericht erwirkte der Klub die Reduzierung der Geldstrafe für die Pyro-Show am Rande des Stadion-Abschiedsspiels gegen den FC Groningen (1:1) am 8. Oktober 2014.

Zwar wurde das Urteil inhaltlich bestätigt. Statt der ursprünglich vom DFB-Sportgericht festgelegten 20.000 Euro müssen die Erfurter jetzt jedoch „nur“ noch 15.000 Euro Strafe zahlen.

In der DFB-Begründung heißt es: „Zentraler Vorwurf an Rot-Weiß Erfurt ist, dass der Verein den DFB im Vorfeld des Spieles bewusst nicht über den geplanten Einsatz von Pyrotechnik informiert und absichtlich einen Genehmigungsantrag unterlassen hat – wohl wissend, dass Pyrotechnik seitens des DFB nie genehmigungsfähig gewesen wäre. Damit wurde die gemeinsame Linie im Kampf gegen Pyrotechnik konterkariert.“

Achim Späth, der als Vorsitzender des DFB-Bundesgerichts die gestrige Sitzung leitete, meinte weiter: „Neben dem Abbrennen eines Nebeltopfs durch einen Zuschauer kommt hinzu, dass sich der Verein kurz vor dem Spiel schriftlich dazu verpflichtete, die geplante pyrotechnische Aktion zu unterlassen.“

Präsident Rombach: Kein Grund zum Jubeln

Der FC Rot-Weiß beharrte in seiner Argumentation zunächst darauf, dass es sich um zwei un-terschiedliche Veranstaltungen gehandelt habe: einerseits das Spiel gegen den niederländischenEhrendivisionär, andererseits die durch die Stadt genehmigte und auch abgesicherte Abschiedszeremonie der Anhänger.

Eine Sichtweise, der der DFB nicht folgte und dem Verein wegen unsportlichen Verhaltens in drei Fällen eine Rekordstrafe aufbrummte. Weil jedoch Rot-Weiß sein Fehlverhalten während der Beweisaufnahme vor dem Bundesgericht eingeräumt haben soll, fiel die Geldstrafe milder aus.

Die Freude darüber hielt sich bei Präsident Rolf Rombach verständlicherweise in Grenzen: „Das ist sicher kein Grund, in Jubel auszubrechen, aber immerhin ein Teilerfolg. Wir werden über die weitere Vorgehensweise beraten, wenn die schriftliche Urteilsbegründung vorliegt“, kündigte der Insolvenzanwalt an.

Weil die Sportgerichtsbarkeit ausgeschöpft ist, bliebe den Rot-Weißen jedoch nur der Gang vorein Zivilgericht. Allerdings gilt es zu prüfen, ob dies überhaupt zuständig ist. Und beliebter würde sich der Verein beim DFB damit ganz sicher nicht machen.

Was die Fans von dem Urteil für ihre emotionale Show halten, taten sie bereits am 31. Januar in der Erfurter Innenstadt kund: Etwa 400 Anhänger demonstrierten damals mit einem Protestzug gegen die „Strafenwillkür“ des Verbandes und forderten ihn auf, „Emotionen zu respektieren“.

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