Rückendeckung für Kittel und Hesse in Erfurter Blutaffäre

Die in der Erfurter Blutaffäre erwähnten Marcel Kittel und Judith Hesse haben von ihrem Team beziehungsweise Trainer Rückendeckung erhalten.

Laut einer Erklärung seines holländischen Teams Project-1t4i steht der Erfurter Radsportler Marcel Kittel nicht unter Verdacht gedopt zu haben. Foto: dapd

Laut einer Erklärung seines holländischen Teams Project-1t4i steht der Erfurter Radsportler Marcel Kittel nicht unter Verdacht gedopt zu haben. Foto: dapd

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Erfurt. "Marcel Kittel steht nicht unter Verdacht, gegen Antidoping-Regeln verstoßen zu haben. Er ist ebenfalls kein Verdächtiger in den Untersuchungen", teilte das holländische Team Project-1t4i in einer Erklärung mit.

Der Erfurter war in einem ARD-Bericht in Zusammenhang mit den Ermittlungen gebracht worden. Kittel habe den Arzt 2007 und 2008 bei Krankheit aufgesucht, da er als Sportler aus der Region unter Obhut dieses Olympiastützpunktes gefallen sei, an dem Andreas Franke tätig war. Weil Kittel "an einer Infektionskrankheit" litt, habe er die Behandlung mit UV an Eigenblut erhalten. Seit 2008 sei die Behandlung nicht mehr erfolgt.

Die Methode - der Forscher keine leistungssteigernde Wirkung bescheinigen - ist aber seit 2011 nicht mehr erlaubt.

Kittel, mit 17 Saisonsiegen im Vorjahr Deutschlands erfolgreichster Profi, sprach vom "härtesten Tag in seinem Leben", als er seinen Namen in dem ARD-Beitrag gesehen habe. "Ich war sehr traurig und enttäuscht. Das war wie ein Albtraum. Es ist nicht leicht, damit jetzt umzugehen", sagte der 23-Jährige.

Die Reaktion des Teams habe ihm Selbstvertrauen gegeben, aber es sei hart für ihn. "Mein Name wurde genannt und wird deswegen immer in Verbindung damit stehen." Er sei damals 18 gewesen und habe nie geglaubt, etwas Falsches zu tun.

"Ich habe dort trainiert und ich war auch bei dem Arzt. Mir wurde gesagt, wenn ich krank bin, soll ich zu ihm gehen. Das habe ich gemacht", sagte Kittel. Franke habe ihm dann die Behandlung vorgeschlagen. "Ich habe ihm vertraut. Ich habe das ein paar Mal gemacht und ihn auch gefragt, ob das Doping ist und er hat geantwortet: Nein, ist es nicht. Seit 2008 habe ich es nicht mehr gemacht."

Sein Team nahm Kontakt zum Radsport-Weltverband auf. Kittel darf demnach ab Mittwoch bei dem Etappenrennen "Stern von Besseges" in Frankreich starten. Kittel betonte, er werde mit den Antidoping-Agenturen und der Justiz "ohne Einschränkung" zusammenarbeiten.

Gleichzeitig erklärte das Team, dass auch Kittels Teamkamera-den Patrick Gretsch und John Degenkolb den Arzt in Erfurt bei Krankheit aufgesucht hätten. Gretsch habe sich wie Kittel wegen eines "Infektes" 2010 der Methode unterzogen. Degenkolb habe die Behandlung "nie erhalten".

Ermittelt wird mit dem Verdacht auf Doping bisher gegen Radsportler Jakob Steigmiller - der am Dienstag offiziell darüber informiert wurde - und Eisschnellläuferin Judith Hesse. Bei beiden erfolgte die Behandlung noch 2011. Bundestrainer Markus Eicher nahm Hesse in Schutz: "Ich bin sicher, dass sie keine Schuld hat. Nach allem, was ich weiß, war das ein Fehler des Erfurter Sportmediziners und nicht von der Sportlerin."

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