Die Folgen der Saisonfortsetzung: So geht es im Thüringer Fußball weiter

Altenburg.  Die Saison in der Bundesliga geht weiter. Davon profitiert auch Thüringens Amateurfußball.

Im Oktober sollen die Bälle bei Punktspielen im Netz landen.

Im Oktober sollen die Bälle bei Punktspielen im Netz landen.

Foto: Sascha Fromm

Wenn die Bundesliga in die Geisterspiele startet, hat auch Thüringens Amateurfußball viel davon. Verbands-Präsident Wolfhardt Tomaschewski aus Altenburg kann die konkrete sechsstellige Summe nicht nennen, mit der die Deutsche Fußball Liga (DFL) insgesamt den Thüringer Fußball-Verband (TFV) unterstützt. „Aber ohne diese Gelder könnten wir uns keine Geschäftsstelle leisten. Die Zuwendungen aus der DFL machen einen erheblichen Teil unser Etats aus. Deshalb ist es auch für unsere Vereine gut, wenn die Bundesliga wieder spielt“, sagt Tomaschewski. Die DFL und der DFB unterstützen die Landesverbände laut Grundlagenvertrag mittelbar mit acht Millionen Euro, sowie mit 2,35 Prozent aus dem Ticketverkauf der DFL. Dazu kommen noch 2,5 Millionen Euro für Projekte an der Basis.

58:42 Stimmen der Vereine

In Thüringen wird der Ball bis zum 31. August nicht mehr rollen. Danach soll die gestoppte Saison fortgesetzt werden, wenn die behördlichen Verordnungen das zulassen. Das beschloss am Montagabend auf einer Videokonferenz der TFV-Vorstand deutlich mit 16:3 Stimmen, nachdem sich zuvor die Vereine mit 58:42 Prozent für die Fortführung entschieden hatten.

„Das ist erst mal unsere Zielhoffnung, denn ich kann ja nicht in die Glaskugel gucken. Bevor die Punktspiele wieder laufen, müssen die Mannschaften natürlich wieder zusammen trainieren können, vier Wochen mindestens“, so Tomaschewski. Damit könnte man also etwa mit einem Start im Oktober rechnen, bestätigte der Präsident.

Auch die Saison im Nachwuchs wird fortgeführt, beschloss der Vorstand. Sieben von neun Fußballkreisen wären dafür gewesen, so Tomaschewski. Das Reglement, besonders die Altersregeln und Wechselfristen, würden bis spätestens 30. Juni angepasst. „Der Jugendausschuss-Vorsitzende hat den Auftrag, dem Vorstand ein Konzept bis 20. Juni vorzulegen:“ Das gelte auch für Änderungen in den Männer und Frauen-Spielklassen durch die anderen Ausschüsse. TFV-Spielobmann Sven Wenzel erklärte zudem, dass die Meldungen für das neue Spieljahr, die bis zum 31. Mai fällig waren, offiziell gestoppt sind. Er bat allerdings darum, die Vereinsdaten zu aktualisieren.

Verbandstag wird verlegt

Verlegt wird der 9. Verbandstag des TFV, der für den 20. Juni terminiert war. „Wir wollen ihn Ende November oder Anfang Dezember durchführen, sind aber noch auf der Suche nach einer Lokalität. Die Wahl des neuen Präsidenten sollte nicht digital stattfinden“, sagte Tomaschewski, der mit 71 Jahren dann nicht mehr zur Verfügung steht. Als Nachfolger steht der DFB-Schiedsrichter-Chef Udo Penßler-Beyer (Weinbergen) bereit.

Thüringen als Fußball-Insel

Problematisch könnten Aufstiege in die Klassen des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes (NOFV) werden. „Mit unserer Entscheidung, die Saison bis ins nächste Jahr fortzusetzen, könnten Thüringen, Bayern und Mittelrhein zu Inseln werden. Doch wegen der unklaren Auswirkungen der Pandemie weiß noch keiner, welche Lösung die richtige ist. Einen Oberliga-Aufstieg erwägt bisher nur der FC Fahner Höhe“, so Tomaschewski. Man müsse gegebenenfalls über eine Lösung nachdenken, um einen möglichen Aufstieg nicht zu versperren.

Auch den Landespokal hat Thüringen noch nicht aufgegeben. „Schließlich geht es für die Vereine um einiges Geld“, so Tomaschewski. Vor der 1. DFB-Hauptrunde, die sicher in den Herbst verlegt wird, soll der Thüringer Cupsieger ermittelt sein. „Möglichst ohne Geisterspiele. Denn Nordhausen gegen Jena im Halbfinale ohne Fans“, möchte ich mir nicht vorstellen.

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