Erfurterin Elisabeth Pähtz: „Ich habe alles ausgeräumt, was stört“

Batumi  Die Erfurter Großmeisterin Elisabeth Pähtz ist mit der deutschen Mannschaft erfolgreich in die Schach-Olympiade gestartet.

Elisabeth Pähtz, Deutschlands Nummer eins.

Elisabeth Pähtz, Deutschlands Nummer eins.

Foto: Archiv

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Mit glatten 4:0-Siegen sind die deutschen Mannschaften in die Schach-Olympiade gestartet. Die Männer bezwangen im georgischen Batumi Syrien, die Frauen blieben gegen das Team des Weltverbandes der Behinderten ohne Punktverlust.

Einen mühelosen Sieg steuerte am Spitzenbrett die Erfurterin Elisabeth Pähtz bei. Die 33 Jahre alte Großmeisterin spielt bereits ihre elfte Olympiade, vor 20 Jahren feierte sie in Elista ihr Debüt. Trotz des gestrigen gelungenen Starts sieht sie für das deutsche Frauen-Team keine großen Chancen auf einen Spitzenplatz und steckt sich eigene Ziele, um in der Weltrangliste vielleicht noch ein Stück zu klettern. Dort hatte sie zuletzt einen großen Sprung auf 2513 Elo-Punkte gemacht, mit denen sie unter den besten zehn platziert ist.

Pähtz ist damit nach über drei Jahrzehnten Unterbrechung das erste Mitglied des Deutschen Schachbunds, das in die Top Ten vorgeprescht ist. Zuletzt zählte Robert Hübner von 1971 bis 1988 zur unmittelbaren Weltspitze. Der Einzug ins WM-Kandidatenfinale 1980 und Platz drei in der Weltrangliste markierten den Höhepunkt des Kölners, der am 6. November 70 Jahre alt wird.

Für ihr eigenes Vorankommen zählt Pähtz mehrere Gründe auf. „Ich habe alles ausgeräumt, was stört. So habe ich meinen Frauen-Bundesliga-Verein gewechselt oder habe in der letzten Runde der Einzel-Europameisterschaften das gespielt, was mir richtig erschien. Ich setzte mich dabei auch gegen den Trainer durch“, erzählt die Tochter des Erfurter Großmeisters Thomas Pähtz. Zuvor habe sie immer „alles gemacht, was andere wollten“. Jetzt sei sie egoistischer geworden. Lachend ergänzt sie: „Und ich habe meine Haare blond gefärbt.“

Dem deutschen Männerteam räumt die Schnellschach-Europameisterin derweil eine gute Chance ein, Platz fünf zu erreichen: „Das Team ist sehr ausgeglichen und verliert wenige Partien. Sollten zwei Spieler ein super Ergebnis erzielen, kann es weit nach vorne gehen.“

Die alle zwei Jahre stattfindende Olympiade, die den Status einer Mannschafts-WM besitzt, läuft bis zum 5. Oktober.

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