Erfurterin Elisabeth Pähtz ist Schach-Europameisterin

Tbilissi  Elisabeth Pähtz hat es geschafft. Die Erfurterin gewann in Tbilissi (Georgien) Gold bei den Schnellschach-Europameisterschaften – es ist nach einer langen Durststrecke der erste große Titel für die 33-Jährige.

Elisabeth Pähtz mit dem Brett, das die Welt bedeutet. Die Figuren sind schon abgeräumt.

Elisabeth Pähtz mit dem Brett, das die Welt bedeutet. Die Figuren sind schon abgeräumt.

Foto: Graf

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Nach elf Runden des hochkarätig besetzten Turniers behauptete sie sich dank der besseren Zweitwertung vor der punktgleichen Russin Anastasia Bodnaruk und Vize-Weltmeisterin Anna Muzychuk aus der Ukraine. Auch Anna Ushenina (Ukraine) und Pähtz‘ Dauerrivalin Alexandra Kosteniuk (Russland) kamen auf acht Punkte.

Doch in Tbilissi waren sich alle Beobachter einig, dass der Sieg verdientermaßen an die einstige Jugend- und Junioren-Weltmeisterin ging. Pähtz musste gegen alle ihre unmittelbaren Konkurrentinnen spielen und hatte mit Ausnahme des Remis-Duells gegen Meri Arabidze (Georgien) keine kritischen Momente zu überstehen. Sie verlor keine Partie und konnte in den Schlussrunden den Titel mit zwei ungefährdeten Unentschieden gegen die topgesetzten Muzychuk und Kosteniuk sichern.

„Endlich haben wir eine Europameisterin“, freute sich Bundestrainer Dorian Rogozenco mit seiner Meisterschülerin, die damit nicht nur die Bronzemedaille von den Weltmeisterschaften im Dezember bestätigte. Zugleich unterstrich Pähtz ihre spürbar gewachsene Abgeklärtheit und Nervenstärke.

Dass Partien mit verkürzter Bedenkzeit ihrem taktisch geprägten Stil entgegenkommen, bewies sie tags darauf noch einmal im Blitzschach. Auch hier lag sie die gesamten 13 Runden über in der unmittelbaren Spitzengruppe und stets in Reichweite des Titels. Den holte schließlich Muzychuk, die in der dritten Runde das direkte Duell gewonnen hatte. Es blieb die einzige Niederlage der Erfurterin, die sich mit der Silbermedaille erneut belohnen konnte.

Pähtz, seit einigen Tagen mit neuer Frisur unterwegs, hatte prompt eine augenzwinkernde Erklärung ihres Erfolgs parat: „Ich trage die Haare jetzt blond. Da kann man unbeschwert aufspielen. Im Notfall hat man ja für alles eine Ausrede.“

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