Schwarz-Weiß Erfurt: Tiebreak toppt alles

Erfurt.  Beim 3:2 gegen das Bundesliga-Spitzenteam aus Aachen feierten die Schwarz-Weiß-Volleyballerinnen aus Erfurt ihren ersten Saisonsieg.

Jubel bei den Erfurter Bundesliga-Volleyballerinnen von Schwarz-Weiß nach ihrem Sieg gegen Aachen.

Jubel bei den Erfurter Bundesliga-Volleyballerinnen von Schwarz-Weiß nach ihrem Sieg gegen Aachen.

Foto: Sebastian Schmidt

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Alles wurde auf den Kopf gestellt. Beim 3:2 (23, -14, 18, -15, 13) gegen das Bundesliga-Spitzenteam aus Aachen feierten die Schwarz-Weiß-Volleyballerinnen aus Erfurt nicht nur ihren ersten Saisonsieg. Sie fügten dem Gast die erste Auswärtsniederlage zu, nachdem der in fremden Gefilden die Schwergewichte Stuttgart, Schwerin und Dresden jeweils 3:2 bezwungen hatte. Sie drehten im Tiebreak gar den Spieß und ein 8:13 in ein 15:13 um.

Alles, was danach jubel- und hüpffähig war, wirbelte durcheinander. Nur eine blieb die Ruhe in Person: Jennifer Pettke, Kapitänin der Erfurter Mannschaft. Sie konterte die Aussage, mit diesem Erfolg habe wohl niemand gerechnet, mit: „Wieso niemand? Ich schon! Ich habe fest daran geglaubt. Wir waren nach den vielen engen Partien zuletzt endlich mal dran zu gewinnen. Ich hatte ein richtig gutes Gefühl, dass wir gegen Aachen was holen.“ Und ganz Kapitänin: „Das war ein Sieg der Mannschaft. Alle haben daran geglaubt und nie gezweifelt. Auch nicht im Tiebreak.“

Der Verlauf des Herzschlag-Tiebreaks war symptomatisch für die Hin-und-her-Partie. Da schienen die Gäste wie zuletzt immer bei einer 13:8-Führung sicher auf der Siegerstraße. Aber sie hatten die Rechnung ohne die Unnachgiebigkeit der Schwarz-Weißen gemacht. Da stand der Block wie eine Eins. Die eingewechselten Sabrina Krause mit Aufschlagnetzroller und Rica Maase mit Angriffshieb punkteten gegen den bis dato „Tiebreak-Weltmeister“. Mit dem Block der zur besten Spielerin der Partie gekürten Cassidy Pickrell und einem finalen Innenblock war der Sieg noch aus dem Hut gezaubert.

Schon beim 2:2 war zu spüren, dass die Schwarz-Weißen sich mit einem Punkt nicht zufriedengeben. Sie ließen sich auch von zwei Fehlentscheidungen der Referees nur kurzzeitig aus dem Konzept bringen. Sie wollten mehr. Und sie besaßen die breiter gefächerten, besseren Karten. Die knallhart treffenden Cassidy Pickrell, Danielle Brisebois oder Sindy Lenz waren von den Gästen dauerhaft genauso wenig zu neutralisieren wie das erste Tempo von Jennifer Pettke und Halli Amaro. Alle profitierten vom variablen Zuspiel Clarisa Sagardias. Ein Musterbeispiel der Stellkunst war Sagardias wie an der Schnur gezogener ansteigender Pass auf Sindy Lenz zum 17:16 im ersten Satz. Libera Michelle Petter kratzte vom Parkett, was es zu kratzen gab. Und eben die Einwechsler Lindsay Flory, Paula Reinisch, Rica Maase, Sabrina Krause und Anna Stauß waren auf den Punkt da, als sie gebraucht wurden. Das war die Qualität, die Aachen diesmal nicht zu bieten hatte. Einzig Angriff-Ass Vanessa Agbortabi überzeugte mit durchschlagendem Erfolg. Zu wenig, um die Erfurterinnen um das Trainerteam Florian Völker/Rebekka Schneider bezwingen zu können. „Wir wollten den Sieg vielleicht ein Stück mehr. Das war brutal wichtig, dass wir dafür belohnt wurden“, so Völker.

Aachens Trainerin Saskia van Hintum war gar nicht so überrascht ob der Niederlage: „Die Leistungsdichte in dieser Liga ist enorm gewachsen. Da kann man schon mal in Erfurt verlieren, wenn wir in der Annahme so viele Fehler machen.“ Ein wichtiger Schritt in Richtung Klassenerhalt. Beim Hinrundenfinale am Samstag in Suhl gilt für die Thüringer Teams: Nicht verlieren!

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