Schwimmerin Charlotte Penz zur aktuellen Situation: „Die ersten Tage waren chaotisch“

Eisenach/Erfurt.  Das Eisenacher Schwimmtalent spricht über ihr „Home-Learning“ und Trockentraining.

Charlotte Penz vom Eisenacher SSV.

Charlotte Penz vom Eisenacher SSV.

Foto: Sascha Fromm

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Es ist eine völlig ungewohnte Situation. Statt in der Schule zu büffeln und im Becken der Erfurter Schwimmhalle Bahnen zu ziehen, ist für Charlotte Penz zu Hause in Eisenach „Home-Learning" und individuelles Trockentraining angesagt. Seit Montag, 16. März, hat das Pierre-de-Coubertin-Gymnasium in Erfurt, das das Schwimmtalent seit 2015 besucht, coronabedingt seine Pforten geschlossen. Wir sprachen mit der für den Eisenacher Schwimm- und Sportverein (ESSV) startenden 14-Jährigen über die Situation.

Wie verliefen die ersten eineinhalb Corona-Wochen daheim?

Es war eine große Umstellung, vor allem das Schul- und Trainingspensum zu erfüllen, ohne einen vorgegebenen Zeitplan zu haben. Die ersten paar Tage verliefen ziemlich chaotisch. Wir bekommen regelmäßig Aufgaben über unsere Lernplattform zugeschickt, welche wir bis zu einem bestimmten Datum den Lehrern und Lehrerinnen über das Internet einreichen müssen. Die Plattform war anfangs überfordert, zudem hatte nicht jeder alle Schulbücher mit nach Hause genommen und es wurden immer mehr Schulaufgaben, die kaum zu schaffen waren. Aber seit ein paar Tagen habe ich mich dran gewöhnt und es läuft alles weniger stressig.

Wie hälst du dich fit? Hat dein Trainer Gerald Stern dir einen Trainingsplan mitgegeben?

Ich versuche, das Beste draus zu machen, natürlich ist es schwer, sich ohne Schwimmhalle auf dem Level vor Corona zu halten, aber wir haben einen Trainingsplan zugeschickt bekommen, der uns Anregungen für einen möglichen Ausgleich gibt.

Fehlt das Wasser, fühlst du dich wie ein Fisch auf dem Trockenen?

Ja, da Wasser fehlt mir schon ganz schön, aber machen kann ich dagegen sowieso nichts, deshalb habe ich mich so langsam damit abgefunden, für eine längere Zeit nicht schwimmen zu können. Dafür mache ich andere Übungen und fahre derzeit viel mit meinem Rennrad.

Hälst du Kontakt zu deinen Trainingskolleginnen?

Ja klar. Wir haben mehrere Gruppen auf WhatsApp, wo wir uns gegenseitig auf dem Laufenden halten. Außerdem telefonieren wir ab und zu miteinander.

Wie sieht nun ein Trainingstag aus?

Mein Trainingstag sieht immer relativ gleich aus. Gestern zum Beispiel stand vor dem Frühstück joggen auf dem Plan und vor dem Abendessen eine Stunde Athletik. Die Dauer der Trainingseinheiten variiert je nach den Anregungen, die uns unser Trainer gegeben hat.

Wie sehr ärgert dich die Pause, du warst ja gerade in ganz guter Form, wie die zwei Goldmedaillen bei der Landesmeisterschaft auf den „Langen Strecken" belegt haben?

Mich persönlich ärgert diese gezwungene Pause sehr, aber im Mittelpunkt steht nun die Gesundheit der Menschen, was ich natürlich akzeptiere. Leider fallen nun die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften aus, wofür ich das ganze Jahr trainiert habe. Aber das ist jetzt nicht zu ändern. Ich kann nur nach vorne schauen.

Hast du ein Vorbild?

Ein Vorbild in dieser Zeit eigentlich nicht. Meine Motivation liegt darin, dass ich weiß, dass die Konkurrenz ebenfalls weiter trainiert. Ich möchte nicht, dass ich einen Leistungsrückstand habe, wenn die nächste Saison los- oder beziehungsweise die Saison weitergeht.

Wie lauten die Ziele für die Zeit nach der Corona-Krise?

Ich möchte meine Leistungen weiter entwickeln und hoffe dass die nächste Saison genauso gut verläuft wie diese bis jetzt und ich sie ohne Zwischenfälle sehr gut beenden kann.

Zur Person

Charlotte Penz gilt als ein Ausnahmetalent ihres Jahrgangs (2006) in Thüringen. Fast 300 Medaillen hat sie in ihrer jungen Laufbahn bereits erschwommen. Ihren bislang größten Erfolg feierte sie 2018, als sie bei der deutschen Kraul-Mehrkampfmeisterschaft in Berlin Gold gewann. Bei den Landesmeisterschaften 2019 schafft es die Teenagerin, deren Lieblingsstrecke 100 Meter Freistil (Bestzeit: 59,49 s) sind, alle zwölf möglichen Titel (je sechs Jahrgangs- und offene Kindertitel) zu gewinnen. Auch außerhalb des Schwimmbeckens ist „Charly", wie sie von Eltern und Freunden genannt wird, erfolgreich. So gewann sie beim „Erfurt-Triathlon" die Altersklasse der Schülerinnen A.

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