Sondershausens Springer zum Neustart: „Am besten schon Dezember“

Sondershausen.  Matthias Springer, Präsident von Eintracht Sondershausen, gehört zu einem Thüringer Gremium, in dem über die Saisonfortführung gesprochen wird.

Matthias Springer, Präsident von Eintracht Sondershausen (rechts) ist für einen schnellsmöglichen Neustart.

Matthias Springer, Präsident von Eintracht Sondershausen (rechts) ist für einen schnellsmöglichen Neustart.

Foto: Sebastian Fernschild

Matthias Springer ist Präsident von Fußball-Thüringenligist Eintracht Sondershausen und hat eine klare Meinung. Der Vorsitzende war Sonntag als einer von drei Ligavertretern Teil des Thüringenliga-Gremiums einer Videokonferenz beim Thüringer Fußball Verband (TFV), um über die Fortführung der pausierten Saison zu beraten. Wir sprachen mit ihm über dieses Thema.

Wie war diese Zusammenkunft?

Es war ein sehr konstruktiver Meinungsaustausch. Verschiedene Ansätze wurden diskutiert. Vor allem das Einbeziehen der Vereine wird gegenüber der letzten Zwangspause sehr begrüßt. Und durch die nun ins Leben gerufenen Videokonferenzen sind Zusammenkünfte und Diskussionen viel schneller machbar. TFV und Vereine ergreifen damit die Chance, die Zusammenarbeit bei diesen schwierigen Fragen deutlich zu verbessern.

Aus welchen Personen setzt sich dieses Gremium zusammen und was war das Ziel?

Es sind Vereinsvertreter aus der Thüringenliga und der Landesklassen, die auf Initiative des TFV zu Serienbeginn benannt werden konnten, um als sogenannte Ligavertreter Ansprechpartner zu sein. Das Ziel von Initiator Sven Wenzel, als Vorsitzender des Spielausschusses, und Staffelleiter Bertram Schreiber war, ein erstes Stimmungsbild zu bekommen, bevor die jeweiligen Ligen Lösungsansätze vorgestellt und weiter diskutiert werden.

Und wie ist dieses Stimmungsbild?

Das ist ziemlich einheitlich und stark davon geprägt, dass die Saison so schnell wie möglich fortgeführt werden sollte, sofern die gesetzlichen Möglichkeiten bestehen. Jeder durchgeführte Spieltag ist ein Gewinn auf dem Weg zu einer wertbaren Saison. Am besten noch im Dezember. Die Vereine sind aufgrund der jetzigen Zwangspause bereit, auch die Winterpause stark einzukürzen.

Was sind die nächsten Schritte?

Am heutigen Mittwoch wird es weitere Videokonferenzen geben. Dann sind alle Vertreter der Thüringenliga und Landesklassen in ihren Staffeln dabei und werden ihre Meinung kundtun. In Abhängigkeit wann der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden kann, gibt es mehrere Szenarien für den weiteren Saisonverlauf. Auf jeden Fall ist bei allen eine hohe Bereitschaft zu spüren, die Saison so schnell wie möglich fortzuführen.

Halten Sie es für realistisch, dass die Saison noch im Dezember weitergeht?

Das hängt von mehreren Faktoren ab. Zum einen von den Infektionszahlen und der aktuellen Entwicklung. Die Bereitschaft der Vereine und Spieler vorausgesetzt, spielt natürlich auch die Bespielbarkeit der Plätze in dieser Jahreszeit eine große Rolle. Da greift dann ein Zahnrad ins andere. In der Verbandsliga ist die Nutzung von Kunstrasenplatzen weitestgehend möglich. Leider ist die Dichte mit Kunstrasenplätzen regional sehr unterschiedlich. Das wäre auch ein Aufruf an der Stelle an die Politik, dass, wenn man von der Erhöhung der Attraktivität des Lebens im ländlichen Raumes spricht, auch über den Bau von Kunstrasenplätzen als „weiche“ Standortfaktoren nachdenkt.

Wird die Saison zu Ende gespielt?

Ich hoffe es und es ist auch mein Bestreben. Aber erstmal soll die Hinrunde zu Ende gespielt werden. Wenn wir dafür ein relativ sicheres Enddatum haben, sollte im Dialog mit den Vereinen das Fortsetzungsszenario beschlossen werden. Inwieweit es realistisch ist, dass die Saison komplett gespielt werden kann, können wir vielleicht schon Ende Dezember vorausahnen.

Wenn es weitergehen sollte, mit welchem Spieltag?

Da waren wir uns im Gremium einig. In der Thüringenliga soll es mit den Ansetzungen des 10. Spieltages weitergehen, am besten am 5. Dezember. Ich bin dafür jeden Spieltag zu spielen und die Pausen so klein wie möglich zu halten.

Ist das rein sportlich möglich nach der Zwangspause?

Ich meine ja. Eine vierwöchige Pause ist ja kein Stillstand. Die Jungs sind beauftragt, selbstständig an ihrer Fitness zu arbeiten. Das muss man verlangen können. Ich hoffe, dass die Personenwaage bei den Spielern nicht lügt und das Fußballspielen hat in dieser Zeit wohl auch keiner verlernt.

Wird es umsetzbar sein, dass alle unter Auflagen spielen?

Ich denke ja. Man hat es bis zur verordneten Zwangspause doch gesehen. Die Vereine werden alles dafür tun, dass ihre Mannschaften spielen können. Schwierig könnte es dann nur aufgrund der Platzverhältnisse im Winter werden. Aber da sind alle Beteiligten zur Lösungsfindung aufgefordert. Wir wollen die Saison spielen. Dann muss man auch zu einer gewissen Flexibilität bereit sein und vielleicht im Einzelfall auch zu ungewöhnlichen Zeiten an anderen Orten spielen. Grundsätzlich sollten alle Spiele erst einmal angesetzt werden, dann kann man hintenraus eventuell noch ein paar Nachholspieltage einbauen.

Mit der neuen Regelung dürfen die Nachwuchssportler wieder trainieren. Auch bei der Eintracht?

Wenn die Politik und das Gesundheitsamt uns grünes Licht geben, dann sollten wir das annehmen. Ich bin ein Befürworter und kann diese Entscheidung nur begrüßen. Unter Berücksichtigung der Hygienekonzepte freut es mich für unsere Nachwuchsfußballer, dass wir ihnen wieder die Möglichkeit bieten können, da ja schon im Schulsportunterricht kaum was geht.