Weimar. Bei unserem Blick ins Fotoalbum erklären wir, wie und von wem der Platz in Weimars Süden zuerst genutzt wurde.

Nachdem Ende der 1940er Jahre der Sportplatz an der Falkenburg wieder eingeweiht werden konnte, gab es 1955 eine Platzweihe und Namensgebung als „Sportplatz Einheit“. Als Hauptnutzer wurden die Betriebssportgemeinschaft (BSG) Einheit, die BSG Motor Süd und die Hochschulsportgemeinschaft (HSG) in der Zeitung aufgeführt.

Wie Wolfram Keller vom VfB Oberweimar bei Zeitungsrecherchen herausfand, waren die Einweihungsveranstaltungen über eine ganze Woche, vom 11. bis 18. September 1955, verteilt. Es begann mit Sportfesten der Gewerkschaft Unterricht und Erziehung, zu der unter anderem das Institut für Lehrerbildung, die Pädagogische Fachschule, die Fachschule für Kindergärtnerinnen, die Kaufmännische und die Gewerbliche Berufsschule gehörten. Am Wochenende gab es dann ein Fußballspiel der BSG Einheit Weimar gegen den Turn- und Sportverein (TSV) Hanau-Wachenbuchen, Leichtathletikwettkämpfe der HSG Weimar, Handballspiele der Frauen der BSG Einheit und der Männer der HSG sowie Vorführungen von Weimars Schwerathleten und Turnern.

Die Einweihung des Platzes hing wohl vor allem damit zusammen, dass die BSG Einheit, die im Wesentlichen von städtischen Betrieben und Einrichtungen finanziert wurde, jetzt offiziell der Hauptnutzer des Sportplatzes geworden war.

„Am Sonntag fand bei strahlendem Sonnenschein die Weihe und Namensgebung des im Rahmen des Nationalen Aufbauwerkes (NAW) und mit Toto-Mitteln neu errichteten Falkenburg-Sportplatz statt. Weimars Sportler haben hier in freiwilligen Aufbaustunden eine schöne Sportstätte geschaffen. Sie schufen dabei Werte in Höhe von 42.000 DM und werden mit Unterstützung unseres Staatsapparates und weiteren Aufbaustunden ihren Sportplatz zu einem Schmuckstück Weimars gestalten. Gerade bei der Weimarer Sportplatznot kommt dieser Einweihung eine besondere Bedeutung zu, ermöglicht doch diese neue Anlage besonders den Weimarer Leichtathleten ein intensives Training, das wesentlich zu ihrer Leistungssteigerung beitragen wird. Talente sind genügend vorhanden…“, konnte man in Weimars Tageszeitungen lesen.

Der wohl wichtigste „Zugewinn“ für die Anlage war eine relativ große Baracke, die die Infrastruktur für die Sportlerinnen und Sportler wesentlich verbesserten. Bis dahin hatte nur das kleine Klubhaus des Ballspielclubs (BC) Vimaria und ein Geräte- und Umkleideschuppen aus den 1920er Jahren existiert. Sowohl die Sanitäranlagen als auch die Umkleidemöglichkeiten für die vielen Fußball- und Handball-Mannschaften sowie die Leichtathleten von drei Sportgemeinschaften waren völlig unzureichend.

Hier gab es in dem neuen Barackenbau jetzt genügend Platz. Auch ein relativ großer Sportraum, wo Übungsgruppen bis zu 20 Personen bei schlechtem Wetter trainieren konnten, war in der Baracke integriert, die bis in die 1990er Jahre ihren Dienst tat.