Standortbestimmung endet für VC Gotha ernüchternd

Gotha.  Beim Härtetest kassiert der Volleyball-Zweitbundesligist gegen starken SV Schwaig eine 1:3-Heimniederlage.

Gothas Block (links Robert Werner, rechts Patrick Kummer) funktionierte ganz gut, doch  Annahme und Angriff unterliefen im Geisterspiel zu viele Fehler.

Gothas Block (links Robert Werner, rechts Patrick Kummer) funktionierte ganz gut, doch Annahme und Angriff unterliefen im Geisterspiel zu viele Fehler.

Foto: Niklas Kubitz

Die Blue Volleys Gotha mussten sich im Heimspiel der 2. Bundesliga dem SV Schwaig deutlich mit 1:3 (-18; -20; 31; -16) geschlagen geben. Dass es für die Gothaer kein leichtes Spiel gegen den Tabellenvierten aus Mittelfranken werden würde, war klar. Dass es aber am Ende eine über weite Strecken recht deutliche Angelegenheit für die Gäste wurde, kam dann doch überraschend.

Die Blue Volleys mussten auf den zuletzt starken Hauptangreifer Yann Böhme verzichten, der eine leichte Bänderverletzung am Knie auskuriert. Für ihn begann Erik Niederlücke auf der Diagonalposition. Außer ihm standen auf Außen/Annahme Kapitän Christoph Aßmann und Robert Werner, Felix Lesche und Clayton Couchman in der Mitte und Zuspieler Hans Maisch in der Startformation. Auf dem Liberoposten wechselte Trainer Jonas Kronseder erneut zwischen Stückrad in der Aufschlagannahme und Spankowski in der Angriffsverteidigung.

Auftakt verschlafen

Den Auftakt der Begegnung verschliefen die Blue Volleys komplett und sahen sich schnell 0:4 zurück. Schon in dieser Anfangsphase deutete sich an, dass die Schwaiger einen guten Tag erwischt hatten. Souverän in der Annahme und variabel im Spielaufbau bauten die Gäste ihre Führung schrittweise weiter aus. Die Blue Volleys fanden anfangs kaum Mittel sich im Angriff gegen die sehr gut formierte Feldverteidigung der Franken entscheidend durchzusetzen. Lediglich über die schnelle Mitte gelangen vereinzelt gute Aktionen. Mit 25:18 holte sich der SV diesen ersten Satz.

Auch im zweiten Abschnitt änderte sich nicht viel am Spielverlauf. Wieder gingen die Gäste schnell in Führung, brachten ihr Spiel regelmäßig durch. Erst als Elias Landsmann mit guten Aufschlägen die Gästeannahme etwas mehr forderte, konnten die Gothaer aufholen. Inzwischen hatte Kronseder weiter gewechselt, für Maisch im Zuspiel Anselm Rein gebracht und auf der Diagonale hatte Werner den Job für den bis dahin etwas unglücklich agierenden Niederlücke übernommen. Trotzdem blieb es dabei, dass die Schwaiger auch bei längeren Ballwechseln meist das bessere Ende für sich hatten. Beim Stand von 10:13 kam dann auch noch Patrick Kummer für Couchman im Mittelblock und führte sich gleich mit zwei erfolgreichen Blockaktionen ein. Beim Stand von 13:13 hatten die Hausherren erstmals im Spiel den Ausgleich hergestellt. Aber dieses kleine Zwischenhoch hielt nur kurz an. Schwaig nutzte jede Schwäche der Gothaer konsequent aus und holte sich den zweiten Satz mit 25:20.

Hoffnung nach drittem Satz

Der folgende dritte Satz ließ im Gothaer Lager neue Hoffnung aufkeimen. Die Blue Volleys waren von Beginn an besser im Spiel und wirkten nun wesentlich präsenter. Beim Stand von 7:6 gab es folgerichtig die erste eigene Führung. Mit guter Blockarbeit hatte man jetzt den Gästeangriff, um den starken Diagonalangreifer Dzierwa, besser im Griff und war auch bei den eigenen Angriffen durchschlagskräftiger. Hinzu kam, dass der Aufschlag viel druckvoller wurde. Weil aber auch die Gäste kaum nachließen, entwickelte sich das zuvor erwartete spannende und ausgeglichene Spiel. Höhepunkt war die Crunchtime. Die Mittelfranken hatten beim 24:23 den ersten Matchball. Den wehrten die Gothaer ab und hatten nach einem Ass von Werner ihrerseits Satzball. In der Folge wechselten die Satz-beziehungsweise Matchbälle, ehe die Gastgeber nach einem Blockerfolg den 33:31-Satzgewinn bejubeln konnten.

Die Hoffnung, dem Spiel nun eine Wende geben zu können, verflog. Im Zuspiel fehlte es Rein noch an der Feinabstimmung mit dem nicht etatmäßigen Diagonalangreifer Werner, so dass er häufig versuchte das Spiel über die Außen zu machen. Darauf hatten sich Schwaigs Block und die gute Feldabwehr jedoch bestens eingestellt. Routiniert zogen die Gäste die Zügel nochmal an und brachten auch den Entscheidungssatz mit 25:16 sicher nach Hause. Als MVP (wertvollste Spieler) wurden Gothas junger Libero Spankowski und beim SV Schwaig deren Diagonaler Michael Dzierwa bestimmt.

Trainer Kronseder fasste das Spiel mit wenigen Worten zusammen: „Bei Schwaig lief heute fast alles, bei uns zu wenig. So geht der Sieg der Gäste völlig in Ordnung.“

Gotha: Aßmann, Werner, Landsmann, Kummer, Lesche, Couchman, Niederlücke, Rein, Maisch, Kronseder, Stückrad, Spankowski.