Fußball-Thüringenliga

SV 09 Arnstadt: Drei schlimme Deckungspannen und 1:4 gegen Wismut Gera

Arnstadt.  Schwarzer Tag für den SV 09 Arnstadt. Statt auf Rang drei in der Thüringenliga zu klettern, gab es eine 1:4-Klatsche daheim gegen Gera

Raul Victor Amaro (r.) entkommt dem Geraer Maximilian Dörlitz. Die Arnstädter waren überlegen, wurden dann aber böse ausgenommen.

Raul Victor Amaro (r.) entkommt dem Geraer Maximilian Dörlitz. Die Arnstädter waren überlegen, wurden dann aber böse ausgenommen.

Foto: René Röder

Das Aufeinandertreffen zwischen dem Oberliga-Absteiger Wismut Gera und dem SV 09 Arnstadt sollte eigentlich ein richtiges Fußballfest werden. Mit hohem Sicherheitsaufwand und vor fast 300 Zuschauern war alles angerichtet. Während des Spiels und auch danach im Stadion blieben die Wismut-Fans dauersingend ruhig.

Nach Spielschluss auf dem Weg zum Bahnhof pöbelten allerdings einige Fußballfans Teilnehmer einer Gedenkveranstaltung auf dem jüdischen Friedhof an. Die Polizei nahm Personalien auf. Ob die Pöbler aus Gera oder Arnstadt kamen wurde noch nicht mitgeteilt, da Ermittlungen und Befragungen laufen.

Abergläubisch durfte keiner sein. Denn durch die abgesperrten Blocks wurden die Auswechselbänke getauscht. Die Geraer saßen auf der mit dem Schild „Heim“, die Arnstädter in der Gästebox. Und so mussten sie sich nach der 1:4-Heimniederlage auch gefühlt haben.

„Daran lag es nicht. Mir ist unerklärlich, wie wir ein Spiel, das wir deutlich bestimmt haben, am Ende 1:4 verlieren konnten. Insgesamt fehlte mir nach der Pause trotz des Rückstandes einfach der Biss und Wille. Und über die Abwehrarbeit wird auch zu reden sein“, so ein maßlos enttäuschter Arnstädter Trainer Thomas Giehl.

Dabei hatten die Arnstädter, die nach dem Warmmachen noch auf Scheuring (Muskelverhärtung) verzichten mussten, beste Chancen. Besonders vor der Pause. Doch weder Machts (3.) noch Amaro (6.) trafen. Völlig überraschend zog Gera in Front, nachdem Schuchardt den Run zum Ball gegen Schubert verlor, der den 09-Keeper überlief und ins leere Tor einschob (19.). Arnstadt blieb drückend, traf durch Amaro den Pfosten (28.), schließlich schob Reinemann nach einer Ecke trocken zum 1:1 ein (29.) und sowohl Bürgers Flachschuss (31.), als auch Reinemanns Knaller (45.) hätten die Führung bringen können (31.). Nach der Pause kippte das Spiel schlagartig: Ein Missverständnis zwischen Koch und Keeper Schuchert an der Strafraumgrenze nutzte erneut Schubert, frei durchstartend eiskalt zum 1:2 (56.). Die Gastgeber geschockt „schwammen“. Puhan erhöhte nach einer Ecke und einer Reihe kofuser Abwehrversuche auf 1:3 (72.), ehe Söllner ebenso mühelos nach Präger-Flankenlauf zum 1:4 einschob. In den letzten zehn Minuten passierte dann nicht mehr viel.

Arnstadt: Schuchardt – Dahms, Struß, N. Koch (73. Hofmann), Skaba, M. Hummel (82. F. Bertram), Ruschke (80. Normann), Machts, Bürger, Amaro, Reinemann. Gera: Schäfer – Präger, Keller, Dörlitz, Börner, Rauh (78. Cherouny), Söllner, Roy, Schubert Puhan, (87. Weiß), Stein (84. Poser).
Tore: 0:1 Schubert (19.), 1:1 Reinemann (29.), 1:2 Schubert (56.), 1:3 Puhan (72.), 1:4 Söllner (80.). SR: Stollberg (Mühlhausen). Z.: 250 – Kunstrasen Obertunk.