Teure Minuten für den FC Einheit

Rudolstadt/Berlin.  Der FC Einheit Rudolstadt soll wegen einer dreiminütigen Verspätung des Anpfiffes beim jüngsten Punktspiel gegen den FC Eilenburg bestraft werden

Der Rudolstädter Torschütze Georg Kaiser (rechts) im Duell mit dem Eilenburger Emilio Monteiro Luis. Für beide Vereine hat das 1:1 nun ein sportgerichtliches Nachspiel.

Der Rudolstädter Torschütze Georg Kaiser (rechts) im Duell mit dem Eilenburger Emilio Monteiro Luis. Für beide Vereine hat das 1:1 nun ein sportgerichtliches Nachspiel.

Foto: Peter Scholz

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„Unglaublich! Unfassbar! Peinlich!“ Einheit-Mitglied Marko Frost fehlen irgendwie die Worte in Richtung Nordostdeutschen Fußball-Verbandes (NOFV), als er vom Einleiten eines Sportgerichtsverfahrens gegen den FC Einheit las. Dem Rudolstädter Fußball-Oberligist wird vorgeworfen, dazu beigetragen zu haben, dass das jüngste Oberligaspiel gegen den FC Eilenburg (1:1) drei Minuten zu spät angepfiffen wurde. Man ermittle nun „wegen des Verdachts einer schuldhaften Herbeiführung eines verspäteten Spielbeginns“, wie es offiziell heißt.

Auslöser der angedrohten Strafe war ein Vermerk des Schiedsrichters im Spielberichtsbogen: „Das Spiel begann drei Minuten später, da beide Mannschaften noch nicht spielbereit waren.“ Und so lag parallel zu den Schreiben an die Saalestädter auch bei den Gästen aus Eilenburg ein ähnliches Schreiben im Briefkasten. Beide Seiten hatten in dieser Woche Gelegenheit, sich zu den Vorwürfen zu äußern.

Die Rudolstädter taten dies auch am vergangenen Mittwoch schriftlich, widersprachen dem schuldhaften Herbeiführen des verspäteten Spielbeginns. „Aus unserer Sicht hat der Assistent beziehungsweise der Schiedsrichter vier Minuten vor Spielbeginn das erste Mal gepfiffen, drei Minuten vor Anpfiff ein zweites Mal. Alle Spieler des FC Einheit Rudolstadt haben unmittelbar darauf reagiert und standen zwei Minuten vor Spielbeginn am Spielfeldrand bereit“, so die Einheit-Offiziellen in ihrer Stellungnahme, in der sie sich keiner Schuld bewusst sind und die Einstellung des Verfahrens fordern. Zudem wird in dem Schreiben betont, dass es - wie sonst üblich - „an diesem Spieltag keine Kontaktaufnahme des Schiedsrichters vor dem Spiel und somit auch keine Information (gab), wann die Mannschaften bereit stehen sollen“.

Mit verspäteten Spielbeginnen haben die Rudolstädter derweil so ihre negativen Erfahrungen: Im vergangenen Winter, bei einem Spiel auf dem vom Hauptplatz weiter entfernten Kunstrasen, drohte den Rudolstädtern ebenfalls ein Verfahren: Damals fing ein Punktspiel auch Minuten später an, weil Spieler nach dem Aufwärmen noch einmal auf Toilette mussten. Das Verfahren wurde damals eingestellt, Geld kostete es dem Verein dennoch. Denn selbst bei Einstellung des Verfahrens werden 70 Euro fällig.

Egal, wie die aktuelle Geschichte nun ausgeht und der Oberligist um eine Strafe im unteren dreistelligen Bereich herumkommt: Über das Schreiben vom NOFV schüttelt man in der Saalestadt nur den Kopf. Der Sportliche Leiter des FC Einheit, René Just, wollte sich gestern eines ausführlichen Kommentars enthalten. Er hat für die Vorwürfe nur ein Wort parat: „Lächerlich.“

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