Thomas Münster vom LTV Obereichsfeld hat WM-Start weiter fest vor Augen

Christian Roeben
| Lesedauer: 4 Minuten
Thomas Münster vom LTV Obereichsfeld hat das Ziel Altersklassen-WM fest im Blick.

Thomas Münster vom LTV Obereichsfeld hat das Ziel Altersklassen-WM fest im Blick.

Foto: Gabriele Hartung

Eichsfeld.  Thomas Münster vom LTV Obereichsfeld hat große Ziele. Bei der Altersklassen-WM in Göteborg (Schweden) will der 43-jährige Sollstedter für Furore sorgen.

Sein sportliches Ziel für das kommende Jahr hatte Thomas Münster bereits fest vor Augen. Vom 16. bis 28. August 2022 wollte der 43-jährige Sollstedter, der sich kürzlich dem LTV Obereichsfeld angeschlossen hat, im schwedischen Göteborg bei der Altersklassen-WM sowohl über fünf als auch über zehn Kilometer gegen die Weltelite antreten. Doch aufgrund der Corona-Pandemie ist die Großveranstaltung auf 2023 verschoben worden. „Dass es so gelaufen ist, ist schon ein bisschen ärgerlich“, sagt der Ausdauerathlet.

Die Chance, erstmals bei einer Altersklassen-WM um gute Zeiten und Platzierungen zu kämpfen, hätte Münster, der als SAP-Administrator arbeitet, auch in diesem Jahr. Im Juli findet diese in Toronto (Kanada) statt. Dort hätte das globale Bestentreffen bereits im vergangenen Jahr über die Bühne gehen sollen, fiel jedoch wegen Corona aus. Doch an einen Start in Kanada denkt Münster nicht. „Das wäre finanziell gar nicht möglich. Alleine der Flug kostet schon mehr als 1000 Euro“, erklärt er. Und monetäre Unterstützung erhält der Läufer nicht. Nur auf die Wettkampfbekleidung gibt es 20 Prozent: „Und da kommt man auf 70 Euro.“

Nicht mit dem Schicksal hadern

Doch der 1,92 Meter-Mann will nicht mit dem Schicksal hadern. Dass er seinen ersten Start bei einer WM jetzt um ein Jahr verschieben muss, hätte auch etwas Gutes, betont er: „So habe ich noch etwas mehr Zeit, um meine Zeiten zu verbessern.“ Und vielleicht noch den einen oder anderen Sponsor zu finden. „Das wäre für mich sehr hilfreich“, unterstreicht er.

Schließlich will Münster auch in diesem Elitefeld im wahrsten Sinne des Wortes nicht nur ein Mitläufer sein, sondern richtig angreifen. Über die Konkurrenten und deren Zeiten hat er sich bereits schlau gemacht. „Über fünf Kilometer sollte Platz fünf oder sechs möglich sein, über zehn wäre ein achter oder neunter Rang schon das Optimum.“

Seine persönliche Bestzeit über fünf Kilometer hat Münster erst kürzlich verbessert. Beim (virtuellen) Dingelstädter Frühlingslauf der Lauffreunde Eichsfeld absolvierte er diese Distanz in 17:16 Minuten und damit schneller als jeder Kontrahent, obwohl die Wetterbedingungen alles andere als ideal waren. Die eigene Bestmarke über zehn Kilometer soll spätestens im Sommer fallen, angepeilt sind hier 35:50 Minuten.

Leistungsdichte in seinem neuen Klub ist sehr hilfreich

Geht es nach Matthias Wieg, Trainer bei Münsters neuem Verein LTV Obereichsfeld, dann ist Münsters Leistungslimit noch lange nicht erreicht. „Er bringt eine Superathletik mit, ist drahtig und hat lange Beine“, erklärt Wieg. Zugute kommt dem Ausdauerathleten, der 74,5 Kilogramm auf 1,92 Meter verteilt, außerdem die Leistungsdichte in seinem neuen Klub. „Die schnellen Läufer wie Noah Löser pushen einen richtig, so dass man an seine Grenze geht. Der Leistungssprung, den ich gemacht habe, ist Wahnsinn“, freut sich Münster, der sich im Vorfeld über einige Vereine in der näheren Umgebung schlau machte. Die Wahl fiel letztlich auf den LTV. „Der hat einen guten Ruf. Und bisher passt alles gut zusammen“, begründet er.

Um sich kontinuierlich in bester Form zu präsentieren, legt der Sollstedter eine eiserne Disziplin an den Tag. Das betrifft nicht nur sein Training – neben fünf bis sechs Läufen in der Woche kommen auch noch Kraft- und Stabilisationsübungen hinzu, sondern auch seine Ernährung. Auf Zucker und allzugroße Mengen Fleisch verzichtet Münster, legt zudem viel Wert auf Regeneration. „Ich bin ein Mensch, der immer 100 Prozent gibt“, sagt der Sportler.

Mentale Stärke ist entscheidend

Ein wichtiger Faktor, um sich gerade bei einer WM durchzusetzen, sei zudem die Psyche. „Man muss mental extrem stark sein“, betont der 43-Jährige. Doch Münster sei dafür bereit, glaubt Coach Wieg: „Ich bin beeindruckt von seiner Motivation und seinem Kopf.“

Mit seinem 14-jährigen Sohn und seiner Freundin dreht der angehende WM-Starter, der früher mit seinem Volleyball-Mixed-Team mehrmals Thüringer Meister wurde und auch schon im Triathlon erfolgreich war, ab und an mal die eine oder andere Runde. Auch das soll dabei helfen, bei Wettkämpfen - die hoffentlich bald wieder möglich sein werden - vorne mit dabei zu sein. Vielleicht klappt das ja auch bei der WM - Freundin und Sohn würden dann bestimmt noch fester die Daumen drücken als sonst.