Thüringen-Ultra rüstet sich für Läufer-Rekord

Fröttstädt "Ich gestehe, ein wenig flau im Magen ist mir bei diesen Zahlen schon - aber ich hoffe, mit unserer Routine bekommen wir das hin", sagt Gunter Rothe mit Blick auf die Meldeliste für den Thüringen-Ultra am 6. Juli mit Start und Ziel in Fröttstädt.

Gunter Rothe beim "Abrollen" der Strecke im Fröttstädter Start- und Zielbereich. Foto: Dirk Bernkopf

Gunter Rothe beim "Abrollen" der Strecke im Fröttstädter Start- und Zielbereich. Foto: Dirk Bernkopf

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Denn die siebente Auflage des "Ultra" läuft auf einen Teilnahme-Rekord hinaus: Bislang haben bereits 240 Ultra-Läufer aus neun Ländern (Deutschland, USA, Norwegen, Österreich, Großbritannien, Niederlande, Luxemburg, Frankreich und Polen) gemeldet. Hinzu kommen 17 Zweier-Staffeln über 2 x 50 km sowie 22 Vierer-Staffeln über 4 x 25 km.

Da ist vorher viel zu tun: Strecke markieren, Start- und Zielbereich herrichten, die Logistik für die Verpflegungspunkte. "Es sind fast genauso viele Helfer auf den Beinen wie Läufer", so Org.-Chef Rothe. Ob er wie in den meisten Jahren zuvor selbst startet, macht er auch vom Gefühl abhängig, ob alles "läuft". "Ich entscheide spontan, ob ich auf die Strecke gehe." Also spontan 100 Kilometer laufe. . .

Auf einem Rundkurs, der es in sich hat: 2150 Höhenmeter sind zu bezwingen. Die Strecke überquert zwei Mal den Rennsteig und verläuft auf landschaftlich reizvollen Feld-, Wald- und Wiesenwegen. 16 Verpflegungspunkte, organisiert von rührigen Helfern, sorgen für den Energie-Nachschub.

Die Jungs und Mädels vom Verein "Lauffeuer" wirbeln mit, dazu die Feuerwehr und zwölf Vereine entlang der Strecke, die mit Floh-Seligenthal ihren südlichsten Punkt hat.

Österreicher Buchgeher in der Favoritenrolle

Wenn sich Rothe für einen Start entscheidet, nimmt er das Handy mit, um bei Problemen erreichbar zu sein. Mit 11:12 Stunden lief der 49-Jährige im Vorjahr persönliche Bestzeit auf seiner Hausstrecke. "Aber ich halte ja an den Verpflegungspunkten auch mal an. Frage, ob alles glatt geht.

Auch wenn der preisgekrönte Restaurator aus Schloß Frieden-stein in Gotha aus Zeitgründen nur zweimal in der Woche trainiert - gerüstet ist er: Er überstand den langen Kanten beim Rennsteiglauf (73 km) und vor Kurzem als Zweier-Team mit Ronald Noak aus Hörselgau die Rhön-Weser-Challenge über 192 km.

In die Favoritenrolle rückt Rothe freilich andere: zum Beispiel Reinhard Buchgeher. Der Österreicher kann 7:40:17 h auf flachem Kurs in Wien aufwarten. Er könnte im profilierten Thüringer Gelände den Ultra-Rekord des Briten Matthew Lynas (8:09: 36 h) knacken.

Auch die Lokalmatadoren dürften vorn mitmischen: Der Brotteröder Vorjahressieger Marcus Baldauf gewann auch den Röntgen-Lauf im Bergischen Land über 64 km. Und Peter Flock wird immer besser: Der 41-Jährige aus Gebesee - im Vorjahr beim Spartathlon über 246 km (!) im heißen Griechenland 15. - triumphierte vor Kurzem beim Extremlauf Wiesbaden - Bonn über 320 km (!!).

Bei den Frauen ruhen die Hoffnungen auf Heike Bergmann. Die Zeulenrodaerin empfiehlt sich mit dem dritten Platz mit dem DLV-Team bei der 24-Stunden-EM.

Auch wer (noch) nicht mit solchen Erfolgen glänzt, kann noch bis zum Starttag nachmelden - Organisationsstress hin und her. Ul-tra-Einsteigern empfiehlt Rothe allerdings einen Staffelstart.

Weitere Informationen zum Thüringen-Ultra

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