Thüringer HC gewinnt zweites Gruppenspiel im EHF-Cup

Nordhausen.  Der Handball-Pokalsieger bezwingt den türkischen Meister türkischen Meister Kastamonu 27:24

THC-Rückraumspielerin Beate Scheffknecht (rechts) legt alle Kraft in den Wurf. Die Österreicherin steuerte fünf Tore zum 27:24 (16:12) gegen den türkischen Meister Kastamonu ein. Hinten schaut Iveta Koresova zu.

THC-Rückraumspielerin Beate Scheffknecht (rechts) legt alle Kraft in den Wurf. Die Österreicherin steuerte fünf Tore zum 27:24 (16:12) gegen den türkischen Meister Kastamonu ein. Hinten schaut Iveta Koresova zu.

Foto: Christoph Keil

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Sie fieberte mit, jubelte mit, litt später mit und streckte am Ende die Hände in die Höhe wie einst im Kasten. Um da zu sein, wenn die Not groß ist, sprang Jana Krause am Sonntag noch einmal in die Bresche. Weil sich Marie Davidsen einen Handbruch zugezogen hat, saß die 32-Jährige auf der THC-Bank. Dass sie beim am Ende erzitterten Sieg gegen Kastamonu nicht zum Einsatz kam, war ihr ganz recht. Im Moment jedenfalls.

„Seit Monaten habe ich kein Spiel gemacht – und nur einmal mit der Mannschaft trainiert“, sagte die angehende Polizeikommissarin. Sie sah, wie sich ihre Mannschaft vor allem nach der Pause schwertat, dann aber doch die Hausaufgaben machte, wie es Herbert Müller ausdrückte. Vor 1500 Zuschauern gewannen die Thüringerinnen in der Nordhäuser Wiedigsburghalle nach dem Sieg in Most auch das zweite Gruppenspiel im EHF-Cup. Mit einem 27:24 (16:12) schlugen sie den mit großen Ambitionen in den Wettbewerb gegangenen türkischen Meister Kastamonu und behaupteten die Tabellenspitze in der Gruppe A – knapp vor Debrecen. Die Ungarinnen hatten zuvor ein 36:29 (14:14) gegen Most gelandet, sodass es am Sonnabend in Debrecen zum Spitzenspiel kommt. Zuvor müssen die Thüringerinnen am Mittwoch noch um Bundesliga-Punkte gegen Göppingen spielen (19.30 Uhr).

Für Trainer Müller zählen nur die Punkte

Auch wenn es gegen die Türkinnen zu einer Zitterpartie wurde, zählten für THC-Trainer Müller nur die Punkte. „Wir wissen, woran wir arbeiten müssen. Aber wir sind auf einem guten Weg. Wir wollen aus dieser Gruppe raus“, meinte er und mahnte an, dass es dafür Konstanz und Biss über 60 Minuten bedarf.

Noch in den ersten 30 Minuten konnte er sich wie auch Jana Krause beruhigt daran erfreuen, wie der THC nach kurzen Anfangsproblemen zunehmend Fahrt aufnahm und sich zeitig ein Tore-Polster erarbeitete. Nicht zuletzt dank Torhüterin Ann-Cathrin Giegerich, die ein halbes Dutzend Bälle vor dem Wechsel hielt (darunter einen Siebenmeter), setzten sich die Gastgeberinnen über ein 7:3 (15.) auf 10:4 (17.) und schließlich auf 15:9 ab (27.). Die Türkinnen, deren Angriffskraft anfangs allein auf Asli Iskit (insgesamt acht Tore) ruhte, profitierten später von einigen Nachlässigkeiten des THC und verkürzten den Rückstand zur Pause (16:12).

Zu viele Fehlwürfe und Ballverluste

„Eigentlich müssen wir mit einem Sieben-Tore-Plus in die Halbzeit gehen. Stattdessen haben wir es unnötig spannend gemacht“, sagte Müller. Vor allem die Schwächephase Mitte der zweiten Hälfte stieß ihm auf. Dabei war der Pokalsieger auch nach dem Wechsel zunächst das dominante Team, lag 19 Minuten vor Schluss mit sieben Toren vorn (22:15). Allerdings leistete er sich zunehmend Fehlwürfe und Ballverluste. Der türkische Titelträger von 2017 und 2019, der dem schnelleren Spiel des THC sonst nicht genug entgegensetzen konnte, kam so Tor um Tor heran. Beim 22:20 durch Yeliz Özel (47.) schien die Partie auf der Kippe. Der THC wackelte. Beate Schneffknecht mit ihrem vierten verwandelten Siebenmeter und Alexandra Mazzucco per Tempogegenstoß stellten aber den Vier-Tore-Abstand (24:20/50.) wieder her.

Die Auf und Abs im Angriff wechselten sich weiter ab. Immerhin arbeiteten die Einheimischen im Abwehrverbund konzentriert, bis Emily Bölk per Rückraumgeschoss zum 26:23 und Jovana Sazdovska von außen zum 27:23 ihr Team zwei Minuten vor der Sirene erlösten.

„Ich habe das Gefühl, dass wir jedes Spiel so eine Schwächephase haben“, merkte THC-Kapitänin Iveta Koresova nachdenklich an. Doch jetzt sei sie vor allem erleichtert. Da ging es Jana Krause nicht anders.

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