Thüringer Karatevereine vor Existenznot

Nordhausen.  Hauptamtliche Trainer in Nordhausen und Erfurt befürchten aufgrund der Corona-Krise eine Abmelde-Welle.

Vor dem Aus? Noch ist unklar, ob das Karate-Do-Kwai Nordhausen mit seinen rund 350 Mitgliedern die Corona-Krise überstehen wird.

Vor dem Aus? Noch ist unklar, ob das Karate-Do-Kwai Nordhausen mit seinen rund 350 Mitgliedern die Corona-Krise überstehen wird.

Foto: Pelny

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Bei Lehrgängen und Wettkämpfen laufen sich Frank Pelny und Swen Sattler regelmäßig über den Weg. Pelny ist Vereinsvorsitzender des Karate-Do-Kwai Nordhausen, Sattler Trainer beim Karate Dojo Chikara-Club Erfurt, dem mit rund 500 Mitgliedern größten deutschen Karateverein.

Noch etwas eint die beiden nun, wie viele ihrer Kollegen, die mit dem Sport auf hauptamtliche Art und Weise verbunden sind: die Angst um die Existenz. Sattler, der im Haupt-Vereinsheim der Erfurter ein Fitnessstudio betreibt, das nun schließen muss, befürchtet „eine riesige Welle von Abmeldungen unserer Hobbysportler“. Auch bei den Wettkampfsportlern ist er skeptisch, wie sich die durch die Corona-Krise erzwungene wochenlange Trainingspause auf ihre Vereinsmitgliedschaft auswirkt.

Bei Frank Pelny in Nordhausen richtet sich der bange Blick auf Mitte Mai. Dann steht die Zahlung des Halbjahresbeitrags der rund 250 Mitglieder seines Karate-Do-Kwai an. „Drei Mitglieder sind schon ausgetreten", sagt Pelny. Er befürchtet, dass mit jeder Woche, in der sein umfangreiches Trainings- und Kursangebot mit Aerobic, Qigong, Ninja Kids, Selbstverteidigung und anderen nicht genutzt werden kann, weitere Mitglieder diesem Beispiel folgen -- mutmaßlich bis zu 20 Prozent.

Und er zeigt Verständnis dafür: „Sie zahlen ja für eine Leistung, die ich nicht erbringen kann. Dennoch werbe ich bei ihnen um Verständnis und die Bereitschaft, zumindest einen Teil zu zahlen, damit ich meine laufenden Kosten irgendwie decken kann“, sagt Pelny, der neben einer ABM-Kraft der einzige Hauptamtliche beim Do-Kwai ist. Trotzdem ist er hoffnungsvoll: „Falls die Krise in sechs bis acht Wochen einigermaßen durchgestanden ist, sollte es mit meinem Verein weitergehen, denn wir haben gut gewirtschaftet.“

Seit 27 Jahren existiert der von ihm gegründete Verein. Frank Pelny hofft, dass er auch noch das 30-jährige Jubiläum feiern kann.

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