Thüringer Kegler brechen Saison ab

Rudolstadt/Ilmenau.  Mit dem geplanten Saisonabschluss im Juni wird es bei den Kegler des TKV nichts mehr. Die Mehrheit sprach sich im Spielausschuss für Abbruch aus.

Die letzten Kegel der Saison 19/20 sind nun doch vor der Coronapause gefallen. Nur noch einige Entscheidungsduelle soll es im September geben.

Die letzten Kegel der Saison 19/20 sind nun doch vor der Coronapause gefallen. Nur noch einige Entscheidungsduelle soll es im September geben.

Foto: Alexander Volkmann

Aus der Stimme von Siegfried Zipprodt klingt noch die Überraschung heraus: „Die Saison wird abgebrochen“, war der erste Satz des Mitgliedes des Spielausschusses des Thüringer Kegelverbandes (TKV) nach der entscheidenden Sitzung.

Überraschend ist die Entscheidung vor allem deshalb, weil ein Großteil der Punktspiele in Thüringen absolviert waren, man quasi auf der Ziellinie war: Lediglich ein Spieltag stand noch auf dem Programm. Sogar der Wiederbeginn war schon fest eingeplant, er sollte am ersten Juni-Wochenende über die Bühne gehen. Doch daraus wird nun nichts, weil sich die Mehrheit der Spielausschuss-Mitglieder gegen eine Fortsetzung aussprach.

Zipprodt, der keinen Hehl daraus macht, dass er für eine Fortsetzung plädiert hat, ist davon überzeugt, dass der Umfang der Organisation eines einzigen Spieltages wohl den einen oder anderen abgeschreckt hat. „Wir haben aber vor Wochen schon ein Worst-Case-Szenario erarbeitet, wenn es zu so einer Situation kommt“, sagt der Rudolstädter.

Auf Grund der Tatsache, dass die Saison schon so weit fortgeschritten war, waren vor allem in den Abstiegsregionen viele Entscheidungen schon gefallen. Diese Teams werden nach der Entscheidung des Spielausschusses nun auch absteigen. Jene Mannschaften, die rechnerisch noch eine Chance hatten, werden dagegen die Klasse halten.

„Wir sind der Überzeugung, dass wir damit so gut wie keine Streitereien provozieren“, ist Siegfried Zipprodt sicher. Man gehe davon aus, dass keine Vereine Rechtsmittel gegen die Entscheidung des Verbandes einlegen.

Währenddessen wird aber die Saison 2019/20 noch nicht endgültig beendet sein: „Es wird am ersten September-Wochenende in einigen Ligen noch zu Finalspielen um die Meisterschaft kommen“, kündigt Zipprodt an. Beispielsweise sei das in der Thüringenliga der Frauen der Fall, aber auch in der Senioren-Landesliga. Allerdings hätten diese Spiele keinen Einfluss mehr darauf, ob Teams dadurch ein Aufstiegsrecht bekommen. Die Aufsteiger würden feststehen, so dass mit den Planungen für die kommende Spielzeit auch begonnen werden kann.

Schon jetzt sei aber abzusehen, dass es bei der Gestaltung der Staffeln in der nächsten Saison zu einigen Diskussionen kommen werde. Durch die nicht abgeschlossene Spielzeit werden beispielsweise statt vier nun sechs Teams in die Landesliga der Männer aufsteigen, wird diese Spielklasse im Herbst statt wie bisher mit zwei nun mit drei Staffeln starten.

Es werden mehr Teams absteigen

Zugleich wird es notwendig sein, dass mittelfristig deutlich mehr Teams absteigen, um die größer gewordenen Staffel-Umfänge wieder zu reduzieren: „Im Sommer wird es da sicher Diskussionen geben, ob man schon nach einer oder doch erst nach zwei Spielzeiten wieder in geordneten Bahnen spielen will“, bemerkt Siegfried Zipprodt.

Ausgetauscht wurde sich in der Beratung in Ilmenau auch über die notwendig werdenden Hygienekonzepte, die die Vereine vor dem Trainingsbeginn bei den Trägern der jeweiligen Sportstätten vorlegen müssen.

„Wir werden uns da ziemlich genau an den Vorgaben des Landessportbundes orientieren“, sagt der Rudolstädter, wenngleich die Kegler die Konzepte durch einige sportartspezifische Regelungen ergänzen. Beispielsweise werde die Zeitbegrenzung bei den Würfen aufgehoben sowie eine Rechts-vor-Links-Regelung am Kugelrücklauf eingeführt. „Nur hier besteht die Gefahr, dass man den Mindestabstand nicht problemlos einhalten kann“, so Zipprodt.

Heimbahnen werden bald öffnen

Der Rudolstädter ist währenddessen davon überzeugt, dass auch seine Heimbahn bald wieder geöffnet hat. „Ich bin mir sicher, dass wir ab 2. Juni wieder auf unseren Bahnen kegeln können“, sagt der Trainer bei der SpVgg. Rudolstadt. Das entsprechende Hygienekonzept liege in der Schublade, braucht nur noch bei der Kommune eingereicht werden. Allein: Die Notwendigkeit des Trainings nach der TKV-Entscheidung, die Saison abzubrechen, ist kurzfristig nun eigentlich nicht mehr gegeben.

Doch Siegfried Zipprodt ist davon überzeugt, dass auch im Juni die Kugeln rollen: „Die sind nach der Zwangspause alle so heiß, endlich wieder kegeln zu können, die werden alle kommen.“