Tina Schulz aus Marth bei Brocken-Challenge auf Platz neun

Marth (Eichsfeld). 80 Kilometer nicht nur über Stock und Stein, sondern durch Matsch, über vereiste Streckenabschnitte, gepaart mit Nebel und Schneesturm. In diesem Jahr hatte die Brocken-Challenge am vergangenen Samstag wieder alle Register gezogen.

Die Brocken-Challenge ist ein Ultramarathon von Göttingen hinauf auf den Brocken im Harz. Nach 9:44 Stunden kam Tina Schulz aus Marth im Ziel an. "Man sollte aber noch gewisse Kräftereserven haben, denn anschließend geht es zu Fuß den sieben Kilometer langen Abstieg nach Schierke hinunter. Und das bei starkem Schneetreiben und Dunkelheit. Das gehört mit zur Challenge ebenso wie das abschließende gemeinsame Essen", berichtet die 45-Jährige, die ihre Vorjahreszeit noch weit unterbieten konnte.

Aufgrund der Naturschutzverordnungen ist dieser Ultralauf nur für 165 Teilnehmer ausgelegt. "Deshalb muss man am Tag der Ausschreibung um Mitternacht am Computer sitzen, um sich schnell online anzumelden. Nach fünf Minuten war der Wettkampf ausgebucht", berichtete Tina Schulz. Immerhin werden bei dem Wettkampf Qualifikationspunkte für die Teilnahme am 168 Kilometer langen Ultra-Trail du Mont-Blanc vergeben.

Um 9 Uhr fiel am Samstag in Göttingen der Startschuss. Bis Barbis (Stadtteil von Bad Lauterberg) war frühlingshaftes Wetter. "Aber die Strecke verlief nur auf asphaltierten Abschnitten. Das tat weh, denn trainiert hatte ich überwiegend im Gelände", berichtete Tina Schulz. Auf dem Weg zum Gipfel auf 1142 Meter gesellte sich dann Schneefall hinzu. "Rechtzeitig vor dem Schneesturm bin ich zum Glück auf dem Brocken angekommen. Völlig fertig", sagt sie ohne Umschweife. Und: "Auf der Pflichtstrecke hinunter nach Schierke haben mich Läuferinnen einhaken müssen."

Beten und viele Gespräche unterwegs

Mit einer Zeit von 9:44 Stunden belegte die dreifache Mutter aus Marth den neunten Platz innerhalb des Frauengesamtwettbewerbes mit 30 Teilnehmerinnen und Rang drei in der Altersklasse 45. Siegerin wurde die zur Weltklasse gehörende Ultraläuferin Gabriele Kenkenberg (LC Olympia Wiesbaden), die u. a. Deutsche Meisterin über 100 Kilometer ist, mit neuem Streckenrekord nach 8:35 Stunden.

Platz zwei belegte Dagmar Wucherpfennig von TuRa Braunschweig nach 8:56 Stunden vor Judith Scheifler (9:05 St.d) von der LG Bad Soden/Neuenhain, die im Vorjahr mehrere Ultramarathons sowie den Andorrra-Ultra-Trail in den Pyrenäen über 118 Kilometer gewinnen konnte.

Knapp zehn Stunden unterwegs. Wie hält man dies mental durch? "Mit Beten und Gesprächen", antwortet die bekennende Christin. "Das ist auch das eigentliche Ziel. Oftmals läuft man alleine, dann wieder zu Zweit oder in kleineren Gruppen. Das ergibt sich eben zwangsläufig. Man hat auch genügend Zeit zum Nachdenken", fügt sie hinzu. Die Brocken-Challenge sei für sie immer noch ein Abenteuer.

Kalt, hart, aber schön - so wird die Brocken-Challenge tituliert. Der Wettkampf ist aber auch ein Wohltätigkeits-Winterultramarathon, denn das Hauptaugenmerk liegt auf der Spendenaquise, da alle Startgelder traditionell wohltätigen Projekten zugute kommen.

Gesamtsieger mit neuem Streckenrekord von 6:44 Stunden wurde der Göttinger Florian Reichert. Bedanken möchte sich Tina Schulz an dieser Stelle bei Rita Stitz und August Windolph aus Marth für die Unterstützung beim Equipment.