Tobias Liebergesell verlässt TTV Bleicherode wieder

Bleicherode.  Tischtennis: Tobias Liebergesell spielt ab 1. Januar beim oberfränkischen TTC Rödental

Tobias Liebergesell schlägt nun nicht mehr für den TTV auf. Er spielt ab Januar wieder in Bayern.  

Tobias Liebergesell schlägt nun nicht mehr für den TTV auf. Er spielt ab Januar wieder in Bayern.  

Foto: Christoph Keil  /  

Nun ist er schon wieder weg. So schnell kann das manchmal gehen. Auch wenn es zuvor so geplant und abgesprochen war, traurig ist man beim TTV Bleicherode dennoch.

Aber nicht nur dort. Auch Tobias Liebergesell kann es nicht verbergen, dass er bedrückt ist, über seinen Abschied von seinem Heimatverein. Erst in diesem Jahr kam Liebergesell zurück in die Heimat. Seine Liebe zum Verein und auch irgendwie das Heimweh haben es möglich gemacht.

Aber es war von Beginn an ein befristeter Wechsel. Liebergesell wohnt im fränkischen Coburg und ist für die Spieltage die 245 Kilometer nach Bleicherode gefahren. Ein Aufwand, den man wollen muss und auch nicht jeder auf sich nimmt.

Aber Liebergesell war es egal. „Ich wollte einfach zurück. Meine erste Option wird immer Bleicherode sein. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Wenn alles dafür spricht und ich in der Nähe bin, spiele ich für Bleicherode. Das versteht sich von selbst“, sagt der Topspieler und fügt an: „Die Saison war leider viel zu kurz und ging viel zu schnell vorbei. Trotzdem hat es sehr viel Spaß gemacht. Alle wissen, Bleicherode wird immer die erste Option für mich bleiben. Wenn es also mit vertretbaren Aufwand möglich ist, werde ich wieder zurückkommen.“

Mehr Zeit fürs Studium

Nun hat er im Oktober ein berufsbegleitendes Studium angefangen – Wirtschaftsinformatik. Das nimmt sehr viel Zeit in Anspruch. „Vor allem an den Wochenenden.“ Liebergesell musste sich entscheiden und die Vernunft siegte über dem Herzen. Ab dem 1. Januar 2021 ist er Mitglied und Spieler des TTC Rödental.

Der Verein liegt in unmittelbarer Nähe von Coburg. „Ich fahre dann nur fünf oder zehn Minuten zum Training oder Spiel. Das ist schon ein Unterschied“, sagt er. Ein großer Unterschied, denn nun ist seine Strecke zum Spiel etwas 240 Kilometer kürzer, was für ihn der Hauptgrund war, Bleicherode - sportlich gesehen – wieder zu verlassen.

Dass er nicht die gesamte Spielzeit in Bleicherode bleiben würde, war von Beginn an ausgemacht. Sowohl Verein also Tobias Liebergesell haben sich darauf geeinigt. „Ich wollte meinen Teil dazu beitragen, dass wir in der Thüringenliga nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Und das ist uns ja hervorragend gelungen. Es hätte nicht besser laufen können“, schätzt er ein.

Die Saison, die nun nach der Hinrunde zu Ende ist (wir berichteten), läuft optimal für den TTV. 8:2-Punkte und Platz drei. „Damit haben wir unser Soll eigentlich erfüllt“, weiß Liebergesell, der nun bei seinem neuen Verein den Aufstieg perfekt machen möchte. Sollte das dann auch noch klappen, wäre es für den sympathischen Tischtennisspieler das Nonplusultra.

Wie es denn überhaupt weitergeht, steht noch in den Sternen. Der Sport ruht momentan und keiner wagt eine Prognose abzugeben, wann es weitergehen könnte. So kann sich der gewollte Aufstieg mit Rödental für Liebergesell noch eine Weile hinziehen. Ob man will oder nicht. Dennoch war es logischste und nachvollziehbare Entscheidung, an seinem Wohnort seinem Hobby nachzugehen. Alles andere würde auf Dauer keinen Sinn machen und würde unter anderem das Familienleben auf eine harte Probe stellen.

„Tobi hatte uns bereits vor der Serie angekündigt, dass er uns hochwahrscheinlich nur bis zum Winter zur Verfügung stehen würde. Er wollte aber unbedingt helfen, dass wir die letzte Saison als 6er-Teams überbrücken können, um uns dann im nächsten Jahr als 4er Mannschaft neu aufstellen zu können“, sagt Steffen Weber vom TTV Bleicherode.