Trotz Krisenstimmung: RWE-Trainer Brdaric darf weitermachen

Erfurt.  Fußballregionalligist Rot-Weiß Erfurt entlässt Trainer Brdaric trotz Krisenstimmung nicht. Nun kommt Spitzenreiter Altglienicke.

Erfurts Trainer Brdaric im Kreise seiner bedröppelten Spieler nach dem 0:4 bei Lichtenberg.

Erfurts Trainer Brdaric im Kreise seiner bedröppelten Spieler nach dem 0:4 bei Lichtenberg.

Foto: Frank Steinhorst / Frank Steinhorst-Pressefoto

Die Spieler des FC Rot-Weiß durften am Montag die deprimierende 0:4-Niederlage bei Lichtenberg 49 mit „individuellem Training“ verarbeiten. „Sie haben ihre Aufgaben vom Trainer erhalten und sollen den Kopf frei bekommen“, sagte Geschäftsführer Michael Krannich. Trotz der erneuten Pleite bleibt und trotz der massiven Rücktrittsforderungen aus der Fanszene bleibt Trainer Thomas Brdaric vorerst im Amt. Man beobachte die Situation, um die richtigen Entscheidungen zu treffen, sagte Insolvenzverwalter Volker Reinhardt. „Wir bleiben im Austausch mit dem Trainer. Die Mannschaft ist jetzt gefordert“, erklärte Krannich. Der FC Rot-Weiß war nach drei Niederlagen ohne eigenen Treffer auf einem möglichen Abstiegsplatz gelandet.

Brdaric: „Ich werde hier auf keinen Fall wegrennen“

„Ich werde hier auf keinen Fall wegrennen“, sagte Brdaric unserer Zeitung, nachdem ihm weiter das Vertrauen ausgesprochen wurde. „Wir haben genug Möglichkeiten, doch wir machen einfach keine Tore“, beschrieb Brdaric das Problem in der Offensive bei Rot-Weiß. Nun wartet nächste Woche Samstag (13.30 Uhr) im Steigerwaldstadion der Tabellenführer VSG Altglienicke auf die Thüringer. Ein Ultimatum für Brdaric gibt es dabei nicht. „Ultimatum macht keinen Sinn“, wollen Krannich und Reinhardt das Auftreten der Mannschaft in den kommenden Spielen genau beobachten.

Brdaric verströmt hingegen fast gebetsmühlenartig seinen Optimismus. „Die Chance auch gegen den Spitzenreiter zu gewinnen, ist zu einhundert Prozent da. Die Münze wird auch mal auf unsere Seite fallen“, so der Mann, der weiter RWE-Trainer bleibt. „Wir müssen jetzt versuchen, bis Weihnachten so viele Punkte wie möglich zu holen“, so der Ex-Nationalspieler, der Verstärkungen für das Team fordert.

Mannschaft soll in der Winterpause verstärkt werden

Auch für Dieter Steiger, den Ehrenratspräsidenten des Klubs, ist klar, dass es zunächst vor allem darum geht, die Mannschaft in der Winterpause zu verstärken, um aus dem Abstiegssog herauszukommen. Mindestens 150.000 Euro benötige man zunächst einmal dafür, glaubt Steiger, der mit Ehrenpräsident Klaus Neumann aktiv an der Sponsorensuche mitarbeitet. Geschäftsführer Krannich will sich so bald wie möglich mit Investoren und Sponsoren treffen, um künftige Ziele und Möglichkeiten der Geldgeber und des Vereins in Erfurt persönlich zu besprechen.

„Das Training von Brdaric war in Ordnung. Aber es fehlt einfach an der Substanz bei den Spielern, das haben die bisherigen Spiele gezeigt. Vor allem in der Offensive mangelt es. Shalas Abgang konnte nicht annähernd ausgeglichen werden“, sagt Steiger, der seit 50 Jahren Rot-Weiß Mitglied ist. „Uns würde im Moment wohl auch kein Beckenbauer oder Kovac helfen“, so Steiger zur Erfurter Trainerdiskussion.

Die Bilanz des Vereins in der zweiten Regionalligasaison ist bedrückend. Sieben Niederlagen setzte es bereits. Darunter zuletzt gegen Lichtenberg (0:4), Halberstadt (0:1) und Fürstenwalde (0:3) drei Pleiten ohne eigenes Tor. Siege landete Brdaric’ Truppe nur gegen Bischofswerda (3:0), den BFC (2:1) und Auerbach (2:1). Bei den Spielen in Nordhausen (0:1), gegen Lok Leipzig (2:2) und beim Berliner AK (1:1) ging das Team an die Grenzen und wies zumindest seine Viertligatauglichkeit nach. Am Ende stehen aber nach 15 Spielen magere 14 Pünktchen und Rang 15. Ein Platz, der im Mai den Abstieg bedeuten könnte.

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