RWE-Torwarttrainer René Twardzik: „Ich habe mich getäuscht“

Erfurt.  Nach dem Regionalliga-Aus des FC Rot-Weiß Erfurt haben die meisten Spieler neue Vereine gefunden. Auch Torwarttrainer Rene Twardzik musste gehen.

Aus und vorbei: Beim FC Rot-Weiß hat nun auch Torwarttrainer René Twardzik seine Kündigung erhalten.

Aus und vorbei: Beim FC Rot-Weiß hat nun auch Torwarttrainer René Twardzik seine Kündigung erhalten.

Foto: Frank Steinhorst

Das Ende mit Schrecken beim FC Rot-Weiß Erfurt war für Rene Twardzik mit der Verlautbarung des Regionalliga-Rückzugs noch nicht abgeschlossen. Am Tag danach erhielt er die Kündigung, am Freitag nun meldete er sich arbeitslos. „Das ist für mich der schwärzeste Tag als Trainer. Gerne hätte ich weiter in Erfurt gearbeitet“, sagt der 49-Jährige, der einst von 2001 bis 2005 in 124 Spielen bei RWE zwischen den Pfosten stand und seit fast zehn Jahren als Torwarttrainer fungierte. Keiner im aktuellen Rot-Weiß-Kader war so lange in Erfurt wie er.

Zuletzt sprang der Tscheche sogar als Co-Trainer ein, nachdem Thomas Brdaric am 13. November entlassen wurde und Robin Krüger die Leitung am Spielfeldrand übernahm. „Natürlich hatte ich bis zur letzten Sekunde die Hoffnung, dass es weitergeht“, sagt Twardzik. Als Aktiver erlebte er schon einmal eine solch dramatische Situation, als er in der Saison 2000/2001 beim damaligen Regionalligisten FC Sachsen Leipzig spielte. Erst floss auch hier kein Gehalt mehr, dann schaffte die Mannschaft dennoch den Klassenerhalt – und musste trotzdem zwangsweise absteigen.

Nun war auch die Erfurter Elf gezwungen, innerhalb weniger Tage neu zu planen. Bis gestern hatten die meisten Profis neue Verträge unterzeichnet und waren erleichtert. „Wir freuen uns auf unsere neue Aufgabe, in der Rückrunde für Babelsberg auflaufen und Fußball spielen zu dürfen“, sagte Kevin Pino Tellez, der wie Petar Lela bei den Brandenburgern weiter in der Regionalliga Nordost kicken wird.

Noch kein neuer Verein für Cichos und Kaffenberger

In der Oberliga, wo der FC Rot-Weiß in der neuen Saison einen Neustart wagen will, ist derweil Schlussmann Julian Knoll schon jetzt am Ball. „Uns ist da sicherlich ein kleiner Transfercoup gelungen“, sagt Carsten Hänsel, der Sportdirektor beim FC Inter Leipzig, wo der 20-Jährige nun weiterspielt.

Sein Torhüterkollege Jannick Theißen war von Fortuna Düsseldorfs Zweiter ausgeliehen und kehrt dorthin zurück. Dagegen kamen Spieler wie Lukas Cichos oder Marcel Kaffenberger, die zuletzt lange verletzt waren, bis Freitagnachmittag bei keinem neuen Verein unter.

Robin Krüger, der erst im November zum Regionalliga-Trainer aufgestiegen war, kann sich den Verbleib bei RWE vorstellen. „Ich fühle mich in Erfurt sehr wohl“, sagt der 30-Jährige, der einen Vertrag als Nachwuchstrainer besitzt, nachdem ihm aufgrund der finanziellen Turbulenzen nie ein Arbeitspapier für die Regionalliga vorgelegt worden war.

Rene Twardzik hat sich unterdessen noch keine Gedanken gemacht, wie es für ihn nun weitergeht. „Ich dachte, dass ein Traditionsverein wie Rot-Weiß Erfurt nie in solch eine Lage geraten kann. Aber da habe ich mich leider getäuscht.“

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