Verkehrte Welt für die Meisterkrönung

Erfurt.  Kickelhahn Rangers vermasseln beinahe Titelambitionen der ESC Mammuts beim 4:5 im „Heimspiel“

Ganz dicht vor einem Sieg standen die Kickelhahn Rangers Sonntag in Erfurt gegen Tabellenführer ESC Mammuts, der sich mit 5:4 ins Ziel und zum Sieg zitterte. Hier versucht Florian Pietsch den starken Mammut-Goalie Mevenkamp zu überwinden.

Ganz dicht vor einem Sieg standen die Kickelhahn Rangers Sonntag in Erfurt gegen Tabellenführer ESC Mammuts, der sich mit 5:4 ins Ziel und zum Sieg zitterte. Hier versucht Florian Pietsch den starken Mammut-Goalie Mevenkamp zu überwinden.

Foto: René Röder

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Wer da am Sonntag vielleicht eine Viertelstunde zu spät in die recht spärlich gefüllte Erfurter Eishalle kam, wird sich mit Sicherheit gewundert haben. An der Anzeigetafel stand Heim 2, Gäste 0 und dennoch war die Stimmung bei den Erfurter Eishockey-Spielern gehörig im Keller. Der Grund ist verwirrend.

Zum einen spielten da die Erfurt Mammuts gegen die Kickelhahn Rangers und doch war es für sie ein Auswärtsspiel. Die Gastgeber waren nämlich die Gäste! Ilmenaus EC-Präsident Jürgen Demant klärt auf: „Wir hatten eigentlich ein Heimspiel, am Abend vor dem Spiel bei der Endabnahme haben wir feststellen müssen, dass die Eismaschine kaputt ist. Wir haben schnell in Erfurt angerufen, ob die Halle frei ist und so sind nicht die Erfurter zu uns, sondern wir nach Erfurt zum Heimspiel gefahren.“

Verkehrte Welt, die irgendwie auch zum Fasching passt. Den Erfurtern sollte es recht sein, denn so konnten sie vielleicht schon den entscheidenden Schritt zum Meistertitel machen. Ein Sieg gegen Ilmenau war dafür Pflicht. Aber zwei Punkte vor den Kojoten kommt es trotzdem am 7. März zu einem echten Endspiel der Erfurter untereinander, weil die Kojoten das Hinspiel gewannen.

Die Kickelhahn Rangers hätten zum ganz großen Spielverderber für die Mammuts werden können. Sie waren optisch überraschend deutlich überlegen, auch drauf und dran zu gewinnen. Streckenweise wie aus einem Guss spielten sie, und nach kurzer Abtastphase führten sie durch einen Doppelschlag bereits 2:0. Erst veredelte F. Pietsch eine Hackl-Eingabe im Powerplay (13.), eine halbe Minute später erhöhte Lutz nach Stadl-Pass für die „falschen Gastgeber“ – da war es mucksmäuschenstill in der altehrwürdigen „Kartoffelhalle“. Im Mitteldrittel sollte das eigentlich so weiter gehen. Doch dann verkürzte urplötzlich Joost mit einem Schlagschuss fast von der blauen Linie zum 2:1 (22.) und nur eine Minute später setzte auch Leydecker einen Distanzschuss zum 2:2 eher vermeidbar ins llmenauer Tor.

Rangers-Trainer Jan Rudorfer: „Das war die Diskrepanz in unserem Spiel. Wir haben unwahrscheinlich zielstrebig agiert und von einem auf den anderen Moment fast chaotisch gespielt.“ Noch vor Ablauf des Mitteldrittels strafften sich die Ilmenauer wieder, übernahmen wieder die Initiative, doch der nun ins Mammut-Tor gewechselte Mevenkamp hielt einige Male prächtig.

Dennoch schaffte Jaster, der nach Deisting-Querleger von der blauen Linie abzog, erneut die Ilmenauer Führung zum 3:2 (37.). Dann erneut die „zwei Gesichter der Mannschaft“, wie es Trainer Jan Rudorfer nannte. Das spannungsgeladenen, für die Spielklasse hochklassigen Schlussdrittel hatte es noch einmal in sich. Abwehr- und Torwart-Stellungsfehler der Ilmenauer führten zum 3:3 durch den Erfurter Heym (51.). Dann wieder ein Offensiv-Geniestreich der Rangers: Traumpass Walter auf Lehtonen, der umkurvte noch Mevenkamp – 4:3 (55.). Es folgte ein offener Schlagabtausch, den die Mammuts durch Klaus’ Knaller fast von der Mittellinie zum 4:4 (57.) und nach Rückpass hinter dem Tor durch den davor vollstreckenden M. Neuhaus (59.) nutzten und die Begegnung auf den Kopf stellten.

Ilmenau versuchte in den 80 Schluss-Sekunden alle Offensivkniffe. Mevenkamp parierte noch dreimal gegen F. Pietsch, Lehtonen und Pohl und rettete so den Erfurter Sieg und die Titelchance. Ilmenaus Trainer Rudorfer: „Das Spiel hat gezeigt, was möglich ist, aber auch dass wir einfach für die Feinabstimmung mehr gemeinsame Trainingszeit bräuchten.“ Die Mannschaft ist in eigenständig trainierende Gruppen aus Ilmenau und Braunlage aufgeteilt. Das versucht der Trainer im Spiel mit eigenständigen Reihen auf dem Eis zu kompensieren.

Während die Konkurrenz mit ihren Spielen fast durch ist, hat Ilmenau noch zwei Chancen sich auch in der Tabelle zu verbessern. Kommenden Sonnabend (19 Uhr) wieder in Erfurt gegen die Hurricane-V2 und zum Schluss am 15. März in Ilmenau gegen Halle 1c. Dazwischen steht noch ein Pokalturnier an und nach Saisonschluss ein Freundschaftsspiel in Braunlage.

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