Revanchegelüste bei Schwarz-Weiß Erfurt nach der Pokalniederlage

Erfurt  Die Bundesliga-Volleyballerinnen von Schwarz-Weiß Erfurt befinden sich im Soll. Gegen Wiesbaden soll das Punktekonto weiter aufgestockt werden

Zum nächsten Sieg will sich Schwarz-Weiß um Paula Reinisch schmettern.

Foto: Sascha Fromm

Mit sieben Punkten aus sieben Erstliga-Partien befinden sich die Volleyballerinnen von Schwarz-Weiß Erfurt vor dem wichtigen Heimspiel am Samstag gegen den VC Wiesbaden im selbst verordneten Soll.

Cheftrainer Jonas Kronseder weiß aber auch: „Das einzig ärgerliche Spiel haben wir gegen Potsdam abgeliefert. Da war bei optimaler Leistung mehr drin. Dafür haben wir in Suhl drei Punkte geholt und gegen den deutschen Meister Schwerin mit einem Zähler überrascht.“

Keine Frage, mit dem 0:3 am vergangenen Samstag in Stuttgart kann die Mannschaft, die in dieser Saison zu einer zusammengewachsen ist, durchaus leben. Schließlich ist Stuttgart diesmal ein heißer Titelanwärter, dessen Plus ein Kader von 14 in etwa gleichwertigen Spielerinnen auf hohem bis höchstem Niveau ist. Kronseder lächelt: „Patzt die eine mal etwas in der Annahme, kommt eine gleichwertige, für diesen Moment bessere Spielerin ins Spiel. Das hat es uns so schwer gemacht.“

Zweifelsfrei waren die Erfurterinnen vor allem in der Annahme gegenüber dem Gesamt-Lapsus gegen Potsdam deutlich stabiler. Insofern kann man auch mal aus einer 0:3-Niederlage erhobenen Hauptes gehen. Vor allem in dem Wissen, dass der Gastgeber mit einer Durchschnittsgröße von 1,86 Meter in seinen Netzaktionen (Block, Angriff) eine Klasse für sich war.

Auf Erfurter Seite überzeugte in Stuttgart die zur besten Spielerin in Schwarz-Weiß ausgezeichnete Emily Thater auf Mittelblock, die vier Block- und fünf Angriffspunkte verzeichnete.

Kronseder über die Neue: „Sie hat einen guten Hieb“

Dass die Neue auf Außenangriff, Tess Rountree, ein Gewinn für das Team wird (und eigentlich schon ist), wenngleich sie noch einige Anpassungsschwierigkeiten hat, machte ihre Mitbewerberin auf der Viererposition, Paula Reinisch, klar. Das Eigengewächs sieht die Konkurrenz für sich nur positiv: „Tess hat eine absolut förderliche Wirkung auf das Team und vor allem, sie passt zu uns.“

Kronseder, der wieder auf die zuletzt am Fuß verletzte Sabrina Krause zurückgreifen kann, ergänzt: „Tess kann gut springen und deshalb höher abschlagen.“ Und mit einem Lächeln: „ Und sie hat einen richtig guten Hieb. Im Moment ist sie noch etwas zu ungeduldig, weil es verständlicherweise noch an der Abstimmung mangelt. Aber das wird mit jeder weiteren Trainingseinheit garantiert besser.“

Dann wird er wieder ernst: „Wir hatten zwar im Pokal in Wiesbaden 0:3 verloren. Aber schon da war durchaus ein besseres Ergebnis möglich. Diesmal fühlen wir uns umso mehr bereit und gut genug für einen Sieg, am besten mit drei Punkten.“

Co-Trainer Christian Knospe hofft wie das gesamte Team auf die Unterstützung des Erfurter Publikums: „Es ist unser letztes Spiel vor Weihnachten. Da brauchen wir jede Menge uns anfeuernder Fans.“

Dass die Schwarz-Weißen noch von irgendeinem Gegner aufgrund ihrer vermeintlichen Unterlegenheit wie die Jahre zuvor unterschätzt werden, ist seit dem für die Schweriner Damen äußerst glücklichen 3:2-Sieg bei allen Mitbewerbern im Oberhaus kein Thema mehr. Das verlangt den Erfurterinnen nun noch einen Tick mehr Glauben an sich selbst ab. Wiesbaden wird da sicher ein Gradmesser sein.

Erfurt – Wiesbaden, Samstag 18 Uhr, Riethsporthalle

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