Volleyball-Nationalspieler Weber aus Gera: Zwischen Abitur und Champions League

Berlin  Der Geraer Volleyball-Nationalspieler Linus Weber ist beim Bundesligisten Berlin Recycling Volleys mehrfach gefordert.

Der 19-jährige Geraer Linus Weber wurde bereits 2017 Vize-Europameister mit der deutschen Nationalmannschaft.

Foto: Jens Lohse

Bei Linus Weber geht es mit großen Schritten voran. Der 19-jährige gebürtige Geraer sollte eigentlich die Bundesliga-Saison bei der DVV-Talenteschmiede des VC Olympia Berlin absolvieren. Mit Bedacht aber auch mit einem Zweitspielrecht beim deutschen Meister BR Volleys ausgestattet, dürfte der 2,02 Meter große Angreifer in den nächsten Wochen davon häufiger Gebrauch machen.

„Eigentlich sollte ich allenfalls bei den BR Volleys trainieren. Ich bin ja noch Jugendspieler, gehe zur Schule und habe noch keinen Vertrag. Aber diverses Verletzungspech im Team hat dazu geführt, dass ich jetzt schon stärker mit eingebunden werde“, verrät Linus Weber, auch wenn er zuletzt in der Liga beim Berliner 3:2-Erfolg in Düren nur zu zwei Kurzeinsätzen kam. „Insgesamt überwiegen für mich die Vorteile. Es geht um meine Entwicklung. Ich trainiere durchweg auf höchstem Niveau. Da fällt die etwas geringere Spielpraxis am Ende nicht ins Gewicht“, so Weber, der manchmal aber auch gleich doppelt zum Einsatz kommt.

Am 19. Januar stand der Außenangreifer im Team des VC Olympia Berlin, das gegen die Helios Grizzlys Giesen beim 3:0 seinen ersten Saisonerfolg feierte. Gerade einmal 24 Stunden später wirkte der Geraer im Team der BR Volleys mit, das den Aufsteiger Herrsching aus Niedersachsen mit Mühe mit 3:1 bezwang.

Nur als Ersatz fühlt sich Linus Weber beim deutschen Meister nach den Verletzungen von Egor Bogatchev (Knie) und Moritz Reichert (Bauchmuskulatur) keinesfalls. „Ich bin voll in die Mannschaft integriert. Das gibt mir die Bestätigung, dass die Entscheidung richtig war. Auch mit Trainer Cedric Enard, einem Franzosen, habe ich ein gutes Verhältnis“, sagt der Jung-Nationalspieler, der bereits 2017 mit der DVV-Auswahl in Polen Vizeeuropameister wurde, dort selbst aber ohne Einsatz blieb.

Nationalmannschaft weiter im Visier

Sportlich läuft es bei den BR Volleys nach drei Titeln zuletzt in dieser Saison nach einem Umbruch noch nicht richtig rund. In der Meisterschaft nehmen die Hauptstädter einmal Platz vier ein und versuchen händeringend, die eigene Position vor den Playoff-Spielen am Spieljahresende weiter zu verbessern. Prekär ist die Situation in der Champions League, in der die Berliner von ihren bisherigen vier Begegnungen erst eine gewannen. Am vergangenen Mittwoch gegen Trefl Danzig verlor Berlin glatt mit 0:3 und steht kurz vor dem Aus. Zu einem Kurzeinsatz kam Weber im dritten Durchgang.

Das Hauptaugenmerk für ihn liegt aber auf dem anstehenden Abitur. „Das hat Priorität. Wir haben mit der Schule einen guten Weg gefunden. Schließlich stehen die Klausuren in der 13. Klasse an. Manchmal werde ich sportlich etwas zurückstecken müssen. Wenn die Playoffs sind, schreibe ich meine Prüfungen. Alles ist ziemlich stressig. Aber ich weiß ja, wofür ich das mache“, hat der Geraer ein klares Ziel vor Augen.

Auch die Nationalmannschaft hat Linus Weber im Visier. Bundestrainer Andrea Giani ist über die kurzfristigen Entwicklungen in Berlin informiert. Das DVV-Team pausiert derzeit aber. Mit der Nations League geht es Ende Mai wieder richtig los. Das Heimturnier findet diesmal in Leipzig statt. Vom 28. bis 30. Juni treffen die deutschen Volleyball-Herren nacheinander auf Portugal, Weltmeister Polen und Japan. Linus Weber hofft, wieder im Kader zu stehen.

„Das wäre dann fast ein Heimspiel für mich. Schon bei den Länderspielen im letzten September gegen Brasilien in Leipzig und Dresden hat sich das so angefühlt“, erinnert sich der Geraer Linus Weber, der nach der Partie im gutbesuchten Rund wohl die meisten Autogramm- und Selfie-Wünsche zu erfüllen hatte. Auch diesmal könnte das ähnlich sein.

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