Wacker Nordhausen: Kapitän Vopel bittet Fans um Geduld

Nordhausen.  Der Fußball-Oberligist ist auch ohne Punkte nicht verzweifelt. Anhänger spenden für den Nachwuchs.

Optimismus trotz Fehlstarts: Nordhausens Kapitän Marcus Vopel stand den Wacker-Fans Rede und Antwort.

Optimismus trotz Fehlstarts: Nordhausens Kapitän Marcus Vopel stand den Wacker-Fans Rede und Antwort.

Foto: Christoph Keil

Wackers Fan-Beirat tagte – wegen Corona nochmal draußen – neben dem Lokal „Bella India". Die 25 Anhänger und Gäste durften sich da klimatisch bei herbstlichen zwölf Grad schon mal auf das Flutlichtspiel am Freitag, 25. September (19 Uhr), gegen den VfL Halle einstellen. Gezittert wurde aber eher um die Zukunft des Vereins.

Schließlich sorgen die Insolvenzen von Spielbetriebs-GmbH und Verein weiter für finanzielle Unsicherheit. Während man bei Wacker hofft, das Insolvenzverfahren des Vereins bis zum Sommer nächsten Jahres abschließen zu können, dürfte die separate Abrechnung der Millionenpleite der Profiabteilung noch bis zu fünf Jahre in Anspruch nehmen. Zahlreiche der über einhundert Gläubiger versuchen vor Gericht wenigstens Teile ihrer verlorenen Gelder vom Ex-Präsidenten und GmbH-Geschäftsführer Nico Kleofas und Hauptsponsor Carlo Knauf zurückzubekommen. Strafverfahren sind in Mühlhausen und Nürnberg bereits anhängig, aber noch nicht eröffnet. Für die Sicherung aktueller Sponsorengelder hat Wacker beim Insolvenzverwalter Thomas Dithmar in Erfurt ein Treuhandkonto eingerichtet.

Neue Trikots müssen her

Auch die Fans wollen ihrem Lieblingsverein helfen. Am Donnerstagabend startete der Mitgliederbeirat eine Aktion zur Unterstützung des Nachwuchses. Man berief Paten für die acht Junioren-Teams und sucht Betreuer, die die Trainer vor und nach den Spielen unterstützen können. 270 Euro landeten gleich in der Spendenbox. Damit sollen nötige Bälle oder Trikots gekauft werden. „In denen mit der Aufschrift des alten Sponsors können wir nicht mehr spielen", sagte Philipp Seeland. Der Cheftrainer war mit Kapitän Marcus Vopel und Torwart-Trainer Martin Vopel von den Fans eingeladen worden.

Die null Punkte nach vier Spielen werden von den Anhängern im Südharz noch ziemlich gelassen hingenommen. Den Fans ist klar, dass es angesichts leerer Kassen nach dem freiwilligen Abstieg in die Fußball-Oberliga keine Alternative zum eingeschlagenen Weg mit reinen Amateuren gibt.

Abstiegskampf erwartet

Kapitän Vopel verbreitete Optimismus. „Ich hatte nichts anderes als Abstiegskampf erwartet. Bis auf das Spiel gegen Fahner Höhe waren wir auf Augenhöhe mit den Gegnern. Die Jungs haben Lust, auch ohne das große Geld Oberliga zu spielen. Die jungen Spieler bräuchten noch ein paar Wochen, um sich an die Oberliga zu gewöhnen." Sein Trainer ergänzte: „Spätestens im November werden wir angekommen sein. Dann guckt den Jungs nicht mehr der Bolzen bei dreckigen Zweikämpfen", so Seeland.