Wacker Nordhausen enttäuscht erneut auf ganzer Linie

Nordhausen.  In der Fußball-Oberliga holt der Aufsteiger FC Fahner Höhe die ersten Oberliga-Punkte mit einem 2:0-Sieg bei Wacker Nordhausen.

Der eingewechselte Rico Baumgart räumt die Nordhäuser Youngster ab.

Der eingewechselte Rico Baumgart räumt die Nordhäuser Youngster ab.

Foto: Christoph Keil 

Es war ganz sicher ein Abstiegsduell in der noch frischen Oberliga-Saison. Der FC An der Fahner Höhe gewann es mit 2:0 (2:0). Hochverdient, denn Wacker Nordhausen gelang über 90 Minuten kein einziger Schuss auf das Tor, der Keeper Reinwald zum Eingreifen hätte zwingen müssen.

„Wir waren nicht eine Minute im Spiel“, sagte Wacker-Trainer Philipp Seeland anschließend enttäuscht im nebenstehenden Interview mit dieser Zeitung. Seinen Ärger lud Seeland kurz zuvor noch an einer Schiedsrichter-Entscheidung ab, kassierte dafür die Gelbe Karte.

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„Junioren gegen Männer“

Sechs Mal sahen auch die Dachwiger den gelben Karton. Aber sie demonstrierten damit anschaulich die Härte, die im Abstiegskampf notwendig ist. „Junioren gegen Männer“, meinte ein Wacker-Fan desillusioniert und hatte damit absolut recht. Fast jeder der Gästespieler brachte bestimmt fünf Kilo mehr auf die Waage und wusste sie auch entsprechend einzusetzen.

Endstand schon nach zehn Minuten

Entschieden war die Partie schon nach zehn Minuten. Nach einem Fehler im Mittelfeld lief Billep seinem Verteidiger Husung locker davon und verwandelte zum 1:0 (7.). Kurz darauf brachte ein Fehler von Dhaliwal Fahners Wiesner in Position. Franz konnte ihn nur auf Kosten eines Elfmeter bremsen. Vom Punkt nagelte der bullige Preller den Ball unter die Latte (10.).

Wer dachte, Wacker würde jetzt zu einem Sturmlauf ansetzen, sah sich getäuscht. Einzig Vopel verpasste einen Stix-Freistoß hauchdünn (27.). Mehr passierte nicht bis zur Pause. Auf beiden Seiten.

Drei wichtige Wacker-Spieler fehlen

„Wir müssen sie ins Laufen bringen, sonst wird das nichts“, meinte der Langzeitverletzte Erik Schneider. Mit ihm, Gümpel (Bänderdehnung Knie) und Ernst (Kreuzbandriss) fehlen Wacker gleich drei wichtige Spieler. Ein Manko, dass die Junioren-Truppe mit Anführer Vopel, der Einzige mit Oberliga-Erfahrung, nicht ausgleichen kann.

Nach dem Wechsel brachte Wacker zwar mehr Personal, blieb aber völlig wirkungslos. „Da hätten wir unbedingt noch ein paar Tore machen müssen“, sagte Abwehrchef Jens Möckel. Sein Trainer Tobias Busse meinte: „Ich habe Wackers Schwächen mit hohen Bällen in Sandersdorf beobachtet. Das haben wir von Anfang an ausgenutzt und dann die Zweikämpfe gewonnen.“

Keine Pfiffe der Fans und kein Geld für Zugänge

Der FC Fahner Höhe durfte ausgiebig den ersten Sieg in der Oberliga feiern. Mit den Fans und ein bisschen Abstand. „So ein Sieg gegen einen direkten Konkurrenten war im Kampf um den Klassenerhalt schon mal wichtig“, fand Möckel.

Im Albert-Kuntz-Sportpark gab es zwar Grummeln auf der Tribüne, aber keine Pfiffe. Die Youngster haben verdientermaßen Kredit bei den Fans. Schließlich rannten sie, wenn auch vergebens, bis zum Schlusspfiff. Ob die Qualität für die Oberliga reicht, werden die nächsten Wochen zeigen. Geld für Zugänge gibt es nicht, auch wenn der Verein in der Region, inzwischen sogar auf der anderen Seite des Harzes nach Verstärkungen sucht. Die nächsten Gegner besitzen routiniertes Personal. Beim VFC Plauen muss die Seeland-Elf am kommenden Samstag auswärts ran. Danach wartet zuhause der FC Oberlausitz.

Leichter wird’s nicht.

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