Wacker Nordhausen nutzt Angst des Spitzenreiters

Eilenburg.  Fußball-Oberligist Wacker Nordhausen verpasst nur knapp den ersten Saisonsieg beim 2:2 in Eilenburg, bleibt aber Tabellenletzter.

Torschütze Marco Ostmann (rechts) und Paul Kirchner feiern das 2:0 beim 2:2 in Eilenburg.

Torschütze Marco Ostmann (rechts) und Paul Kirchner feiern das 2:0 beim 2:2 in Eilenburg.

Foto: Michael Liedke

Am Ende entschieden die Wacker-Spieler, sich über den eroberten Punkt richtig zu freuen. Schließlich hatten vor der Partie nur die Nordhäuser selbst an eine Überraschung beim Oberliga-Spitzenreiter FC Eilenburg geglaubt. 2:2 (0:2) hieß es am Ende aufregender neunzig Minuten. Und die Südharzer hätten in der Nachspielzeit sogar noch gewinnen können.

So blieb es aber bei einem Remis, das „hochverdient war“, wie Trainer Philipp Seeland betonte. Der gelbgesperrte Kapitän Marcus Vopel stieg vom Mitfiebern erschöpft von der Tribüne, wo wegen der Coronazahlen im Landkreis Nordsachsen nur Ordner und Wackers Gesperrte saßen. Für die Fans wurde die Partie immerhin auf dem Kanal Sporttotal übertragen, dessen automatische Kamera den Fokus immer auf den Ball richtete. Ziemlich gewöhnungsbedürftig. Beim FCE-Spiel vor zwei Wochen verharrte das Objektiv übrigens minutenlang auf einem Ball, der neben dem Tor liegengeblieben war.

Vopel fordert Wiederholung der Leistung

Vopel beglückwünschte seine Jungs für ihre beachtliche Leistung. „Natürlich war auch ein Sieg drin, wenn man 2:0 führt. Aber als Tabellenletzter kriegst du eher das 2:3 in der letzten Minute. Nun müssen wir eine solche Leistung gegen Rudolstadt und Jena II in den nächsten zwei Heimspielen wiederholen. Wir müssen da den heute erkämpften Punkt vergolden“, fordert der Routinier, der vor allem Rückkehrer Erik Schneider lobte.

Schneider bot nach zweieinhalb Monaten eine starke Leistung und bereitete das 1:0 durch einen Pass auf Marco Ostmann vor. Der A-Junior blieb bei seinem Debüt eiskalt und überlupfte Eilenburgs Keeper. „Ich hab da nicht groß nachgedacht, sondern es gemacht“, freute sich der schnelle Stürmer über das Vertrauen des Trainers. Der gelernte Außenverteidiger Schneider, bei seiner Premiere als Sechser, machte vor allem die Mitte dicht. Wackers Erfolgsrezept in der ersten Hälfte, die Dauerläufer Knopp mit dem 2:0 (37.) entschlossen abrundete.

Kraft reichte nur für eine Stunde

„Wir wussten, dass Erik nur Kraft für eine Stunde hatte und wollten die Führung gern länger halten“, so Coach Seeland. Doch Eilenburgs Torjäger Bunge brachte den bis dahin paralysierten Favoriten mit zwei Treffern (52., 57.) innerhalb von fünf Minuten ins Spiel zurück. Erst verlor Dhaliwal ein Kopfballduell, dann wollte Torwart Henning den Scharfschuss fangen. „Doch wir sind danach nicht eingebrochen“, freute sich Seeland. Im Gegenteil. Als Kirchner freistehend das 3:2 vergab (70.) und Knopp in der Nachspielzeit am Keeper scheiterte, sah man die Angst in den Augen der Spitzenreiter an diesem Tag.