Wacker Nordhausen will Vereinssatzung ändern

Nordhausen.  Nach drei Insolvenzen in zwanzig Jahren will Wacker Nordhausen die Vereinssatzung ändern. Präsidium und Fanbeirat streben Entscheidung bis Mitte 2021 an.

Bei Wacker Nordhausen soll die Vereinssatzung geändert werden.

Bei Wacker Nordhausen soll die Vereinssatzung geändert werden.

Foto: Sascha Fromm

Jana Böhmert stand vorm Nordhäuser Albert-Kuntz-Sportpark und bat im blauen Wacker-Trikot um Spenden für den Nachwuchs. Der eine oder andere Zuschauer öffnete vor der 0:3-Niederlage gegen Ludwigsfelde die Brieftasche. Zerschlissene Trikots, zerbolzte Bälle, klapprige Tore – Wacker Nordhausen benötigt dringend moderne Trainingsmittel für seine rund 200 Kinder- und Jugendfußballer.

Böhmert gehört zu den Sprechern des Mitglieder- und Fanbeirats. Dieser will die Vereinssatzung ändern. „Nach drei Insolvenzen in zwanzig Jahren, brauchen wir endlich eine Antwort, damit so etwas nicht wieder geschehen kann“, sagt Helmut Grabias vom Sprecherrat. Er und seine Mitstreiter wollen einen Aufsichtsrat, der das Handeln des Präsidiums überprüft. „Damit so etwas wie zuletzt nicht mehr passieren kann“, findet Grabias.

Präsident Torsten Klaus traf sich nun mit dem Fanbeirat. Dabei beschlossen beide Parteien, bis Jahresende eine Satzungsänderungskommission zu bilden. Bis Mitte 2021 soll dann eine Mitgliederversammlung über eine neue Satzung entscheiden und endlich die Rechenschaftsberichte der letzten Geschäftsjahre entgegennehmen.

30 neue Mitglieder trotz sportlicher Talfahrt

Klaus beschrieb die komplizierte Zeit seit der Wahl des neuen Präsidiums im Juni und die finanziellen Probleme des Vereins. Allerdings weckt der Neuanfang bei Wacker auch Unterstützung. Trotz der sportlichen Talfahrt konnten 30 neue Mitglieder geworben werden.

Klaus hat den Glauben an den Klassenerhalt mit seinem jungen Team trotz Sieglos-Serie noch nicht verloren: „In meiner Karriere habe ich – außer hier in Nordhausen – immer gegen den Abstieg gespielt. Ich glaube immer noch fest daran, dass unsere Jungs oberligareif sind.“