Wacker-Präsident Nico Kleofas: „Die dritte Liga ist für uns ein Thema“

Nordhausen. Der FSV Wacker Nordhausen reicht Lizenz für 3. Liga beim DFB ein. Verein vermisst klares Bekenntnis der Stadt Nordhausen in der Stadionfrage.

Ministerpräsident Bodo Ramelow im Gespräch mit Wacker-Präsident Nico Kleofas. Foto: A. Rieger

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Niemand Geringeres als der Chef des millionenschweren Weltkonzerns Knauf, Carlo Knauf, sprach jetzt aus, was sich alle Fußballfans im Südharz erhoffen und wofür Nico Kleofas, Präsident des FSV Wacker Nordhausen, mit seinem Team hart arbeitet: Er würde sich wünschen, dass Wacker in der 3. Liga spielt, sagte Knauf beim Neujahrsempfang seines Unternehmens. Er mahnte aber auch an, dass dies nicht nur auf der Schulter seiner Firma passieren könne, die gesamte Wirtschaft der Region und auch die Politik müsse mitziehen.

Dies ist nichts anderes als der klare Hinweis: Knauf wird Wacker in der dritten Liga unterstützen. Über Summen spricht niemand, doch es dürften keine Peanuts sein. „Die dritte Liga ist ein Thema für uns, wenn wir da auch sportlich hingehören“, bestätigt Nico Kleofas offiziell die Ambitionen des Clubs, in die dritthöchste Fußball-Spielklasse in Deutschland zu springen.

Sportlich sind die Wackeren auf dem richtigen Weg, trotz der gefühlten Niederlage am Wochenende. „Das Unentschieden ist kein Beinbruch“, sagt der inzwischen abgekühlte Präsident. „Hertha ist so etwas wie unserer Angstgegner. Wir haben dennoch alles selbst in der Hand“, gibt Kleofas eindeutig die Richtung für die verbleibenden Saisonspiele aus.

Steht Wacker am Ende auf Platz 1 und kann die Relegationsspiele gewinnen, steht dem Aufstieg nichts mehr im Wege, denn derzeit arbeiten Kleofas und seine Mitstreiter an den Lizenzunterlagen. „Wir waren schon in Frankfurt beim DFB. Wir reichen die Unterlagen für die 3. Liga und die Regionalliga ein“, sagte Kleofas am Montag gegenüber unserer Zeitung.

Aber nicht nur sportlich muss es in den kommenden Monaten laufen, auch neben dem Spielfeld gibt es noch einiges zu tun. Doch da ist der Verein auf die Unterstützung von außen angewiesen. Eine Sanierung des Albert-Kuntz-Sportparks beziehungsweise ein Stadionneubau wird unumgänglich, will Wacker in Zukunft auch höherklassig Fußball spielen. Hier ist laut dem Wacker-Präsidenten nun die Stadt gefordert.

„Seit zwei Jahren tagen Arbeitskreise und Arbeitsgruppen, doch es ist keine Bewegung in der Sache, da nichts weiter bearbeitet wird“, ärgert sich Kleofas, der schon im vergangenen Jahr handelte und aus Eigenmitteln des Vereins eine vom Nordostdeutschen Fußballverband geforderte Flutlichtanlage errichten ließ. Von den versprochenen Rückzahlungen durch die Stadt als Eigentümer des Sportparks sei bei Wacker noch nichts angekommen.

Und auch so entlaste der Verein erheblich die Stadtkassen. „Wir machen alles selber. Die Reinigung, die Rasenpflege und auch Wege im AKS haben wir schon ausgebessert“, erklärt der Präsident die Situation. Dies mache Wacker auch nach Spielen anderer Vereine in den Wintermonaten, wenn diese auf dem Kunstrasen kicken. Hilfreich sei dabei die Unterstützung des Kreissportbundes Nordhausen. „Wir haben vier Kräfte bekommen, die uns bei der Arbeit zur Hand gehen. Dafür möchte ich dem KSB danken“, richtet Nico Kleofas das Wort an den KSB.

Eine Sanierung des AKS oder ein Neubau würde wohl nicht nur Wacker zu Gute kommen, auch viele andere Fußballvereine der Stadt Nordhausen sollten davon profitieren. Doch dies gehe alles nur mit der Stadt, betont der Wacker-Präsident. Er vermisst noch immer ein klares Bekenntnis zu dem Vorhaben von den Stadtvätern.

„Anscheinend ist in der Stadt noch nicht klar, dass durch Wacker Woche für Woche positiv über Nordhausen in den Medien berichtet wird“, so Nico Kleofas. In die Frage des Stadions könnte aber schnell Bewegung kommen, nämlich dann, wenn die Stadt als Eigentümer endlich aktiv würde.

Laut Nico Kleofas hat Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) am vergangenen Freitag seine volle Unterstützung zugesagt, doch er könne erst handeln, wenn die Stadt Nordhausen den ersten Schritt geht. Bei diesem Gespräch war auch Landrat Matthias Jendricke (SPD) mit am Tisch. Am Montag erklärte er im TA-Gespräch, eine weitere Gesprächsrunde zum Thema Stadion initiieren zu wollen. Eines ist klar: Gesprochen wurde in der Vergangenheit zur Genüge über das Stadion, langsam müssen für den Fußballsport auch Taten folgen.

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