Wacker-Vize: „Insolvenzantrag zu Wochenbeginn“

Nordhausen.  Die Spielbetriebs GmbH von Wacker Nordhausen wird Anfang nächster Woche den Insolvenzantrag stellen. Die Unterlagen seien vorbereitet.

Wacker Nordhausens Vizepräsident Hans-Joachim Junker (rechts) im Gespräch mit Interimstrainer Tino Berbig.

Wacker Nordhausens Vizepräsident Hans-Joachim Junker (rechts) im Gespräch mit Interimstrainer Tino Berbig.

Foto: Marco Kneise

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„Am Sonntag wird eine spielfähige Mannschaft auf dem Platz stehen“, sagt Hans-Joachim Junker vor Wacker Nordhausens Gastspiel bei Chemie Leipzig (13.30 Uhr). Der Vizepräsident tritt damit Gerüchten entgegen, nach denen die Regionalliga-Profis zum Rückrunden-Auftakt gar nicht mehr antreten würden. Ein weiteres Indiz: Beim Training am Freitagnachmittag zogen alle mit – trotz seit Oktober ausstehender Gehälter.

Dennoch ist laut Junker der Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens durch die Spielbetriebs GmbH beim Amtsgericht Mühlhausen unumgänglich. „Wir haben als Präsidium den Geschäftsführer der GmbH, Nico Kleofas, aufgefordert, den Antrag umgehend zu stellen. Dieser Empfehlung wird er nach meinem Kenntnisstand Anfang der nächsten Woche nachkommen. Die Unterlagen werden gerade vorbereitet“, sagt Junker.

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Nicht die erste Zahlungsunfähigkeit des Vereins

Der frühere Nordbrand-Chef betont noch einmal, dass eine Insolvenz nur die GmbH und die dort angestellten Spieler und Trainer betreffen würde; nicht jedoch den Stammverein mit 250 Kindern und Jugendlichen. Angeblich soll sich der in der aktuellen Bilanz der GmbH „nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag“ auf mehr als zehn Millionen Euro belaufen.

Es ist nicht die erste Zahlungsunfähigkeit, in die der Verein geschlittert ist. Im Juli 2000 musste der FSV schon einmal den finanziellen Offenbarungseid leisten. Sportlich ging die Saison als eine der schwärzesten in die Wacker-Historie ein. Neben der 1. Mannschaft stiegen drei weitere Teams ab. Mehr als 30 Spieler verließen den Verein, der ein Jahr später sogar in die siebte Liga, die Landesklasse, rutschte. Für Nordhausen, das einst zu den festen Größen in der DDR-Liga zählte, war dies der absolute Tiefpunkt. Wo Wackers Absturz diesmal endet, werden die nächsten Wochen zeigen.

Chemie Leipzig – Wacker Nordhausen, Sonntag, 13.30 Uhr

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