Waltershäuser wollen Weltrekord aufstellen

Waltershausen.  Im Interview spricht Michel Mallon über das Eishockey-Benefizspiel gegen die Bereitschaftspolizei und ein geplantes Acht-Stunden-Match

Gleich nach Spielende konnte der Spendenscheck präsentiert werden. Von links: Kai Heidinger (Beretschaftspolizei), Karola Kochinke, Werner Fürle (beide „Balu und Du“), Isabelle Fischer (Kita Waltershausen), Michel Mallon (Firefighter Muscle).

Gleich nach Spielende konnte der Spendenscheck präsentiert werden. Von links: Kai Heidinger (Beretschaftspolizei), Karola Kochinke, Werner Fürle (beide „Balu und Du“), Isabelle Fischer (Kita Waltershausen), Michel Mallon (Firefighter Muscle).

Foto: Christian Heilwagen

Was es in New York seit über 40 Jahren gibt, wurde am Freitag erstmals auch in Waltershausen geboten: ein Charity-Eishockeyspiel zwischen Feuerwehr und Polizei. Die „Firefighter Muscle“, die sozial engagierte Sportgruppe der Feuerwehr Waltershausen, lieferte sich mit einer Auswahl der Bereitschaftspolizei Erfurt ein heißes Duell auf dem Eis, bei dem 2765 Euro zusammen kamen, die zu gleichen Teilen an den Förderverein der Evangelischen Kindertagesstätte Waltershausen und das Projekt „Balu und Du“ in Erfurt gehen. Wir sprachen mit Organisator Michel Mallon vom Firefighter-Team über das ungewöhnliche Spiel und einen geplanten Weltrekordversuch.

Die Polizei gewann mit 6:5. Ist das nicht ein Ergebnis, das förmlich nach Revanche schreit?

Natürlich, darüber haben wir gleich gesprochen. Die Polizei versucht alles möglich zu machen, damit in Erfurt ein Rückspiel stattfinden kann. Es soll schon in die Richtung gehen, dass es ein jährliches Event wird.

Beachtliche 670 Zuschauer wollten das Duell sehen. Überrascht?

Aufgrund der Resonanz im Vorfeld hatten wir schon mit so einer Zahl gerechnet. Überraschend war aber, dass wir den Hallenrekord seit 2002, also seit es Eishockey in Waltershausen gibt, geknackt zu haben.

Da müssen die „Ice Rebells“ ja mächtig neidisch sein.

(lacht)

Wie kamen Sie überhaupt auf die Idee für dieses Match?

Wir hatten letztes Jahr im Februar ein Spiel gegen die Ice Rebellen aus Waltershausen. Als die angefragt hatten, mussten wir nicht lange überlegen. Wir haben gemeinsam mit den Rebells trainiert und dann auch ein richtig gutes Spiel gemacht, bei dem ebenfalls Spenden gesammelt wurden. Für die integrative Kindertagesstätte Waltershausen kamen über 2000 Euro zusammen. Danach war klar, wir bleiben dran. Als ich mich gefragt habe, gegen wen wäre es reizvoll zu spielen, dachte ich, man bleibt in der Blaulicht-Familie. Und weil für so ein Spiel recht viele Spieler benötigt werden, kam ich auf die Bereitschaftspolizei.

Die Spieler-Anzahl ist das eine, aber braucht man nicht auch Erfahrung auf Schlittschuhen?

Nicht unbedingt. Ein Großteil unserer Spieler und auch der der Polizei hat bei Null angefangen. Entscheidend war der Wille.

Wie häufig haben Sie auf Eis geübt?

An sechs Dienstagen haben wir gemeinsam mit der Polizei in Waltershausen trainiert, die Eisfläche haben wir uns jeweils geteilt. Da konnte man zumindest schon sehen, was die anderen drauf haben.

Gibt es in beiden Teams aktive Eishockeyspieler?

Die Polizei hat mit Stefan Löffelholz einen Torhüter von den Erfurter Black Dragons. Dort spielen auch Felix Rößner und Sebastian Richter, das waren zwei, die uns ziemlich Bauchschmerzen bereitet haben. Für unsere Mannschaft waren mit Rebells-Spielertrainer Christoph Hill, der uns fit gemacht hat, Toralf Herrmann und Christian Köberich auch drei richtige Eishockeyspieler dabei. Dadurch war es ausgeglichen.

Auch Thüringens Innenminister Georg Maier begab sich aufs Glatteis. Hat er sich für weitere Einsätze empfohlen?

Das erste Drittel spielte er bei der Polizei, im zweiten Drittel bei uns. Er hat leider kein Tor erzielt, hat es aber wirklich gut gemacht, so dass man am Ende schon sagen konnte: Mensch Maier.

Ihr 2017 gegründetes „Firefighter-Muscle-Team“ verbindet Sport mit der guten Sache. Was sind die nächsten Termine?

Am 28. Februar steigt die zweite Auflage des Eishockey-Stadtpokals gegen die Rebellen. Die Einnahmen gehen diesmal an die Jugendfeuerwehr Waltershausen und den Nachwuchs der Ice-Rebellen. Am 2. Mai folgt unser Inselsbergmarsch in Feuerwehrmontur. Auch da werden wieder Spenden generiert.

Ihre neueste, verrückte Idee ist es, einen Eintrag ins „Guinness Buch der Rekorde“ zu erreichen. Was ist genau geplant?

Bei der Vorbereitung auf unser erstes Eishockeyspiel stießen wir auf den Weltrekord, der 2016 in Kanada aufgestellt wurde, als in einem Spiel 433 Leute 7 Stunden und fünf Minuten Eishockey gespielt haben. Das Ganz wollen wir mit dem Rekord-Institut Deutschland im November (der genaue Termin steht noch nicht fest) im FZZ Gleisdreieck brechen. Ziel sind acht Stunden mit 450 Spielern, jeweils mit zwei Teams à fünf Leuten. Mit dem Erlös der Veranstaltung soll der Verein Paulinchen – Initiative für brandverletzte Kinder unterstützt werden.

Wer kann mitmachen und sollten die Teilnehmer schon mal Eishockey gespielt haben?

Es kann sich jeder, egal welchen Alters und mit welcher Erfahrung, anmelden. Es gibt verschiedene Staffelungen, also Kinder spielen gegeneinander, die Profis bleiben ebenso wie die absoluten Anfänger unter sich. Voraussetzung ist nur, dass man eine vernünftige Eishockey-Schutzausrüstung mitbringt.

Hinweis: Interessenten für den Weltrekordversuch melden sich per Mail bei FireFighterMuscle@mail.de