Weimarer Basketball-Coach Schmidt: „Wir wollen keine Eintagsfliege sein“

Jochen Meyer
| Lesedauer: 4 Minuten
Florian Thiersch (rechts) zählt schon seit vielen Jahren zu den Leistungsträgern der ersten Männermannschaft der SG HSV-KSSV Weimar. Auch er würde sicher gern wieder in der Halle auf Korbjagd gehen.

Florian Thiersch (rechts) zählt schon seit vielen Jahren zu den Leistungsträgern der ersten Männermannschaft der SG HSV-KSSV Weimar. Auch er würde sicher gern wieder in der Halle auf Korbjagd gehen.

Foto: Jürgen Scheere

Weimar.  Der 34-jährige Hagen Schmidt agiert noch selbst unterm Korb und bildet zudem noch den Weimarer Nachwuchs im Basketball aus.

Wie kaum ein anderer lebt Hagen Schmidt mit und für den Basketball. Seit einigen Jahren setzt sich der gebürtige Weimarer dafür ein, die attraktive Mannschaftssportart Basketball wieder auf eine höhere Ebene in der Kulturstadt zu bringen.

Der 34-Jährige war entscheidend mitbeteiligt an der Kooperation zwischen der SG HSV/KSSV Weimar und Science City vor vier Jahren, wodurch eine positive Entwicklung vor allem im Nachwuchsbereich einsetzte. „Mittlerweile haben wir sogar ein Team der Minis ab acht Jahre, welches ich trainiere und das ist ein Novum in Weimar“, sagt der Trainer der B-Lizenz, der momentan mit der Absolvierung der A-Lizenz beschäftigt ist.

Großes Engagement

Seit zehn Jahren engagiert sich der studierte Islamwissenschaftler, der mit dem Basketball sowie auch mit dem Rugby bei einem Schüleraustausch in Neuseeland in Berührung kam, für die rasante Ballsportart unter den Körben. „Wir wollen in der Goethestadt dafür sorgen, dass eine der großen Mannschaftssportarten wieder höherklassig vertreten ist und Weimar auch sportlich wieder ins Gespräch bringt“, bemerkt der Jugendsportkoordinator, der mit der Basketballerin Lisa Homuth liiert ist und selbst noch mit den Herren der SG HSV/KSSV Weimar in der Landesliga auf Korbjagd geht.

Dabei denkt Hagen Schmidt rund 15 Jahre zurück, als die Weimarer Basketballer noch in der Zweiten Regionalliga agierten. „Damals hatte die Fünf aber keine Chance gegen die übermächtige Konkurrenz“, erzählt der frühere Kampfsportler. Mittlerweile spielt Culture City Weimar als sogenanntes Farm-Team von Science City Jena, das mit einer Niederlage in Rostock am vergangenen Sonntag den Aufstieg von der Pro A in die Bundesliga knapp verpasste, in der Ersten Regionalliga, absolviert seine Heimspiele seit knapp zwei Jahren in der Weimarer Asbachhalle.

Erfolgreiche Talente

Im Entwicklungsteam der Saalestädter stehen mit dem 25-jährigen Richard Rietschel sowie dem ein Jahr jüngeren Max Schriewer zwei gebürtige Weimarer, von denen Rietschel schon in der Pro A zum Einsatz kam, sich aber nicht durchsetzen konnte. „Die Mannschaft ist das Zugpferd für unsere zahlreichen Jugendspieler“, erklärt Hagen Schmidt, der sich mit seinen ehrenamtlichen Trainerkollegen um die Ausbildung der Nachwuchsmannschaft U 19, U 16, U 14 (2), U 12 sowie U 10 kümmert. Wie erfolgreich deren Aufbauarbeit ist, zeigt die Tatsache, dass mit Lukas Probst, Matteo Schultz und Richard Schmitt bereits drei junge Weimarer Berücksichtigung in den Nachwuchsteams des Deutschen Basketball-Bundes (DBB) fanden.

„Die Kooperation zwischen Jena und Weimar klappt gut“, berichtet der Basketballcoach, der sich diesbezüglich als wichtigstes Bindeglied sieht. Um diese noch weiter zu intensivieren, schaut er sich bereits in den Grundschule sowie in Arbeitsgemeinschaften der weiterführenden Schulen frühzeitig nach Talenten um. Diese können sich dann in den Nachwuchsteams in Weimar auch für die Sportschulen in Erfurt und Jena qualifizieren.

Gute Entwicklung

„Der Basketball hat sich in den vergangenen Jahren in Deutschland stark entwickelt, ist wesentlich professioneller geworden und bietet talentierten Akteuren gute Berufschancen“, informiert Hagen Schmidt und ergänzt, dass auch das Training bei den Nachwuchsspielern athletische und härter geworden ist.

Jetzt freut sich der Basketball-Enthusiast, dass langsam wieder in der Sporthalle trainiert werden kann, seit dem gestrigen Montag, 3. Mai, mit sechs Mädchen und sieben Jungen aus den Thüringer Auswahlkadern. Zuvor verliefen die Trainingseinheiten in der Coronakrise online klassisch mit den üblichen Liegestützen und anderen körperlichen Übungen. „Aber den Jugendlichen geht langsam die Lust darauf aus, sie wollen wieder mit dem Ball in die Körbe treffen“, sagt Hagen Schmidt, der vor wenigen Tagen mit vier seiner Nachwuchsakteure sogar einen Halbmarathon vorbildlich bestritt.

Mit seinen Mitstreitern will der sympathische und engagierte Weimarer weiterhin dafür sorgen, dass der Basketballsport sich weiter in der Goethestadt entwickelt und bald auch wieder Dunkings und Korbleger vor begeisterten Zuschauern möglich sind. „Wir wollen weiter nachhaltig arbeiten und keine sportliche Eintagsfliege sein“, betont Hagen Schmidt voller Optimismus.