Weitere juristische Konsequenzen für Rot-Weiß Erfurt

Erfurt.  Beim FC Rot-Weiß Erfurt gehen die juristischen Turbulenzen weiter und auf den Verein kommt das nächste Insolvenzverfahren zu.

Insolvenzverwalter Volker Reinhardt bestätigte den Insolvenzantrag der Mertus491 GmbH, die einst dem Erfurter Profifußball den Weg ebnen sollte.

Insolvenzverwalter Volker Reinhardt bestätigte den Insolvenzantrag der Mertus491 GmbH, die einst dem Erfurter Profifußball den Weg ebnen sollte.

Foto: Sascha Fromm

Beim FC Rot-Weiß Erfurt haben die finanziellen Turbulenzen um den Rückzug aus der Fußball-Regionalliga vor einem Monat nun weitere juristische Konsequenzen nach sich gezogen. Die Mertus 491 GmbH, die ursprünglich die Grundlage für die FC Rot-Weiß Erfurt Fußball GmbH bilden sollte, hat einen Insolvenzantrag (Aktenzeichen 810 IM 261/20) gestellt. Den entsprechenden Vorgang bestätigte Volker Reinhardt, der Insolvenzverwalter des einstigen Regionalligisten, unserer Zeitung.

Wie auf dem Portal insolvenzbekanntmachungen.de öffentlich geworden ist, wurde am Donnerstag das Verfahren eingeleitet. Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Stephan Laubereau aus Frankfurt/Main bestellt.

Im vergangenen August beantragte Reinhardt die Eintragung der Fußball GmbH ins Handelsregister. Das Amtsgericht Jena hatte dies aber am 10. Dezember mit Verweis auf das nicht ausreichende Kapital abgelehnt. Damit war die geplante Ausgliederung der ersten Mannschaft in der Regionalliga sowie der U19-Junioren gescheitert – und damit langfristig zugleich die Zukunft des Profifußballs in Erfurt.

Allerdings hatten die Investoren inzwischen 1,2 Millionen Euro in die neue Fußball GmbH eingezahlt, die jedoch unter anderem zur Tilgung eines Darlehens der Volksbank Gera/Jena/Rudolstadt verwendet wurden . Weil sich die Investoren deshalb getäuscht sahen, stellten sie im Januar gegen Reinhardt Strafanzeige und Strafantrag bei der Staatsanwaltschaft Erfurt. Ob es zu einem Ermittlungsverfahren kommt, darüber sei noch nicht entschieden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft unserer Zeitung. Man prüfe noch die Vorwürfe.

Reinhardt bestätigte unterdessen zudem, dass Michael Krannich, der zum 1. Oktober als Geschäftsführer der Rot-Weiß-Erfurt GmbH präsentiert worden war, inzwischen abberufen wurde.