Der Vergabe voraus: Vorbereitungen auf Rennrodel-WM 2023 in Oberhof haben begonnen

Oberhof  In Oberhof haben die Vorbereitungen auf die Rennrodel-Weltmeisterschaften 2023 bereits begonnen, obwohl noch nicht klar ist, wo diese stattfinden werden.

Zum Weltcup kommen jährlich die besten Rennrodler, wie Olympiasiegerin Natalie Geisenberger, nach Oberhof. Nun soll die WM her. Archivfoto: Sascha Fromm intern

Zum Weltcup kommen jährlich die besten Rennrodler, wie Olympiasiegerin Natalie Geisenberger, nach Oberhof. Nun soll die WM her. Archivfoto: Sascha Fromm intern

Foto: Sascha Fromm intern

Die Vorbereitung auf die Rodel-WM 2023 in Oberhof hat bereits begonnen, obwohl die Titelkämpfe erst nächstens Jahr vergeben werden. „Es wird dem Bob- und Schlittenverband für Deutschland sehr helfen, wenn wir bei der Bewerbung konkrete Pläne vorlegen können, was an der Oberhofer Bahn modernisiert werden soll“, sagte BSD-Präsident Andreas Trautvetter aus Kleinschmalkalden.

Die 1971 eingeweihte und damals erst zweite künstlich vereiste Bahn in der Welt nach Königssee verfügt nach einigen Kurven-Umbauten nach wie vor über einen sehr guten Bahnkörper. Um sie als Trainings- und Wettkampfstätte zu nutzen, müssen einige Modifizierungen umgesetzt werden. Für den Sportbetrieb notwendig ist die Erweiterung der Starthäuser, die schon lange nicht mehr ausreichen für Umkleide- und Toilettenräume, zum Aufwärmen der Sportler und zur Konzentration auf den Wettkampf. Da in Zukunft auch noch Doppelsitzer der Damen als neue Rodel-Disziplin und Para-Bob hinzukommen – Oberhof ist Bundesstützpunkt für die Behindertensport-Disziplin – sind die Gebäude viel zu klein.

Außerdem fehlen Parkflächen an den Starts. Als sicherheitsrelevant wird die fehlende zweite Bahnstraße eingestuft. Eine Trennung zwischen Publikums-Verkehr und dem Transport der Geräte ist schon lange kaum noch möglich. Am Eiskanal selbst müssen die Betonstützen der Bahnauflage und die Dächer der Kurven saniert werden. Außerdem fehlt entlang der Banden ein Gitterrost-Weg für Trainer und Betreuer sowie für Nothelfer. „So etwas gibt es inzwischen an allen modernen Bahnen. Die Unfallgefahr ist viel zu groß, wenn Trainer auf den Banden stehen“, erläutert der BSD-Präsident.

Während sich in die Kosten für die Erhaltung der Bahn der Bund, das Land und die Kommune teilen, müssen für die Verbesserung der touristischen Infrastruktur andere Finanzquellen erschlossen werden. Eine sowohl die sportlichen als auch die touristischen Belange umfassende Studie geht von 30 Millionen Euro Gesamtkosten aus. Derzeit wird zwischen Geldgebern, dem Sport und dem Tourismus über Einsparpotenzial verhandelt. Die Suche nach einem Projektsteuerer hat begonnen, der dann ein Planungsbüro finden soll. „Un-ser Ziel ist es, das alles in diesem Jahr zu erledigen, damit wir Anfang 2019 beim Weltcup und der in diesem Rahmen stattfindenden EM die Baupläne vorstellen können“, so Trautvetter.

Mit der EM 2019 in eigener Sache werben

Vom 8. bis 10. Februar 2019 wird die Bahn die 50. Rodel-EM erleben – als sogenannten „Race in Race“. Die jeweils bestplatzierten Europäer in den Weltcup-Rennen sichern sich auch EM-Gold. Oberhof wird dann zum vierten Mal nach 1979, 1998 und 2004 kontinentale Titelkämpfe austragen. Die Veranstaltung soll auch Werbung für die WM-Vergabe werden.

„Rodelwettkämpfe haben bei uns mit mehr als elftausend Zuschauern immer Volksfest-Charakter. Das hat der Weltverband mit der EM-Vergabe honoriert und soll den Weg zur vierten WM exakt 50 Jahre nach den ersten Weltmeisterschaften 1973 sowie den weiteren Welttitelkämpfen 1985 und 2008 ebnen“, sagte Uwe Theisinger, der Sportdirektor und Geschäftsführer des ausrichtenden Thüringer Schlitten- und Bobsportverbandes. Auf dem Weg zur „großen“ WM wird Oberhof bereits 2020 die Junioren-WM ausrichten.

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.