Langläuferin Victoria Carl stürzt in Lahti und kämpft - Platz 15 im WM-Rennen

Lahti  Victoria Carl stand mit Tränen in den Augen im Ziel und sinnierte darüber, was denn alles möglich gewesen wäre. Sie musste kurz nach dem Startschuss jene Schrecksekunde verdauen, die ihr den ganzen Plan für dieses Rennen über den Haufen warf.

Victoria Carl als 15. lieferte ein überzeugendes Rennen ab. Dabei hatte das Rennen für Carl denkbar schlecht begonnen. Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Victoria Carl als 15. lieferte ein überzeugendes Rennen ab. Dabei hatte das Rennen für Carl denkbar schlecht begonnen. Foto: Hendrik Schmidt/dpa

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„Vielleicht hätte ich Platz acht belegen können“, sagte die Skilangläuferin vom SC Motor Zella-Mehlis, die bei der WM in Lahti im Skiathlon über jeweils 7,5 Kilometer im klassischen und freien Stil auf Platz 15 kam, nachdem sie ein paar hundert Meter nach dem Start stürzte und wertvolle Zeit verlor. „Heute Abend werde ich mich vor allem darüber freuen, dass meine Ski gut liefen und ich mich nach vorne gekämpft habe“, sagte die U23-Weltmeisterin und blickte in der Stunde der Enttäuschung lieber in die Zukunft.

Bei perfektem Winterwetter mit Sonnenschein und leichten Frostgraden bejubelten die finnischen Fans in der mit 35.000 Zuschauern ausverkauften Arena von Lahti den zweiten Platz von Krista Parmakoski, die nur 4,8 Sekunden hinter der norwegischen Langlauf-Königin Margit Björgen ins Ziel stürmte. Platz drei belegte die Schwedin Charlotte Kalla.

Aber auch im deutschen Lager gab es ein strahlendes Gesicht. Die erst 20 Jahre alte Katharina Hennig aus Oberwiesenthal lief bei ihrer ersten WM-Teilnahme auf einen starken elften Platz: „Ich bin überglücklich. Ich war sehr aufgeregt, weil ich unbedingt zeigen wollte, was ich kann.“

Beim Sturz ist der Skistock zerbrochen

Victoria Carl indes musste kurz nach dem Startschuss jene Schrecksekunde verdauen, die ihr den ganzen Plan für dieses Rennen über den Haufen warf. „Ich wollte mich in die Spur einordnen, aber da war kein Platz. Da bin ich gestürzt und der Skistock ist zerbrochen“, sagte die Thüringerin. Ehe sie sich aufgerafft hatte, war wertvolle Zeit vergangen. Andreas Schlütter, der Sportliche Leiter der deutschen Skilangläufer, reichte ihr zwar wenig später einen neuen Stock, aber die besten Langläuferinnen waren längst enteilt. „Das Problem war nun, dass ich die meiste Zeit des Rennens völlig alleine gelaufen bin“, sagte Carl.

Nach 2,2 Kilometern lag sie auf Platz 39 und mit einem Rückstand von bereits 43,2 Sekunden hoffnungslos zurück. Wie sie nun aber eine Aufholjagd startete, beeindruckte auch Disziplin-Trainer Torstein Drivenes. „Das zeigt, welche mentale Stärke in ihrem Körper steckt“, sagte der Norweger in Diensten der deutschen Mannschaft, der aber auch Reserven benannte: „Wenn es nach dem Start eng zugeht, da muss sie eben noch cooler werden“, sagte der Trainer.

Genau das hat auch Carl selbstkritisch angemerkt. „Da bin ich noch zu zaghaft. Ich muss es lernen, mir einfach die Spur zu nehmen“, sagte die erst 21 Jahre alte Langläuferin. Im 10-km-Rennen im klassischen Stil wird sie am Dienstag wohl nicht laufen. Carl will sich auf das 30-km-Rennen in einer Woche sowie auf den Staffeleinsatz am kommenden Donnerstag konzentrieren.

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