Nordische Ski-WM: So stehen die Chancen der deutschen Teilnehmer

Seefeld  Mit 28 Athletinnen und Athleten startet der Deutsche Ski-Verband bei der WM in Seefeld – darunter auch zwei Thüringerinnen. Wir beleuchten die Chancen der deutschen Teilnehmer.

Unter Beobachtung: Markus Eisenbichler gehört zu den Hoffnungsträgern bei den deutschen Skispringern.

Unter Beobachtung: Markus Eisenbichler gehört zu den Hoffnungsträgern bei den deutschen Skispringern.

Foto: Angelika Warmuth/dpa

Mit elf Frauen und 17 Männern startet der Deutsche Ski-Verband (DSV) bei der am Mittwoch beginnenden Nordischen Ski-WM in Seefeld und zählt dabei vor allem in den Teamwettbewerben zu den Medaillenkandidaten. Vor zwei Jahren in Lahti hat die Mannschaft mit sechs Goldmedaillen Rang zwei in der Nationenwertung hinter Norwegen (sieben Titel) belegt. Mit der Skispringerin Juliane Seyfarth vom WSC 07 Ruhla und Langläuferin Victoria Carl (SC Motor Zella-Mehlis) starten allerdings nur zwei Thüringer Athletinnen bei den Titelkämpfen in Österreich. Wir beleuchten zum WM-Auftakt die Chancen der deutschen Teilnehmer.

Skisprung, Männer

Die deutschen Männer sind in diesem Winter immer für eine Medaille gut. Markus Eisenbichler (Siegsdorf) schaffte bei der Vierschanzentournee Platz zwei und überzeugte ebenso mit Rang zwei bei der WM-Generalprobe in Willingen. Stephan Leyhe (Willingen) erreichte in diesem Winter mit Rang zwei in Wisla erstmals das Weltcup-Podest und ist konstanteste deutsche Springer. Karl Geiger (Oberstdorf) untermauerte mit zwei Siegen in dieser Saison ebenso seine Medaillenambitionen. Olympiasieger Andreas Wellinger (Ruhpolding) fiel derweil nach durchwachsenem Start in ein Loch. Im Teamwettbewerb gehören die deutschen Männer zu den Medaillenkandidaten. „Wir können mit breiter Brust auftreten“, sagt der nach der Saison aus dem Amt scheidende Bundestrainer Werner Schuster.

Skisprung, Frauen

Im Weltcup steht die Norwegerin Maren Lundby an der Spitze, aber keine Nation ist so breit aufgestellt wie Deutschland. Während die Olympiazweite Katharina Althaus (Oberstdorf) nun auch als Weltcupzweite zu den Medaillenkandidatinnen zählt, erlebt Juliane Seyfarth aus Ruhla ihre bislang beste Saison. Die 29-Jährige erzielte im November den ersten Weltcupsieg ihrer Karriere. „Wenn ich sagen kann, dass ich in jedem Wettkampf zwei bestmögliche Sprünge gezeigt habe, wäre es für mich eine gelungene WM“, sagt die Thüringerin. Zusätzliche Motivation ist der erstmals bei einer WM ins Programm genommene Teamwettbewerb.

Nordische Kombination

Johannes Rydzek (Oberstdorf), der bei der WM 2017 vier WM-Titel eroberte, landete in dieser Saison in sieben Einzelwettbewerben auf dem Weltcuppodest und rangiert in der Gesamtwertung auf Rang drei. „Ich muss mein Zeug machen. Wenn mir das gelingt, kann ich vorn mitkämpfen“, sagt der 27-Jährige. Besonders gute Erinnerungen an Seefeld hat Eric Frenzel (Geyer), der hier vier Mal in Folge das Nordic Combined Triple gewinnen konnte. In diesem Jahr aber lief es nicht perfekt, zuletzt hatte der Sachse mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Zwei zweite Plätze in Lillehammer im November und Dezember waren seine besten Ergebnisse des Winters. Im Teamwettbewerb gehört Deutschland neben Norwegen und Österreich zu den Medaillenkandidaten.

Langlauf, Männer

Medaillen sind für die deutschen Männer unrealistisch, auch wenn zum Beispiel der erst 21 Jahre alte Janosch Brugger (Schluchsee) beim Weltcup in Lillehammer mit der Laufbestzeit im Verfolgungsrennen über 15 Kilometer für den ersten Sieg eines deutschen Langläufers seit vier Jahren sorgte. Mit Thomas Bing (Rhöner WSV Dermbach) ist einer der Leistungsträger nach einem Schien- und Wadenbeinbruch Anfang des Monats nicht dabei. Großes langfristige Ziel ist die Heim-WM in zwei Jahren in Oberstdorf.

Langlauf Frauen

Sandra Ringwald (Schonach-Rohrhardsberg) mit Rang zwei im Weltcup-Sprint von Cogne und Victoria Carl (SC Motor Zella-Mehlis) als Sechste über die zehn Kilometer im klassischen Stil bei den Rennen in Italien haben zuletzt ansteigende Form nachgewiesen. „Im Sprint möchte ich in das Viertelfinale, lieber aber noch in das Halbfinale“, sagt die 23 Jahre alte Thüringerin, die sich mit ihrer ansteigenden Form für die Teamwettbewerbe empfehlen will. Die letzte WM-Medaille für die deutschen Langlauf-Frauen gab es bei der WM 2009 in Liberec im Staffelwettbewerb.

WM-Entscheidungen in Seefeld

Donnerstag, 21. Februar:

  • 14.30 Uhr: Langlauf, Sprint

Freitag, 22. Februar:

  • 10.30 Uhr: Nordische Kombination, Springen
  • 16.15 Uhr: Nordische Kombination, 10-km-Langlauf

Samstag, 23. Februar:

  • 11 Uhr: Skilanglauf, Skiathlon Frauen (15 Kilometer)
  • 12.30 Uhr: Skilanglauf, Skiathlon, Frauen (30 Kilometer)
  • 14.30 Uhr: Skispringen, Einzel, Männer (Großschanze)

Sonntag, 24. Februar:

  • 10.30 Uhr: Nordische Kombination, Springen, Team
  • 11.30 Uhr: Langlauf, Teamsprint (Frauen/Männer)
  • 13.30 Uhr: Nordische Kombination, 2x7,5-Kilometer-Langlauf
  • 14.45 Uhr: Skispringen, Team

Dienstag, 26. Februar:

  • 15 Uhr: Skilanglauf, Frauen, 10 Kilometer, klassisch
  • 16.15 Uhr: Skispringen, Frauen, Team

Mittwoch, 27. Februar:

  • 14 Uhr: Skilanglauf, Männer, 15 Kilometer, klassisch
  • 16.15 Uhr: Skispringen, Einzel, Frauen

Donnerstag, 28. Februar:

  • 11 Uhr: Nordische Kombination, Springen
  • 13 Uhr: Skilanglauf, Staffel der Frauen (4x5 Kilometer)
  • 15.15 Uhr: Nordische Kombination, 10-km-Langlauf

Freitag, 1. März:

  • 13.15 Uhr: Skilanglauf, Staffel der Männer (4x10 Kilometer)
  • 16 Uhr: Skispringen der Männer (Normalschanze)

Samstag, 2. März:

  • 11 Uhr: Nordische Kombination, Teamwettbewerb
  • 12.15 Uhr: Skilanglauf, Massenstart, Frauen (30 Kilometer)
  • 14.45 Uhr: Nordische Kombination, 4x5-km-Langlauf
  • 16 Uhr: Skispringen, Mixed

Sonntag, 3. März:

  • 13 Uhr: Skilanglauf, Massenstart, Männer (50 Kilometer)

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