Oberhofer Rennrodler Ludwig gewinnt Weltcup-Auftakt in Innsbruck

Innsbruck  Der Olympia-Dritte Johannes Ludwig hat beim Weltcup-Auftakt im österreichischen Igls gewonnen. Doppel Eggert/Benecken meldet sich mit Platz zwei zurück.

Ein Mann für alle Fälle: Auf der Olympiabahn von Innsbruck-Igls war gestern auf Johannes Ludwig wieder einmal Verlass.

Ein Mann für alle Fälle: Auf der Olympiabahn von Innsbruck-Igls war gestern auf Johannes Ludwig wieder einmal Verlass.

Foto: Stefan Adelsberger, dpa

Johannes Ludwig aus Oberhof hat Deutschlands Vorzeige-Rodler Felix Loch erneut ausgestochen und den Weltcup-Auftakt im österreichischen Igls gewonnen. Der 32 Jahre alte Olympiadritte setzte sich gestern vor dem Italiener Dominik Fischnaller und Weltmeister Wolfgang Kindl aus Österreich durch. Loch (Berchtesgaden) enttäuschte als Sechster, mehr als zweieinhalb Zehntelsekunden trennten ihn nach zwei Läufen von Ludwig, der seinen zweiten Weltcupsieg feierte.

„Ich bin mit einem offenen Gefühl in die Saison gegangen und wusste nicht genau, wo ich stehe“, sagte Ludwig, „doch dieser Sieg zum Auftakt macht mich glücklich. So kann man starten.“ Loch haderte vor allem mit dem schwächeren zweiten Lauf. „Da waren zwei, drei Fehler drin, die Zeit gekostet haben“, sagte der zweifache Einzel-Olympiasieger, „ich muss jetzt an den richtigen Schrauben drehen, dann geht es wieder voran.“ Hinter Loch wurde Chris Eißler (Zwickau) Siebter, Weltcup-Debütant Max Langenhan (Friedrichroda) belegte Platz zwölf, Sebastian Bley (Suhl) Rang 16.

Schon in Pyeongchang hatte Ludwig die deutsche Männerbilanz gerettet und Bronze geholt. „Es tut uns gut, dass er jetzt vorne mitfährt“, sagte Loch, „und dass er hier gewonnen hat, ist richtig cool.“ Zumindest Ludwig scheint in der Lage, für starke Männer-Ergebnisse zu sorgen, wenn Loch schwächelt.

Teilweise gelang Loch die Rehabilitation im abschließenden Sprint-Wettbewerb – dort belegte er den dritten Platz hinter Kindl und Alexander Gorbatcewitsch aus Russland.

Die deutschen Frauen kennen solche Probleme nicht. Natalie Geisenberger, Julia Taubitz und Tatjana Hüfner dominierten am Samstag, ehe im gestrigen Sprint dann Geisenberger, Taubitz und die Olympiazweite Dajana Eitberger aus Ilmenau den Dreifacherfolg einfuhren.

Geisenberger war von dem starken Gesamtergebnis nicht überrascht und sagte mit Blick auf die unerwartet gute Julia Taubitz, die jetzt zur Oberhofer Trainingsgruppe gehört: „Julia ist extrem stark gefahren. Das wird eine spannende Saison.“

Taubitz war im ersten Durchgang sogar Bahnrekord gefahren, Eitberger hatte im zweiten die schnellste Zeit aller Starterinnen hingelegt, was nach dem verkorksten ersten Lauf aber nur noch zu Platz acht reichte.

Ans Limit gingen die Thüringer Doppelsitzer Toni Eggert und Sascha Benecken. Trotz ihrer sechswöchigen Zwangspause holten die Olympiadritten gleich Rang zwei hinter den Österreichern Thomas Steu/Lorenz Koller. „Nach der Vorgeschichte freue ich mich für die zwei“, sagte Bundestrainer Norbert Loch. „Ich bin einfach froh, dass wir starten konnten und möchte den Ärzten und Physios danken“, sagte Eggert, der im Oktober bei einem Trainingssturz einen Bruch des rechten Wadenbeins erlitten hatte.

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