Rennrodler Johannes Ludwig – Vom Sandstrand in den Eiskanal

Fontanelle  Nach dem Kurztrip zum „Champion des Jahres“ beginnt für Rennrodler Johannes Ludwig in Lillehammer der Kampf um das Olympia-Ticket.

Der Oberhofer Johannes Ludwig beim Spaßwettbewerb der Sportler im Pool. Foto: picture alliance für die Stiftung Deutsche Sporthilfe/Kai-Uwe Wärner

Der Oberhofer Johannes Ludwig beim Spaßwettbewerb der Sportler im Pool. Foto: picture alliance für die Stiftung Deutsche Sporthilfe/Kai-Uwe Wärner

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Wer zwei kleine Kinder hat, ist zwangsläufig Stammgast in Spaßbädern. Und Johannes Ludwig kann auch gar nicht genug davon bekommen, die geschwungene Wasserrutsche im „Robinson Club Apulia“ hinun-terzusausen. Doch als eine Trainingseinheit will der Oberhofer Rennrodler die feucht-fröhliche Rutschpartie unter Italiens Sonne nicht verstanden wissen.

„Das ist Gaudi und lässt keine großen Rückschlüsse aufs Rodeln zu“, sagt Ludwig und grinst. Dabei sah es durchaus professionell aus, wie er in gewohnter Rückenlage die Kurven meisterte – und am Ende elegant ins Becken eintauchte. „Ich mag das Wasser – aber die Eisrinne liegt mir doch etwas mehr“, gesteht der 31-Jährige. Er gehört zu den knapp 70 deutschen Spitzensportlern, die auf Einladung der Stiftung Deutsche Sporthilfe Aktivurlaub beim „Champion des Jahres“ im Südosten Italiens verbringen.

Ludwig genießt die Sonnenstrahlen und die Zeit mit der Familie, die ihn begleitet. „Es sind für längere Zeit vermutlich die letzten warmen Tage für mich“, sagt er und denkt dabei offenbar schon an die Abreise nach Lillehammer (Norwegen). Dort steht für die deutschen Rodler der erste Lehrgang auf dem Programm. Für den Thüringer ging es gestern direkt vom Strand des Mittelmeeres nach Skandinavien.

„Das ist etwas schade“, meint Ludwig und beneidet die anderen Athleten ein wenig, die sich bis Sonnabend vergnügen können. Doch die bevorstehende olympische Saison ist zu wichtig, als dass man sie verspätet in Angriff nehmen dürfte. Dafür ist die Konkurrenz zu groß. Gerade bei den Männern auf den schnellen Schlitten können Kleinigkeiten große Auswirkungen haben.

Nominiert für die Weltcups ab November

Für die ab 18. November in Innsbruck-Igls beginnende Weltcup-Saison ist Ludwig zwar von Bundestrainer Norbert Loch nominiert worden. Das Ticket für die Olympischen Spiele in Pyeongchang muss er jedoch auch erst lösen. „Das wird nicht einfach“, sagt er. „Aber ich habe im Laufe der Jahre gelernt, dass es nichts bringt, sich verrückt zu machen.“ Darum geht er selbst einen olympischen Winter gelassen an. Die Probleme mit der Hand, die ihm für einige Vorbereitungswochen ein „Paddel-Verbot“ einbrachten, hatten sogar einen überraschenden Effekt: „Als ich dann wieder gestartet bin, war ich so schnell wie lange nicht mehr“, verrät Ludwig. Ganz so, als hätte sein Körper die Pause gebraucht.

Doch der amtierende Teamstaffel-Weltmeister ist lange genug dabei, um zu wissen, dass nun in Lillehammer mit der ersten Fahrt in der Eisrinne der Ernst der Schlitten-Saison beginnt. Anders als auf der Wasserrutsche werden ihm dabei keine Fehler verziehen.

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