Skispringer und Kombinierer sind deutsche WM-Hoffnungen in Lahti

Lahti  Thüringen ist nur im Skilanglauf mit drei Startern vertreten. Tim Tscharnke ist nach Erkrankung geschwächt.

Titelverteidigerin Carina Vogt of Germany gehört zu den deutschen Medaillenhoffnungen bei der WM in Lahti. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Titelverteidigerin Carina Vogt of Germany gehört zu den deutschen Medaillenhoffnungen bei der WM in Lahti. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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Mit einem Weltcup-Spitzenreiter in der Nordischen Kombination, einem Hoffnungsträger und einer Titelverteidigerin im Skispringen sowie einigen Sorgenfalten im Langlauf reisen die Athleten des Deutschen Ski-Verbandes (DSV) zur Nordischen Ski-WM, wo am Donnerstag in Lahti die ersten Medaillen vergeben werden. Wir beleuchten die Chancen der deutschen Mannschaft, die bei den Titelkämpfen vor zwei Jahren in Falun mit fünf Goldmedaillen glänzten.

Nordische Kombination: Nach dem Karriereende von Tino Edelmann (SC Motor Zella-Mehlis) steht zum ersten Mal seit der WM 1997 in Trondheim kein Thüringer im WM-Aufgebot der Winterzweikämpfer. Wenn es deutsche WM-Medaillen geben wird, dann in der Nordischen Kombination. Mit Johannes Rydzek (Oberstdorf), Eric Frenzel (Oberwiesenthal) und Fabian Rießle (Breitnau) gehen die drei Ersten des Gesamtweltcups als klare Favoriten in die WM.

Skispringen (Männer): Eine deutliche Schwächung der Mannschaft ist der Ausfall von Severin Freund. Der Weltmeister hatte sich im Training einen Kreuzbandriss zugezogen und fällt für den Rest der Saison aus. Neuer Hoffnungsträger ist nun Andreas Wellinger, der seit Mitte Januar nie schlechter war als Platz fünf, in Willingen gewann er sogar den Weltcup.

Skispringen (Frauen): Bei den Frauen gehen Titelverteidigerin Carina Vogt und Katharina Althaus mit einem Weltcup-Doppelsieg im Rücken in die WM-Wettbewerbe. Im slowenischen Ljubno hatte Althaus vor einer Woche vor ihrer Teamkollegin gewonnen.

Skilanglauf (Männer): Bei der WM 2015 in Falun verpassten die beiden Thüringer Tim Tscharnke und Thomas Bing im Teamsprint nur um 0,38 Sekunden die Bronzemedaille. In diesem Winter gelang beiden Athleten aber noch kein Top-Ten-Resultat. Erschwerend hinzu kommt: Tscharnke ist erneut erkrankt und meldete sich beim Weltcup am Wochenende im estnischen Otepää ab. „Tim kann höchstens zur zweiten Woche nach Lahti kommen“, sagte der Sportliche Leiter der deutschen Langläufer, Andreas Schlütter.

Skilanglauf (Frauen): Dritte Thüringer Starterin in Lahti ist Victoria Carl, der in diesem Winter mit der Staffel bereits ein starkes Resultat gelang. Beim Weltcup im Januar im schwedischen Ulricehamn lief das deutsche Quartett mit Carl sowie Sandra Ringwald, Katharina Hennig und Steffi Böhler auf Rang zwei. Es war ein Achtungszeichen mit Blick auf die WM, verbunden mit der Hoffnung, dass auch die Langläufer mit einer WM-Medaille heimkehren.

Wo wird die WM ausgetragen? Die knapp 103 000 Einwohner zählende Stadt Lahti, etwa 100 Kilometer nördlich von Helsinki gelegen, ist bereits zum siebten Mal Ausrichter der Welttitelkämpfe. In den elf Wettkampftagen fallen 21 Entscheidungen. Die nächste WM in Deutschland findet übrigens im Februar 2021 in Oberstdorf statt.

Liegt genügend Schnee in Lahti? Die Organisatoren brauchen sich keine Sorgen machen. „Ich freue mich, sagen zu können, dass beide Schanzen in exzellentem Zustand sind. Während des gesamten Winters haben wir 100 000 Kubikmeter Schnee produziert“, erklärte WM-Sportdirektor Tami Kiuru. Die Wetterfrösche sagen für die kommenden Tage perfektes Winterwetter mit Temperaturen um die fünf Grad minus voraus.

Wie groß ist das Interesse der Fans? Leere Tribünen und kaum Flair an den Langlaufloipen wie zuletzt bei den vorolympischen Weltcups in Pyeongchang wird es nicht geben. Der erste WM-Samstag ist laut Organisatoren sogar bereits ausverkauft.

Wer sind die internationalen Stars dieser WM? Nach ihrer Babypause ist Norwegens Langlauf-Olympiasiegerin Marit Björgen (36) wieder in Weltklasse-Form. Beim Weltcup in Otepää als WM-Generalprobe gewann sie das 10-km-Rennen im klassischen Stil. Im Skispringen ist der polnische Vierschanzentournee-Sieger Kamil Stoch der Star.

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